Der Verein hat dem Einbrecher eine Falle gestellt – er wurde gefilmt.

Mit Brachialgewalt hat der Einbrecher die Klinken aus den Türen gestemmt.
Mit Brachialgewalt hat der Einbrecher die Klinken aus den Türen gestemmt.

Mit Brachialgewalt hat der Einbrecher die Klinken aus den Türen gestemmt.

Dirk Jochmann

Mit Brachialgewalt hat der Einbrecher die Klinken aus den Türen gestemmt.

Krefeld. Einige Rätsel gibt die Einbruchserie beim VfR Krefeld (Rasensport) vom Kaiser-Wilhelm-Park auf. Am Sonntagmorgen um 4.39 Uhr, so hat es die Videokamera aufgezeichnet, brachen Diebe zum 17. Mal in das Vereinsheim an der Westparkstraße ein. Mit brachialer Gewalt brachen sie dabei Türen und Schränke der Geschäftsstelle, der Schiedsrichter-, Trainer- und der Spielerkabinen auf oder traten sie ein.

Die Versicherung hat den Vertrag längst gekündigt

Lothar Szymczak, seit einem halben Jahr Vorsitzender des Fußball-B-Ligisten, weiß dazu nicht mehr viel zu sagen: „Der Schaden liegt ungefähr bei 15 000 Euro. Die Versicherung hat uns längst gekündigt. Wir hoffen jetzt auf Sponsoren, die uns helfen.“ Nach wie vor steht im Raum, dass der Vorstand endgültig aufgibt. Dagegen spricht, dass Szymczak neben der Arbeit der Polizei einen Privatdetektiv aus St. Tönis mit Ermittlungen und der Überwachung des Vereinsheims beauftragt hat.

Videomaterial und eine Taschenlampe mit Fingerabdrücken und DNA-Spuren will der Vorsitzende der Polizei für weitere Ermittlungen übergeben. Ein Täter soll auf dem Video zu sehen sein. Der 47 Jahre alte Chef des 330 Mitglieder starken Vereins verweist auf einen Fakt, der Ortskenntnis der oder des Ganoven nahe legt. „Die Gaststätte ist seit einem halben Jahr mit einer Alarmanlage ausgestattet. Seither ist dort nichts mehr geschehen.“

Der Vorstand hatte Köder in der Geschäftsstelle ausgelegt

Insider-Wissen könnte auch hinter dem jüngsten Einbruch stehen. Denn der Vorstand hat mit Bedacht einen Laptop-Rechner, Bargeld und eine Digitalkamera in der Geschäftsstelle deponiert.

Neben Trikots und hochwertigen Bällen sind seit Sonntag auch diese „Köder“ verschwunden. Zusätzlich hat der private Ermittler jetzt eine weitere versteckte Kamera installiert.

Ab kommenden Mittwoch, 31. Juli, ist die rund 100 Quadratmeter große Gaststätte mit Biergarten wieder geöffnet. „Eine wichtige Einnahmenquelle für den Verein“, erklärt Lothar Szymczak. Ein Pächter werde noch gesucht.

Eine Lösung für den 1920 gegründeten Klub mit den Vereinsfarben Schwarz-Gelb sieht Lothar Szymczak in der Einrichtung einer Hausmeisterwohnung im Vereinsheim. In mehreren politischen Gremien hat er dafür schon geworben. „Es sind dafür keine baulichen Veränderungen notwendig. Wir haben Platz und Räume für eine 120 Quadratmeter große Wohnung.“ Interessenten dafür gebe es im Verein.

Dem steht aber der Flächennutzungsplan entgegen, der das Gelände als Grünfläche für eine Sportanlage ausweist. Eine Wohnung sieht der Plan nicht vor. Szymczak, früher Nachwuchstrainer beim KFC Uerdingen, hofft auf eine unbürokratische Ausnahmegenehmigung der Bauaufsicht. Einen Antrag auf Nutzungsänderung wollte er bereits im April einreichen. Der Stadt liegt dieser aber bis heute nicht vor.

Am Samstag wird die neu formierte erste Mannschaft des VfR in der Fußball-Stadtmeisterschaft im Achtelfinale gegen den CSV Marathon an der Horkesgath antreten. Daneben sind vom VfR noch drei weitere Herrenmannschaften, sieben Jugend- und ein Frauenteam aktiv. Eine neu gestaltete Homepage im Internet soll demnächst wieder verfügbar sein.

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