Ingolf Janke ist derzeit „Einzelkämpfer“ in vier Stadtteilen. Der Hauptkommissar aus dem Flachland liebt Berge und Gletscher.

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Ingolf Janke mit Dienstrad vor der „Wache“ am Hochbendweg: Derzeit betreut der Hauptkommissar vier Stadtteile. (Dirk Jochmann)

Ingolf Janke mit Dienstrad vor der „Wache“ am Hochbendweg: Derzeit betreut der Hauptkommissar vier Stadtteile. (Dirk Jochmann)

Reinhard Niemczyk ist noch erkrankt. Sein Revier ist Forstwald.

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Ingolf Janke mit Dienstrad vor der „Wache“ am Hochbendweg: Derzeit betreut der Hauptkommissar vier Stadtteile. (Dirk Jochmann)

Krefeld-Forstwald. "Die muss ich noch vollstrecken". Schmunzelnd deutet Hauptkommissar Ingolf Janke auf einen Stapel Haftbefehle zu seiner Linken. Ja, auch in Forstwald, beantwortet er die notwendige Frage und schränkt sogleich ein: "Das sind aber keine Kriminellen, sondern Leute, die beispielsweise vergessen haben, ein Knöllchen zu bezahlen." Dass uneinsichtige Zeitgenossen dafür in den "Bau" müssen, findet der 52-Jährige nicht besonders restriktiv: "Wenn keiner seine Ordnungswidrigkeiten, Bußgelder oder Strafbefehle begleichen würde, wie stünde der Staat denn da?"

Ingolf Janke sitzt in einem Büro mit zwei Schreibtischen und zwei Fahrrädern. Das Trekkingrad ist seines: "Ich kann zehn Kilometer immer geradeaus fahren und bin immer noch in meinem Bezirk". Das Mountain-Bike bewegt normalerweise Hauptkommissar Reinhard Niemczyk, der "Dorfsheriff" für Forstwald und Fichtenhain.

Doch derzeit ist der 55-Jährige krank, wird aber bald zurückerwartet. Niemczyk ist das Urgestein in diesem Bezirksteam. Hat noch mit Dieter Tschierschke zusammengearbeitet, einer der "Radler des Jahres" von Krefeld. Seit 1979 ist der Polizeihauptkommissar bei der Behörde, seit 14 Jahren ist er im westlichsten Vorort mit gerettetem Bahnhof stationiert. "Wenn ich mit Reinhardt unterwegs bin, komme ich nicht vorwärts. Er wird überall und von allen angesprochen."

Nun hat Ingolf Janke dieser Tage fünf Martinszüge "am Bein", von denen der "mit Abstand schönste und mit 1600 Teilnehmern der größte" am 13. November durch Forstwald zieht. Das eigentliche Revier des gebürtigen Krefelders ("mein Geburtshaus steht in Tackheide") besteht aus Benrad, Gatherhof und Lindental. Auch hier, selbst in den Wohnblocks von Gatherhof, ist es spürbar ruhiger geworden.

Gatherhof: Wenn Ingolf Janke an den zu kräftig geratenen Sohn, Typ Obelix, einer Großfamilie denkt, kann er heute lachen. "Eine wüste Prügelei. Sohnemann hat schließlich ein Parkverbotsschild aus dem Boden gerissen und damit wild um sich geschlagen". Wenn es sich nicht gerade um einen Kampfsportler handelt, vollstreckt Janke mit seiner Erfahrung von 34 Dienstjahren Haftbefehle alleine. Eines Tages ging ihm der Adressat über den Balkon im Hochparterre stritzen. "Irgendwann habe ich gespürt, dass er wieder in die Wohnung zurückgekehrt war. Ich habe noch mal geklingelt und bin sofort zum Balkon. Er ist mir genau in die Arme gesprungen."

Der Bezirk: Willich, St. Tönis, St. Töniser Straße, Bahn, Gladbacher Straße, Oberschlesien-, Kimplerstraße, Höffgeshofweg, Anrather Straße, Feldweg bis A 44, Fichtenhain (mit Gewerbepark), Grenze Willich.

Leiter Ingolf Janke, Ruf 634 35 91, und Reinhardt Niemczyk, Ruf 634 35 92.

Hochbendweg 81 in Forstwald.

Seine frühe Dienstzeit verbrachte Janke bei der Bereitschaftspolizei. "Bader-Meinhof mit Schleyer-Entführung, die Anfänge des islamischen Terrorismus, das war alles dabei." Als die beiden Jets am 11. September 2001 in die Türme des World Trade Centers flogen, hatte der Krefelder eine Observationsmission in Essen. Denn von 1999 bis 2003 arbeitete er beim nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz.

Das kleine Büro am Hochbendweg zieren ein Postkarten und Urlaubsfotos - zum Beispiel von Gletschern in Kanada und USA. Denn der Flachländer, Vater eines in Dortmund Maschinenbau studierenden Sohnes, ist Globetrotter. Strandurlaube reizen ihn nicht - mehr die Berge. Die Alpen hat er auch schon überquert - zu Fuß.

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