Die Arbeiten der Deutschen Bahn führen in der Nachbarschaft zur Störung der Nachtruhe.

Oppum
Wegen der nächtlichen Arbeiten hat Sven Fruhen Schallchutzfenster in sein Haus einbauen lassen.

Wegen der nächtlichen Arbeiten hat Sven Fruhen Schallchutzfenster in sein Haus einbauen lassen.

Andreas Bischof

Wegen der nächtlichen Arbeiten hat Sven Fruhen Schallchutzfenster in sein Haus einbauen lassen.

Krefeld. Sven Fruhen ist frustriert. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass so viele Arbeiten für die Bahnhofsmodernisierung nachts stattfinden“, erklärt der Oppumer, der an der Werkstättenstraße wohnt. „Meine Nachbarn sehen das auch so. Wir fühlen uns in der Nachtruhe gestört. Ich bin im Heizungs- und Sanitärbau tätig und habe auch 24-Stunden-Bereitschaft. Jetzt finde ich nachts kaum Schlaf“, sagt Fruhen. Und weiter: „Wir können zwar eine Übernachtung im Hotel auf Kosten der Bahn buchen, aber das ist mit einem schulpflichtigen Kind und einer Katze samt zwei Meerschweinchen nicht möglich.“

Unverständlich ist ihm auch, dass an der Behelfsbrücke, die in diesen Tagen in Betrieb geht, seit März auch nachts gebaut werde. „Wenn das an den Bahnsteigen passiert, habe ich wegen der Taktzeiten der Züge Verständnis dafür, aber an der Brücke hätte es anders laufen müssen. Das raubt uns den Schlaf.“

Nach seinen Informationen würde bei der Modernisierung in Rheinhausen im Übrigen nachts nicht gearbeitet: „Dort hat die Stadt keine Genehmigung erteilt.“

Die Bahn gibt an, dass einige Tätigkeiten nur nachts möglich sind

Jetzt hat Fruhen Schallschutzfenster in sein Haus einbauen lassen: „Ich habe versucht, die Mehrkosten für den Lärmschutz von rund 1000 Euro für alle Frontfenster auf zwei Etagen von der Deutschen Bahn zurückzubekommen und einen Anwalt konsultiert.“ Fruhen bezieht sich auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes, das dem Störer auferlegt, Lärmschutzmaßnahmen mitzufinanzieren. Doch nach seinen Informationen hat die Bahn hierfür keine Fördermittel.

Die Genehmigung für die Arbeiten wurde erteilt

In einer Stellungnahme erklärt ein Sprecher der Bahn: „Für die Arbeiten an der Behelfsbrücke muss die Oberleitung ausgeschaltet werden. Dies ist nur in den Nachtzeiten möglich, in denen keine Züge verkehren; in den sogenannten Sperrpausen. Ab diesem Monat werden die Arbeiten an der Treppenanlage zum Mittelbahnsteig mit dem Aufzugsneubau starten. Folgend werden bis ins erste Quartal 2015 die weiteren Bahnsteigkanten erneuert und alle Aufzüge errichtet. Hierbei werden weitere Arbeiten auch nachts durchgeführt werden müssen, wenn tagsüber die notwendigen Sperrpausen nicht ausreichen. Bei besonders lärmintensiven Arbeiten werden die Anwohner vorab informiert, um im Bedarfsfall auf eine Hotelübernachtung zurückgreifen zu können.“

Ob eine Möglichkeit der Finanzierung schallschützender Fensterverglasung durch die Deutsche Bahn besteht, können Anwohner bei der DB-Projekt-Bau erfahren. Telefon: 0221 / 1 41 71 27.

Für den Bahnhof Oppum sei eine Nachtarbeitsgenehmigung erteilt worden, erklärt Stadtsprecherin Angelika Peters und sagt außerdem: „Grundsätzlich haben die Anwohner ein Anrecht auf Unterbringung in einem Hotel, wenn ein bestimmter Lärmpegel überschritten wird.“

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