Die Bürgergemeinschaft hat sich rasant entwickelt. Mittlerweile zählt sie 350 Mitglieder.

Für Carla Kaiser (links) und Götz Waninger ist der Umbau des Bismarckplatzes ein langfristiges Projekt.
Für Carla Kaiser (links) und Götz Waninger ist der Umbau des Bismarckplatzes ein langfristiges Projekt.

Für Carla Kaiser (links) und Götz Waninger ist der Umbau des Bismarckplatzes ein langfristiges Projekt.

Andreas Bischof

Für Carla Kaiser (links) und Götz Waninger ist der Umbau des Bismarckplatzes ein langfristiges Projekt.

Krefeld. Der "eiserne Kanzler" hätte viel Freude an den Beiden. Carla Kaiser und Götz Waninger verfolgen hartnäckig und mit Nachdruck die Interessen der Menschen ihres Stadtviertels. Carla Kaiser (65) ist Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Bismackviertel.

Götz Waninger, zwei Jahre älter als seine Mitstreiterin, ihr Stellvertreter. Allerdings weisen beide und auch die anderen Mitglieder des achtköpfigen Vorstands einen Charakterzug auf, der den alten Fürsten weniger prägte: die Fähigkeit zum Kompromiss.

Carla Kaiser will langfristig den Bismarckplatz umgestalte

Der stand denn auch vor rund acht Jahren Pate, als die Initiative mit etwa 20 Bürgern gegründet wurde. "Es war klar, dass wir die Frage, ob eine Bismarckstatue wieder auf den Sockel gestellt werden sollte oder nicht, ausklammern mussten. Die Frage hätte uns sonst von Anfang an gespalten", sagt Waninger.

Als eine Hauptaufgabe sieht es Carla Kaiser an, mit der Gemeinschaft das Miteinander zu fördern, Missstände zu beseitigen und "langfristig den Bismarckplatz umzugestalten".

Nach einem intensiven Workshop, in dem die verschiedenen Standpunkte zur Platzerneuerung vorgebracht wurden, seien jetzt konkrete Pläne dafür in Arbeit. "Wir werden den Autoverkehr nicht vom Platz kriegen. Aber wir wollen die Erneuerung Stück für Stück und in Abstimmung mit Politik und Verwaltung in Angriff nehmen", erklärt Carla Kaiser.

"Wir hoffen auf Mittel der Stadt nach 2010."

Götz Waninger

Mehr Grün, mehr Bänke, eine bessere Aufenthaltsqualität, das sei das Ziel. Und dafür sollen auch Stück für Stück Sponsoren gesucht werden, die sich an der Finanzierung beteiligen.

Waninger: "Wir hoffen, dass auch von der Stadt in absehbarer Zeit - etwa ab 2010 - Mittel zur Verfügung gestellt werden."

Neben der Umgestaltung des Platzes arbeitet die Bürgergemeinschaft in drei weiteren Arbeitsgruppen: Kommunikation und Information, Nachbarschaftshilfe und Geschichte des Viertels. Höhepunkt im Leben der Gemeinschaft ist das jährliche Sommerfest im August.

"Musikgruppen aus dem Viertel sind dabei, etwa vom Moltke-Gymnasium, Gastronomen von hier machen mit. Das Fest ist inzwischen fester Bestandteil der Nachbarschaftspflege. Und der Platz ist dabei immer voll", berichtet die Vorsitzende.

Für das kommenden Jahr ist sie mit einem Großsponsor im Gespräch, der eine bekannte Krefelder Jazzband bezahlt, die sich die Bürgergemeinschaft sonst nicht leisten könne.

Zur Jahreshauptversammlung wird die Internetseite frei geschaltet

Bekannt wurde die Gemeinschaft, der heute rund 350 Mitglieder angehören, unter anderem durch die geführten Stadtrundgänge im Viertel, durch den Besuch der jüdischen Synagoge, durch das Adventssingen, den großen Weihnachtsbaum neben dem Sockel, Radtouren, Plätzchenbacken. Informationen werden durch die regelmäßig erscheinende Zeitschrift "Seidenweber" kund getan oder durch den Aushang auf dem Bismarckplatz.

Unter anderem werden Artikel über die historischen Personen veröffentlicht, die hinter Straßennamen stecken. "Die Aktivitäten verbreiten sich immer mehr, werden immer umfangreicher und auch anspruchsvoller", meint der zweite Vorsitzende.

Der vorläufig nächste Höhepunkt wird die Jahreshauptversammlung am 26. Februar sein. Zu diesem Zeitpunkt wird die Internetseite der Gemeinschaft frei geschaltet. Außerdem konnte für die Veranstaltung Ingrid Schupetta, Leiterin der NS-Dokumentationsstelle der Stadt, gewonnen werden.

Diese hat ihr Büro in der Villa Merländer an der Friedrich-Ebert-Straße - auch diese liegt im Bereich des Viertels. Ingrid Schupetta wird zum Thema "Jüdische Familien im Bismarckviertel" sprechen.

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