Dominik Grzeschik hat aus dem „Bertels“ die „Essklasse“ gemacht. In seiner Küche gibt es keine Friteuse, gesunde Kost steht vorne an.

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Azubi Simon Thiele und Koch Dominik Grzeschik (v.l.) in der Küche der Essklasse im Salvea an der Westparkstraße.

Azubi Simon Thiele und Koch Dominik Grzeschik (v.l.) in der Küche der Essklasse im Salvea an der Westparkstraße.

Dirk Jochmann

Azubi Simon Thiele und Koch Dominik Grzeschik (v.l.) in der Küche der Essklasse im Salvea an der Westparkstraße.

Krefeld. Fast Food macht müde, Salat munter - das weiß jedes Kind. Denn Essen beeinflusst das körperliche und psychische Wohlbefinden eines Menschen auf entscheidende Weise. "Und deshalb ist Kochen ein ganz intimer Prozess", findet Dominik Grzeschik. Der 25-Jährige ist seit rund drei Monaten der Alleinherrscher im "Bertels im Salvea", dem Restaurant im Gesundheitszentrum an der Westparkstraße. Denn Hans Bertels, der früher das Crocodile und die Fette Ente betrieben hat, ist nach Hamburg umgezogen.

Schnitzel und Pommes suchen die Besucher auf der Karte vergeblich

"Er hat sich dort wohl eher gesehen als hier", sagt Grzeschik und lächelt dabei hintergründig. Der junge Koch war von Anfang als Gesellschafter und Küchenchef mit im Boot, jetzt ist das Restaurant Grzeschiks alleiniges Baby. Gemeinsam mit seinem Freund und Azubi Simon Thiele hat er einiges umgekrempelt und macht das jetzt auch mit einer Namensänderung transparent: Bertels im Salvea wird zur Essklasse.

Auch in der Küche, in der übrigens keine Friteuse steht, hat sich vieles geändert. "Bei der Reha-Gästeversorgung heißt es jetzt: Keine Pommes, keine Schnitzel", sagt Grzeschik. "Die Leute sind hier, um gesund zu werden und deshalb bieten wir ihnen auch eine moderne, gesunde und leckere Küche an."

Während der Umstellungsphase ist er auf einigen Widerstand gestoßen. "Ich hatte wöchentlich 15 Gespräche mit Reha-Patienten", sagt er grinsend. "Aber jetzt haben wir eine Kundenzufriedenheit von 100 Prozent." Seine Liebe fürs Kochen entdeckte der gebürtige Pole, der in Hüls aufgewachsen ist, bei seiner Oma. Schon als kleiner Junge hat er nicht nur in die Töpfe geschaut, sondern auch kräftig mitgeholfen.

Das hat Grzeschiks Koch-Philosophie geprägt: "Das Produkt ist der Hauptdarsteller. Es muss frisch, gesund und schmackhaft sein. Und jedes Produkt ist gleich: Ich mag Hummer, aber auch Snickers." Mit den Zutaten wird in seiner Küche mutig experimentiert.

Gelernt hat er das nicht in Deutschland, sondern in Spanien: Nach seiner Ausbildung zum Koch, Zivildienst und Abitur machte er sich mit 23 Jahren auf den Weg auf die Partyinsel Ibiza: "Ich mag elektronische Musik, aber der Grund für meine Reise war das Molekularrestaurant Duo. Dort habe ich das Kochen 2.0 entdeckt." Und das ist nun sein Leben.

Dominik Grzeschiks reist seinen Lieblingsköchen auch hinterher

Der selbsternannte Workaholic ist nicht zu bremsen, sprudelt über vor Ideen: Mit seinem Catering-Angebot begeistert er große Firmen wie Microsoft. Momentan ist er im Gespräch mit der DJ-Größe Richie Hawtin, der eine Saki-Bar in Berlin-Mitte eröffnen möchte. "Er ist ein Konzeptmensch wie ich - und vielleicht darf ich der Bar eine Speisekarte auf den Leib schneidern."

Außerdem reist der kulinarische Kosmopolit seinen Lieblingsköchen auch mal hinterher. "Gute Köche sind meist voneinander begeistert, lassen sich inspirieren und tauschen Ideen aus", erklärt Grzeschik. Deshalb ist sein großes Ziel: "Ich will Krefeld auf die kulinarische Landkarte setzen - zusammen mit Mike Machiol, der im Derby, dem Restaurant an der Rennbahn, kocht. Er ist ein richtig Guter."

Die KEV-Spieler sind bereits seine Stammkunden, sie vertrauen auf ihn: "Bei Heimspielen ist immer jemand von uns als Maskottchen da, und bei Auswärtsspielen setze ich viel Geld auf die Mannschaft - als Zeichen des Vertrauens."

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