Der CSV Marathon hatte einen interessanten Referenten zur Matinee eingeladen.

Vorsitzender Klaus Kokol (l.) nahm die Ehrungen für 25, 40 und 60 Jahre Mitgliedschaft beim CSV Marathon vor.
Vorsitzender Klaus Kokol (l.) nahm die Ehrungen für 25, 40 und 60 Jahre Mitgliedschaft beim CSV Marathon vor.

Vorsitzender Klaus Kokol (l.) nahm die Ehrungen für 25, 40 und 60 Jahre Mitgliedschaft beim CSV Marathon vor.

DJ

Vorsitzender Klaus Kokol (l.) nahm die Ehrungen für 25, 40 und 60 Jahre Mitgliedschaft beim CSV Marathon vor.

Tackheide/Bockum. Der Veranstaltungsort der traditionellen Matinee beim CSV Marathon 1910 war diesmal ein neuer: In das neu eröffnete Restaurant "Derby" an der Rennbahn hatte das Team um den ersten Vorsitzenden Klaus Kokol geladen. Dort begrüßte er zahlreiche Gäste aus Sport und Politik. Neben Ehrungen und Musik von Jan Kohout gab es einen Vortrag zum Thema "Kann sich der Vereinssport auf Dauer gegen den kommerziellen Sport durchsetzen?".

Und kompetenter konnte der Referent kaum sein: Es war der Professor der Universität Göttingen für Sportgeschichte, Sportmanagement und Trainingslehre, Prof. Dr. Arnd Krüger. Bei ihm handelt es sich um keinen Unbekannten. Einen wichtigen Teil seines Lebens verbrachte der Akademiker in der Seidenstadt.

Professor Krüger skizzierte die Grundprobleme der Vereine

Schon seit 1958 ist er Mitglied des CSV Marathon Krefeld und erzielte für seinen Heimatverein große Erfolge in der Leichtathletik. In den 60er Jahren wurde er mehrfach Deutscher Meister im 800-Meter-Lauf und hatte als Allrounder auch große Erfolge mit der 4x400-Meter-Staffel. Als Highlight seiner Karriere bezeichnet er die Teilnahme an den olympischen Spielen in Mexiko. Doch auch neben dem Sport engagierte er sich und initiierte unter anderem den traditionellen Martins-Crosslauf des CSV Marathon im Jahr 1972, der sich noch heute großer Beliebtheit erfreut.

In seiner pointierten und aufschlussreichen Rede skizzierte der Dozent die Realität und damit das Grundproblem. "Wir befinden uns in einem magischen Dreieck, in dem sich Sport, Medien und Kommerz aufeinander zu bewegen", so der Professor.

Daraus resultiere unter anderem die schwierige Gewinnung von Neumitgliedern. Viele Fitnessstudios und andere kommerzielle Sportunternehmen entzögen die potenziellen Mitglieder und somit auch jede Menge Geld, das den Vereinen fehle. Doch auch die Sportvereine können mit vielen Vorteilen locken.

Langfristig würden sich Vereine gegen Kommerz durchsetzen

60 Jahre: Claus Bühs; 40 Jahre: Peter Kirchenkamp, Reinhard Wille; 25 Jahre: Michael Hoersch, Michael Schikowski, Renate Eisner, Charlotte Petri, Wolf Petri Gerd Dohmes, Gisela Thevessen.

Folge der Konkurrenz: Die Vereine verändern teilweise ihre Größe und Struktur, vom Mehr-Sparten zum Ein-Sparten Verein, und werden zu Dienstleistungsunternehmen werden müssen. "Den kommerziellen Unternehmen fehlt es an Tradition und somit auch an Identität. Viele Mitgliedschaften sind kurzfristig", sagte Krüger.

Langfristig würden sich Sportvereine durchsetzen, denn sie schaffen Identität sowie den Zusammenhalt, nehmen Aufgaben der Gemeinnützigkeit wahr und tragen zur Erziehung und Persönlichkeitsbildung bei.

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