Der Internationale Bund stellt in der Villa K. sein neues Konzept für die Jugendarbeit im Krefelder Westen vor.

Schicksbaum
Sie freuen sich schon auf das neue Jugendzentrum in Schicksbaum.

Sie freuen sich schon auf das neue Jugendzentrum in Schicksbaum.

Jugendliche spielen in der Band From Schicks.

Dirk Jochmann, Bild 1 von 2

Sie freuen sich schon auf das neue Jugendzentrum in Schicksbaum.

Krefeld-Schicksbaum. From Schicks nennt sich die vierköpfige Band. Sie macht Rock, guten Rock mit russischen Texten. Ihr Name lässt nicht nur den Rückschluss auf den Stadtteil Schicksbaum zu, sondern auch auf Musiklehrer Waldemar From, der kürzlich verstorben ist. „Er hat uns Musik beigebracht, und mit dem Namen wollen wir an ihn erinnern“, erklärt Katharina Koch. Sie sitzt in der Band am Keyboard.

From Schicks ist Teil eines Projektes, mit dem der Internationale Bund (IB) im jüngsten Krefelder Stadtteil aktiv ist. Villa K., das Jugendzentrum an der Steinstraße, ist sozusagen das Basislager für das Konzept, das die Sozialarbeiterin Martha Rodenbusch und Bernd Meister vorstellen.

IB bietet Musik, Tanz und Theater sowie Sportkurse an

Es ist eng in der alten Villa am Stadtgarten. Im Publikum sitzen die Bürgermeister Jutta Pilat (FDP) und Frank Meyer (SPD), Norbert Axnick von der städtischen Jugendhilfe und Norbert Beeser, der für die Polizei in Sachen Drogenprävention in Schicksbaum aktiv ist.

„Für Integration und Toleranz“ ist das Konzept betitelt. Mit Flyern wird für die verschiedenen Angebote in dem oftmals als problematisch beschriebenen Stadtteil geworben. Neben Musik-, Tanz- und Theatergruppen organisiert der IB auch verschiedene Sportangebote in der benachbarten Prinz-Ferdinand-Schule. Mit Meister findet die Zielgruppe der Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren einen verlässlichen Ansprechpartner, der regelmäßig beim „Jugendtreff“ am Penny-Markt auftaucht.

Martha Rodenbusch: „Wir wollen mit dem Konzept den Wegzug junger Menschen aus Krefeld stoppen.“ Sie seien ein großes demografisches Potential in Hinblick auf den Fachkräftemangel. Außerdem soll den Jugendlichen dadurch eine aktive Lebens- und Zukunftsgestaltung ermöglicht werden.

Schicksbaum wurde ab 1999 auf der grünen Wiese aus dem Boden gestampft. Im Jahr 2000 waren die ersten 100 Häuser am Mörterhof fertig. Schicksbaum besteht aus zwölf Straßenzügen.

Etwa die Hälfte der Bewohner von Schicksbaum hat Wurzeln im Ausland. Sie kommen aus 25 Nationen, wobei (deutschstämmige) Russen und Polen den Großteil ausmachen. Aber auch Tamilen, Türken, Vietnamesen und Griechen leben hier. Rund 40 Prozent (1200) der Einwohner sind Minderjährige. In der Gesamtstadt Krefeld liegt diese Zahl bei 17 Prozent. Insgesamt leben nach Informationen der Stadt in Schicksbaum 3034 Personen.

Der IB ist ein Freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit. Mehr als 12 000 Mitarbeiter unterstützen in 700 Einrichtungen an 300 Orten in Deutschland jährlich über 350 000 Jugendliche und Erwachsene. Sie helfen bei der persönlichen und beruflichen Lebensplanung mit zahlreichen Dienstleistungen und Serviceangeboten.

Von großer Bedeutung sei bei dem Projekt ein Jugendzentrum. Mit Erleichterung wurde in der Villa K. registriert, dass der Rat trotz knapper Kassen Mittel dafür in den Haushalt gestellt hat. 100 000 Euro stehen in diesem Jahr bereit, 500 000 Euro in 2012 sowie Betriebskostenzuschüsse in den Folgejahren. From Schicks quittierte die Neuigkeit mit einem kräftigen Tusch.

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