Nachmittags stranden viele Passagiere der U 70 an der Haltestelle Dießem – viele finden das sehr lästig. Ein Thema für das WZ-Mobil.

Diessem
In Dießem müssen viele von der U 70 in die U 76 wechseln.

In Dießem müssen viele von der U 70 in die U 76 wechseln.

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DJ, Bild 1 von 2

In Dießem müssen viele von der U 70 in die U 76 wechseln.

Krefeld. Die Linie U 70 sorgt in Dießem für Verwirrung und Ärger. Vormittags pendelt sie von Düsseldorf in die Krefelder Innenstadt, Haltestelle Rheinstraße. Nachmittags aber stoppt sie schon in Dießem und fährt dann zurück in die Landeshauptstadt. Die Fahrgäste müssen dann selber sehen, wie sie weiterkommen.

Werner Thomas regt sich darüber immer noch auf, obwohl er als Rentner weniger als früher auf die U 70 angewiesen ist. Als er noch berufstätig war, war das anders: „Da habe ich in Düsseldorf immer auf die U 76 gewartet. Die U  70 ist völlig nutzlos. Alle Krefelder wissen das.“

Das findet auch Thomas Horn. Eigentlich würde er gerne mit der Bahn zwischen Düsseldorf und Krefeld pendeln. Aber in Dießem aus der U 70 auszusteigen, um dann mit der U 76 in die Innenstadt zu fahren, findet er zu unpraktisch: „Deshalb parke ich mein Auto gegenüber auf dem Parkplatz. Seit 15 Jahren mach’ ich das jetzt jeden Tag so.“ Dabei sei die Lösung so einfach: „Wenn die U 70 bis zur Rheinstraße fahren würde – das wäre ideal.“

Gabriele Meier ist ähnlicher Ansicht: „Umso mehr Bahnen in die Innenstadt fahren, desto besser.“ Sie war sich des Problems zunächst gar nicht bewusst und wollte gerade in die U 70 einsteigen, um ins Krefelder Zentrum zu fahren. Als sie ihren Fehler erkennt, schaut sie auf dem Plan nach der nächsten Verbindung Richtung Innenstadt: „Jetzt muss ich 15 Minuten hier warten. Zwei Bahnen wären echt besser.“

Warum die Bahn nachmittags in Dießem hält, ist auch Berufspendler Klaas Ridder völlig unklar: „Ich weiß auch nicht warum die Bahn hier hält. Mir wär’s lieber, wenn sie durchfahren würde. In der U 70 sind viel weniger Leute drin.“ Das mache das Fahren für ihn angenehmer. In Dießem muss er dann umsteigen, wo er im Winter bei frostigen Temperaturen warten muss. „Ich wohne in der Innenstadt, von Dießem aus könnte ich auch laufen, aber dann kommt schon die andere Bahn.“ Außerdem bemängelt er, dass es keine Anzeigetafeln an dieser und auch nicht an der Haltestelle Rheinstraße gibt.

Für eine Durchfahrt der U 70 bis zur Haltestelle Rheinstraße auch am Nachmittag scheint es in Krefeld mittlerweile eine politische Mehrheit zu geben. Vertreter von CDU, FDP, SPD und Grünen kündigten für eine derartige Streckenverlängerung ihre Zustimmung an. Auch die Rheinbahn zeigte sich prinzipiell einverstanden.

Von der Überpünktlichkeit der Bahnen ist Elena Aidinoglougenervt. „Wenn die Bahn um drei nach abfahren soll, ist sie schon um zwei nach hier weg. Verspätungen werden aber nicht mitgeteilt.“ Schon einmal hat sie eine Beschwerde-E-Mail an die Rheinbahn geschickt, es hat aber niemand geantwortet. Dass die U 70 in Dießem hält, ist für sie kein Problem. „Ich muss eh hier raus“, sagt sie. Da die Anschlussverbindungen von Verberg nicht so günstig für sie sind „und die Bahnen ja nicht warten“, fährt sie mit dem Auto nach Dießem und von dort aus mit der Bahn nach Düsseldorf.

Fehlende Rücksicht einzelner Bahnfahrer beim Umsteigen bemängelt Christine Thürmann: „Pendler können sogar an die Scheibe klopfen – vom Fahrer kommt meist keine Reaktion.“

Günter Schneiders wünscht sich ein Hinweisschild, dass die Buslinie 057 um die Ecke alle halbe Stunde fährt. „Damit die Kunden nicht laufen müssen. Die Haltestellen kennen viele nicht.“Auch eine Durchsage in der Bahn mit dem Hinweis auf Anschlussverbindungen fände er sehr hilfreich. Außerdem ist er der Ansicht, dass die U 70 durchfahren sollte.

Dieser Ansicht ist auch Anne-Marie Kruse. Sie arbeitet in Dießem und muss nach Feierabend auf die U 76 warten, um in die Innenstadt zu kommen: „Da ärgere ich mich oft drüber.“

Julia Gawehn wartet nicht. Wenn sie von der Arbeit aus Düsseldorf zurück ist und in Dießem aussteigen muss, geht sie zu Fuß weiter: „Ich bin’s mittlerweile gewöhnt.“

Simon Winkmann ist ähnlich entspannt: „Mir ist das egal, ein 20-Minuten-Takt reicht mir. Das ist doch okay.“ Zum Abschied mahnt er Gelassenheit an: „Die Leute ärgern sich zu schnell.“

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