In Holger Anders Geschäft an der St. Töniser Straße dreht sich alles um die kleinen weißen Bälle.

Holger Anders ist vom Tischtennis-Virus infiziert. Selbst hat er sich aus der Kreisliga in die Bundesliga hochgespielt und war 1993 Deutscher Seniorenmeister. In seinem Laden gibt es alles für Hobby- und Profispieler.
Holger Anders ist vom Tischtennis-Virus infiziert. Selbst hat er sich aus der Kreisliga in die Bundesliga hochgespielt und war 1993 Deutscher Seniorenmeister. In seinem Laden gibt es alles für Hobby- und Profispieler.

Holger Anders ist vom Tischtennis-Virus infiziert. Selbst hat er sich aus der Kreisliga in die Bundesliga hochgespielt und war 1993 Deutscher Seniorenmeister. In seinem Laden gibt es alles für Hobby- und Profispieler.

Dirk Jochmann

Holger Anders ist vom Tischtennis-Virus infiziert. Selbst hat er sich aus der Kreisliga in die Bundesliga hochgespielt und war 1993 Deutscher Seniorenmeister. In seinem Laden gibt es alles für Hobby- und Profispieler.

Krefeld. Auffällig ist das kleine Geschäft von Holger Anders an der St. Töniser Straße von Außen nicht, doch im Inneren erschließt sich für den Beobachter die ganze Welt des Tischtennis. In dem "verrückten kleinen Laden", wie der Inhaber sein Tischtennis-Center nennt, schmücken zahlreiche Fotos und Autogramme bekannter Spieler der vergangenen Jahrzehnten die Wände.

Holger Anders spielte sich aus der Kreis- in die Bundesliga

Einer von ihnen ist Anders selbst. Denn der 58-Jährige spielte sich von der Kreisklasse bis in die Bundesliga. Als Einzelspieler holte er 1993 den Titel des Deutschen Seniorenmeisters. In Krefeld spielte er zunächst für den BV Union, bevor er für Blau-Weiß Krefeld auf Punktejagd ging. In Jülich spielte er in der Bundesliga, heute ist Anders wieder für die Jülicher aktiv, in der Oberliga.

Begonnen mit dem Sport, der ihn bis heute fesselt, hat er erst spät. "Bei der Bundeswehr habe ich mir mit Jochen Leiß (Deutscher Meister 1974) ein Zimmer geteilt. Da hat mich der Tischtennis-Virus infiziert. Ich habe fast Tag und Nacht trainiert", erinnert sich Anders. Diese Leidenschaft für das Tischtennis wollte der Linkshänder gerne weitergeben. Deshalb trainierte Anders, der über die A-Trainerlizenz verfügt, Kinder und Jugendliche und bietet in seiner eigenen Tischtennishalle hinter dem Laden Lehrgänge an. Seinen Laden eröffnete der studierte Jurist 1982, damals ein Wagnis. Doch er hatte Erfolg: "Ein Tischtennisladen war damals eine Marktlücke in Krefeld."

Von den vielen Besuchen internationaler und deutscher Tischtennisstars, wie der Schweden Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson oder Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner, zeugen die Unterschriften und Fotos im Laden. Und auch die erste Rechnung über 8 Mark und 50 Pfennig für einen Mini-Tischtennisschläger hat Anders gerahmt und an die Wand gehängt.

Ganz oben an der Wand finden sich die Zeugnisse vergangener Tischtennis-Nervenschlachten: Duzende zerborstene Schläger als stumme Zeugen längst vergangener Wutanfälle. "Wenn alle Spieler ruhig und besonnen wären, hätte ich sicherlich weniger zu tun", sagt Anders.

Warum Tischtennis so beliebt ist und warum die Faszination für den Sport bei ihm nie abgeebbt ist, erklärt er so: "Tischtennis ist immer verfügbar. Jeder, ob jung oder alt, kann es spielen. Nicht nur der Körper, sondern auch der Geist wird gefordert. Außerdem findet man kaum eine Sportart, in der das Verletzungsrisiko so gering ist."

In 27 Jahren hat sich technisch im Tischtennis sehr viel getan

Und während er noch über das Tischtennis philosophiert, betritt ein Kunde, der extra aus Duisburg gekommen ist, das Geschäft. Sofort ist Anders in seinem Element. "Nehmen sie den Belag nicht, der ist teuer und kann nichts", rät er dem Kunden.

Einiges hat sich in den 27 Jahren, in denen es sein Geschäft gibt, im Tischtennis besonders beim Material getan. "Früher gab es eine Hand voll Beläge, heute sind es an die 7000, dazu kommen noch die verschiedenen Hölzer für die Schläger." Tischtennis wird auch in Zukunft Anders Leben prägen, denn spielen will er noch sehr lange. Ob das auch für seinen Laden gilt, den er als Hobby sieht, lässt er allerdings offen.

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