Die Freebiker sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Die Freunde treffen sich regelmäßig zu gemütlichen Motorradtouren durch die Umgebung. Eine mehrtägige Fahrt führt sie an den Möhnesee.

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Die Biker sammeln sich vor ihrer Tour zur Abfahrt auf dem Schroershof.

Die Biker sammeln sich vor ihrer Tour zur Abfahrt auf dem Schroershof.

Privat

Die Biker sammeln sich vor ihrer Tour zur Abfahrt auf dem Schroershof.

Grönland. Chrom glänzt in der Sonne, die Fransen der schwarzen Lederjacken flattern im Wind, ganz nah am Boden sitzen die Motorradfahrer auf ihren Maschinen. Wenn die Biker aus Grönland auf Tour sind, geht es gemütlich zu, ohne jede Hast.

Die kleine Gruppe, bestehend aus acht Motorrädern und bis zu zwölf Personen, nutzt jeden Sonnenstrahl, um mit ihren Choppern Ausflüge in die nähere Umgebung Krefelds zu unternehmen. "Wir bevorzugen bei unseren Touren die Landstraße", erklärt Winfried Lange, einer der Biker. Ein bis zweimal im Jahr begeben sich die Motorrad-Enthusiasten auf mehrtägige Touren, die oft ins Sauerland führen.

"Wir sind kein Club, sondern einfach eine Gruppe guter Freunde."

Winfried Lange, Motorrad-Fan

"Im Juni geht es ins nördliche Sauerland. Der Möhnesee oder auch der Arnberger Wald - da macht das Motorradfahren besonders viel Spaß", sagt Lange. Das Naturerlebnis spielt für die Krefelder Biker ein große Rolle, denn schließlich bekommt der Motorradfahrer, anders als der Autofahrer, die Natur hautnah mit. Besonders bei einer gemütlichen Fahrt.

Locker geht es zu bei der Biker-Gemeinschaft: "Wir sind kein Verein oder Club, sondern einfach eine Gruppe von Freunden, die das gemeinsame Hobby Motorradfahren haben", sagt Winfried Lange. Dazu passt, dass die Hälfte der Gruppe im selben Haus am Weeserweg wohnt und auch die Garagen für ihre geliebten Maschinen direkt nebeneinander liegen.

Bei kleineren Reparaturen helfen sich die Freunde selbstverständlich gegenseitig, denn bei technischen Problemen weiß immer einer aus der Gruppe Rat. Ganz in Schwarz frönen die Grönländer ihrem Hobby, die stilechte Lederkluft ist Pflicht, und auch die Motorräder sind schwarz lackiert.

Im Westen Krefelds gelegen, gehört Grönland offiziell zum Stadtteil Kempener Feld/Baackeshof. Geprägt wird der Bezirk durch die weitläufigen Anlagen der Stadtwerke Krefeld. Sehenswert sind die mit viel Liebe restaurierten Jugendstilfassaden vieler Häuser an der Sankt-Töniser-Straße und dem Obergplatz.

Chopper war ursprünglich die Bezeichnung für Motorräder, von denen alles abmontiert worden war, was dem Besitzer überflüssig erschien. Das englische Verb to chop bedeutet "(ab)hacken". Zu den weiteren klassischen Chopper-Stilmerkmalen zählen hohe Lenker ("Buckhorn", "Apehanger") sowie vorverlegte Fußrastenanlagen.

Nur Winfried Lange fährt eine graue BMW-Maschine vom Typ F 800 ST. Der 69-jährige Rentner hat erst mit 54seinen Motorradführerschein gemacht. "Ich habe nach einer Freizeitbeschäftigung für meine Rentenzeit gesucht, da sagte ein Freund zu mir: Lern’ doch Motorrad fahren!"

Diese Entscheidung hat der Grönländer nie bereut, die Freude am Fahren ist bei ihm bis heute ungebrochen. Wenn die Krefelder durch die Landschaft cruisen, dann ist dies keine reine Männer-Veranstaltung. Auf den hinteren Sitzen, im Fachjargon Sissybar genannt, nehmen regelmäßig die Damen der Hobby-Biker Platz.

"Ich habe eine Freizeitbeschäftigung für meine Rentenzeit gesucht."

Winfried Lange erklärt, wie er zum Motorradfahren gekommen ist

So werden die gemeinsamen Abende in Landhäusern und Biker-Treffs, die nach einer langen Tour das Ziel der Gruppe sind, zu gemütlichen Familienfeiern. Doch auch zwischendurch ist bei den Motorrad-Freunden keine Eile angesagt.

Immer wieder werden die Fahrten durch Pausen unterbrochen, um eine besonders schöne Aussicht, ein leckeres Eis oder auch schon mal einen Kaffee zu genießen.

Die Biker-Idylle wäre perfekt, wenn es eines nicht gäbe: "Wir sind leider immer vom Wetter abhängig", sagt Winfried Lange. Doch in der Motorrad-Saison von April bis Oktober sind ein paar Sonntage mit blauem, wolkenlosen Himmel eigentlich in jedem Jahr dabei.

Falls dies einmal nicht der Fall ist, haben die Grönlandbiker ja auch noch ihren schönen Stadtteil, in dem es sich, wie Lange bemerkt, sehr gut leben lässt: "Wir sind nah an der Innenstadt und haben trotzdem viel Grün um uns herum, das ist toll."

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