Die Turmuhr in der Lutherkirche wird jetzt per Funk gesteuert.

Süd
Bernhard Winter (l.) und Günter Schöller vor der jetzt automatisch laufenden Uhr im Kirchturm der Lutherkirche.

Bernhard Winter (l.) und Günter Schöller vor der jetzt automatisch laufenden Uhr im Kirchturm der Lutherkirche.

Andreas Bischof

Bernhard Winter (l.) und Günter Schöller vor der jetzt automatisch laufenden Uhr im Kirchturm der Lutherkirche.

Krefeld. Wie oft er den Turm der Lutherkirche in den vergangenen 15 Jahren bestiegen hat, weiß Günter Schöller nicht mehr. Dass er die rund 150 Stufen bei der jüngsten Zeitumstellung im Oktober zum letzten Mal erklommen hat, das weiß der 82-Jährige jedoch genau. Denn seit Kurzem ist die Kirchturmuhr eine Funkuhr. „Ich musste in der letzten Zeit auf dem Weg nach oben doch öfter mal verschnaufen“, sagt Schöller und lächelt.

Pfarrerin Sabina Busmann lobt den aktiven Helfer und dankt ihm für die Arbeit als Aushilfsküster. Nichts konnte ihn in seiner Pflichterfüllung aufhalten: „Wenn der Schlüssel fehlte, ist er auch schon einmal über den Zaun geklettert um in den Kirchturm zu kommen.“

Schöllers Familie ist seit jeher eng mit der Kirche verbunden. Schon sein Schwiegervater, Wilhelm Habermehl, war Küster in der Lutherkirche. „Die erste Turmuhr schlug von 1904 bis 1970“, erzählt der rüstige 82-Jährige. „Damit sie lief, mussten zwei Männer alle zehn bis zwölf Tage in den Turm klettern und die beiden schweren Gewichte aus Beton an Ketten hochziehen.“

Nach 1970 habe es dafür keine Ersatzteile mehr gegeben, die Gläubigen im Süden der Stadt seien einige Zeit ohne Uhr gewesen. Dann finanzierte ein Gemeindemitglied einen neuen Zeitmesser mit Elektromotor, der aber nicht genau lief. „Diese Uhren gehen entweder vor oder nach und müssen ständig reguliert werden“, berichtet Schöller. „Außerdem musste die Sommer- und Winterzeit eingestellt sein.“

Presbyteriums-Mitglied Bernhard Winter hat sich nun um die neue Funkuhr gekümmert. Er selbst steigt jedoch nicht in den Turm. Der Grund: „Ich habe Höhenangst“, berichtet Winter.

Auch Günter Schöller steigt nicht mehr nach oben. „Ich bin froh, dass ich nicht mehr hoch muss“, sagt er und blickt nach oben. Die nächste Sommerzeit kommt von selbst.

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