Lothar Rouß führt seit 40 Jahren die Traditions-Kneipe Schwemme. Heute und morgen wird das gefeiert.

Er hat seinen Traumberuf hinter der Theke gefunden: Lothar Rouß.
Er hat seinen Traumberuf hinter der Theke gefunden: Lothar Rouß.

Er hat seinen Traumberuf hinter der Theke gefunden: Lothar Rouß.

Andreas Bischof

Er hat seinen Traumberuf hinter der Theke gefunden: Lothar Rouß.

Krefeld. „Trink doch ene mit . . .“ – wer kennt nicht das bekannte Karnevalslied der Kölner Gruppe „Bläck Fööss“. Genau diese besungene urige Atmosphäre hat die Schwemme, die renommierte Kneipe von Lothar Rouß, der am Wochenende sein 40-jähriges Jubiläum als Wirt dort feiert. „Wie in diesem Lied ist das bei uns. Ich kenne alle Gäste seit langem. Und so manche vertrauen mir Dinge an, die sie nicht einmal dem Pastor im Beichtstuhl sagen würden“, erzählt Rouß. Er ist stolz darauf, dass in den 40 Jahren „nie was vorgekommen ist, keine Schlägerei oder andere Besonderheiten“.

Mit dem Brauchtum besonders vernetzt

Für viele Gäste aus der Umgebung ist die Schwemme an der Ecke Geldernsche Straße/Neuer Weg ihr zweites Wohnzimmer. Hier fühlen sie sich wie zu Hause, hier kommen sie gerne hin. Der 69-jährige Rouß weiß, was seine Stammgäste sich wünschen.

Im Jahr 2001 waren er und seine Frau Krefelds Karnevalsprinzenpaar, mit dem Brauchtum sind sie eng verbunden. Nun geht er auf die 70 zu. „Da wird es in diesem Jahr noch eine große Feier geben“, kündigt Rouß an.

„Wer nichts wird, wird Wirt“, sagt der Volksmund. Für Lothar Rouß gilt das nicht. Gelernt hat er vor 45 Jahren den Beruf des „Kartenschlägers“, die die Muster für die Web-stühle herstellten. „Dann haben uns die Computer überflüssig gemacht. Da bin ich vor mehr als 40 Jahren zur Gastronomie gekommen“, erinnert sich der Gastwirt, der damit seinen Traumberuf gefunden hat. „Meine Gäste sind alle Krefelder. Und auf die bin ich stolz.“

Der Wirt findet immer eine Lösung 

Krefelder Gemüt und Lebensart wird in der Schwemme gelebt und gepflegt. Natürlich darf auch bei ihm seit wenigen Jahren nicht mehr geraucht werden. Rouß selbst hat vor drei Jahren „von jetzt auf gleich“ seinen Zigaretten-Konsum von fünf Schachteln am Tag auf Null gesenkt. „Ich wollte ein Vorbild für die Gäste sein.“ Hin und wieder kommen besonders bei schlechtem Wetter Wünsche von Damen, drinnen paffen zu dürfen. Rouß ist listig genug, ihnen dann eine Möglichkeit zu verschaffen. Raucher und Nichtraucher haben sich in der Schwemme miteinander arrangiert. Klagen gibt es keine.

Jetzt steht die Jubiläumsfeier an. Am heutigen Samstag, 18. März, ab 18 Uhr hat Rouß die Preise gesenkt. Ein Euro kostet jedes Getränk. Beim Frühschoppen am Sonntag ab 11 Uhr gibt’s noch mehr Rabatt. „Man muss nicht immer nehmen, sondern auch geben können“, meint der Kneipenjubilar Augen zwinkernd, wohl wissend, dass seine Gäste dann um so lieber wiederkommen.

Eine Frage kann Lothar Rouß nicht beantworten, nämlich wie lange er noch hinter dem Tresen seine Sechs-Tage-Woche (Dienstag ist Ruhetag) verbringen will. „Ich denke immer nur von Jahr zu Jahr und nehme mir vor, dann aufzuhören. So lange ich noch gesund und leistungsfähig bin, geht es weiter, 50-jähriges Jubiläum in zehn Jahren nicht ausgeschlossen.“

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