Gemeinde dient der 1936 errichtete Bau als Zwischenlager. Eine private Nutzung ist denkbar.

Oppum
Die Kreuzkirche in Oppum wurde 2008 entwidmet. Das Gebäude ist ein „Beispiel für den Kirchenbau zur Zeit der NS-Herrschaft“.

Die Kreuzkirche in Oppum wurde 2008 entwidmet. Das Gebäude ist ein „Beispiel für den Kirchenbau zur Zeit der NS-Herrschaft“.

A. Bischof

Die Kreuzkirche in Oppum wurde 2008 entwidmet. Das Gebäude ist ein „Beispiel für den Kirchenbau zur Zeit der NS-Herrschaft“.

Krefeld. Die ehemalige evangelische Kreuzkirche in Oppum wird zum Denkmal. Das beschloss der gleichnamige Ausschuss der Stadt einstimmig. Die Zukunft des 1936 nach Plänen des Architekten Hugo Lechmig errichteten Gebäudes an der Thielenstraße 36 ist offen. Es steht derzeit leer und wird von der Gemeinde als Zwischenlager genutzt. Über die künftige Nutzung, so Pfarrer Volker Hülsdonk, „wird nach einer Bestandsaufnahme der Liegenschaften der evangelischen Kirche in Oppum entschieden“

Hülsdonk will auch einen Verkauf nicht ausschließen. Allerdings sei die Kirche im Bebauungsplan als Gemeinde-Bedarfsfläche ausgewiesen. Ein privater Gebrauch etwa als Wohngebäude wäre mit einem langwierigen Plan-Änderungsverfahren mit ungewissem Ausgang verbunden. Die Denkmal-Auflagen schränken eine solche Nutzung auch deutlich ein, wenngleich der Gemeindevorstand eine solche Möglichkeit für denkbar hält. Auch eine Kunstschule war in den vergangenen Jahren im Gespräch.

Der wehrhafte Bau ist typisch für die NS-Zeit

Die Kreuzkirche hat eine lange Geschichte, gilt als architektonisches Spiegelbild der Spaltung der Kirche in der NS-Zeit: Die evangelische Gemeinde in Krefeld war nach der Machtergreifung Hitlers 1933 uneinig. Die Deutschen Christen standen den Nazis nahe, die Bekennenden wahrten zumindest Distanz und lehnten etwa die Rassenideologie der NSDAP ab. „Der Weckruf“, die Zeitung der Deutschen Christen in Krefeld trug das Hakenkreuz in seinem Kopf. Zu den Deutsch-Christen als NS-Förderer gehörten unter anderem der Historiker Professor Karl Rembert, Herausgeber der Jahresschrift „Die Heimat“ oder der Fabrikant G. Scheibler (Geschichte der Stadt, Band 5, Seite 242).

Der Kreuzkirche bescheinigen die städtischen Denkmalschützer ein „authentisch überliefertes Beispiel“ dieser Strömung und „für den Kirchenbau zur Zeit der NS-Herrschaft“ zu sein. „Romanische Stilelemente und Gedanken des Heimatschutzstils prägen die äußere Erscheinung.“ Das „wehrhaft wirkende Architekturelement“ bekomme mit der Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges „einen nationalistischen Unterton“.

Die Kreuzkirche war 1936 die erste evangelische Kirche in Oppum mit angeschlossenem Gemeinderaum und Pfarrhaus für evangelische Christen.

1944 wurden Kirche und Pfarrhaus schwer beschädigt

1905 wird Oppum zur eigenständigen Pfarrei. 1907 erfolgt die Eingemeindung nach Krefeld. Zwischen den Jahren 1932 und 1938 entsteht die Donksiedlung auf Oppumer Gebiet, die über 500 Siedlerstellen umfasst.

Im Dezember 1944 wurden Kreuzkirche und Pfarrhaus bei Bombenangriffen schwer getroffen. Bis 1947 konnte die Kirche und bis 1954 das Pfarrhaus wieder aufgebaut werden. 2008 wurde der Sakralbau entwidmet. Im Abendmahlsgottesdienst am 1. Advent 2008 brachte die Gemeinde Altar, Kanzel und Kreuz der Kreuzkirche in die Auferstehungskirche. Mit vertrauten Elementen an neuer Stelle feiert die 3500 Mitglieder umfassende Gemeinde seither ihre Gottesdienste in der Auferstehungskirche an der Buschdonk.

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