Wenn die Grundschule Kempener Allee geschlossen wird, müssen Schüler einen langen Weg bewältigen.

Kempener Feld
150 Kinder, Eltern und Lehrer sind die mehr als 1600 Meter lange Strecke abgelaufen.

150 Kinder, Eltern und Lehrer sind die mehr als 1600 Meter lange Strecke abgelaufen.

Andreas Bischof

150 Kinder, Eltern und Lehrer sind die mehr als 1600 Meter lange Strecke abgelaufen.

Krefeld-Kempener Feld. Kurze Beine – kurze Wege. So lautet das Prinzip für Schulwege. Für die Schüler der Grundschule an der Kempener Allee könnte dies bald nicht mehr gelten. Laut Schulentwicklungsplan soll die Schule spätestens 2015 geschlossen werden. Als Alternativen gibt es die Pestalozzischule und die Grundschule Horkesgath. Dann müssten die Kinder deutlich längere Schulwege bewältigen. Mit einem Gang von der Kempener Allee zur Grundschule Horkesgath wollten Eltern, Lehrer und Kinder zeigen, dass der Weg kaum zu schaffen ist.

Nach 1642 Metern und eine halbe Stunde später ist die 150 Schüler starke Truppe am Ziel und die Empörung groß. „Fast jedes Kind hätte einen Schulweg von mindesten zwei Kilometern“, sagt Cornelia Hollender, Schulleiterin der GGS Kempener Allee. Damit wäre der Weg für die meisten doppelt so lang, wie zuvor. Er führt über die stark befahrenen Straßen Kempener Allee und Horkesgath. Zudem muss ein Bahnübergang überquert werden.

Um die Ampel zu erreichen, müssen sie einen Umweg laufen

Die größte Angst der Eltern: Um den sicheren Weg über die Ampel zu nehmen, müssen die Kinder einen Umweg, an der Schule vorbei, gehen. Die Eltern befürchten nun, dass die Kinder so über die Straße laufen. „Die Strecke ist viel zu gefährlich für die Kinder“, sagt Derya Büyükbektas. „Muss erst etwas Schlimmes passieren, bevor die Stadt reagiert?“ Zweiter Kritikpunkt ist die mangelhafte Beleuchtung des Weges und der nicht gesicherte Fußweg entlang der Horkesgath (es gibt nur eine Markierung zur Straße und der Weg wird von Fußgängern und Radfahrern gleichzeitig genutzt).

„Bislang läuft mein Kind alleine. Zur GGS Horkesgath würde ich es mit dem Auto bringen“, sagt eine Mutter. „Für mein Kind und mich wäre der Weg viel zu lang. Wir besitzen kein Auto und müssen zu Fuß gehen“, sagt Tanja Lorenz. Einen Bus gibt es nicht.

Neben dem Schulweg ist an diesem Morgen auch die geplante Schließung der Grundschule Thema. Die Schule bietet viel Platz, mit großem Außengelände, großem Schulhof, eigener Mensa und Sportanlage. „Es ist alles vorhanden. Dies sollte auch berücksichtigt werden“, sagt Cornelia Hollender.

Die städtische Gemeinschaftsgrundschule Kempener Allee ist zurzeit zweizügig, mit insgesamt etwa 155 Schülern.
 

Die Pläne zur Schließung ergeben sich aus den zurückgehenden Schülerzahlen. Für das Schuljahr 2012/2013 gibt es insgesamt 34 Neuanmeldungen. Zwei weniger als im Vorjahr.
 

Viele wohnen in den angrenzenden Wohngebieten. „Es besteht eine hohe Gemeinschaft zwischen Schülern, Lehrern und Eltern“, sagt Derya Büyükbektas. „Durch die Schließung würde ein sozialer Mittelpunkt verloren gehen“, ergänzt eine weitere Mutter. Dietmar Siegert, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, teilt die Sorgen: „Kinder sollten ortsnah zur Schule gehen.“

Einen Hoffnungsschimmer gibt es: „Vielleicht wird die Schule auch eine Verbundschule mit Horkesgath“, sagt Hollender.

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