Für Jugendliche fehlt ein Angebot. Der Sommer hat das Problem verschärft.

Schicksbaum. Die Kinder und Jugendlichen wissen nicht wohin in ihrer Freizeit, die Eltern sind frustriert und die Nachbarn auch: Es ist eine schwierige Situation im Wohnblock am Schirkeshof 1-5 in Schicksbaum. Der Wohnblock liegt an einer Spielstraße und hat einen eigenen Spielplatz, auf dem nur die Kinder der Mieter spielen dürfen. Beim Einzug bekamen alle Parteien einen Schlüssel dafür.

Vor drei Wochen ist das Schloss ausgewechselt worden. Seitdem können die Kinder den Spielplatz nicht mehr benutzen. "Ich habe den Hausmeister gefragt, was das soll. Er meinte, dass nur noch Kinder bis fünf Jahre den Spielplatz benutzen dürfen", sagt Sandra Janssen, Mutter von drei Kindern.

Ältere Kinder und Jugendliche hinterlassen Glas im Sand

Die Hausverwaltung Sahle beruft sich darauf, dass der Platz von vornherein nur für kleine Kinder vorgesehen war und dass sich Mieter über Lärm in den späten Abendstunden beschwert haben. "Auf dem Platz befinden sich lediglich ein kleiner Sandkasten und eine kleine Rutsche. Er ist nicht dafür gedacht, dass sich dort ältere Kinder bis abends aufhalten", sagt Wolfgang Maaß von der Hausverwaltung. Für ältere Kinder und Jugendliche stünden öffentliche Plätze zur Verfügung.

Auf denen möchte Sandra Janssen ihre Kinder allerdings nicht spielen lassen. "Häufig liegt dort Glas im Sand, oder es werden Drogenspritzen gefunden. Außerdem halten sich dort viele Jugendliche auf", erklärt sie.

Die Leidtragenden sind die Kinder. "Auf den Spielplatz dürfen wir nicht und auf der Spielstraße vor dem Haus werden wir immer weggeschickt", sagt Angelique-Chantal Janssen (11). Bruder Marvin (13) findet keinen Platz mehr zum Fußballspielen. In den Ferien hat sich die Lage weiter zugespitzt, weil viele der Kinder länger draußen bleiben durften. "Vor allem ältere Anwohner schicken die Kinder weg, weil sie nicht wollen, dass sie vor ihren Türen spielen. Das aber hätten sie wissen müssen, wenn sie in eine Spielstraße ziehen", sagt Janssen.

Das geplante Bürgerhaus soll 2010 fertig sein

Auf insgesamt 275Quadratmeter sollen ein Veranstaltungsraum (120 Quadratmeter), zwei Gruppenräume (je 30), eine Küche (25), ein Material- und ein Stuhllager (je 25) sowie ein Büro- und Besprechungsraum (20) entstehen.

Eine Hälfte es des Gebäudes soll eingeschossig, die andere zweigeschossig errichtet werden. Eine Terrasse soll teilweise überdacht werden.

Entspannen dürfte sich die Lage erst, wenn das geplante Bürger- und Jugendhaus Schicksbaum Realität wird. Dass diese Begegnungsstätte, die auf dem freien Grundstück im Bereich Am Kempschen Weg / Am Schirkeshof errichtet werden soll, dringend notwendig ist, darin sind sich alle Parteien und die Stadt Krefeld einig.

Bei den Gesprächen zwischen dem Fachbereich Jugend und dem ausgesuchten Betreiber, dem Internationalen Bund (IB), hat es jedoch Probleme gegeben. "Der IB hat eine so genannte Overhead-Finanzierung gefordert, also eine 102-prozentige Deckung der Kosten", berichtet Bezirksvorsteher Hans-Josef Ruhland. Das sei angesichts der Haushaltslage strikt abgelehnt worden. "Diese Probleme sind jedoch lösbar", glaubt Ruhland.

Erfolgreich verlaufen sind die Gespräche mit der Wohnstätte, der das Grundstück gehört. "Sie hat einem Tausch mit einem städtischen Grundstück am Kanesdyk zugestimmt", berichtet der Bezirksvorsteher. Gemeinsam mit dem Architekten Hans Brünsing wurden inzwischen auch die Raumaufteilung geplant (siehe Kasten).

Einig ist man sich laut Ruhland in der CDU-Fraktion, dass die geplanten Investitionskosten von 700000 Euro aus dem Topf "Infrastruktur" des Konjunkturpakts bezahlt werden sollten. "Sollte das über die Bühne gehen, könnte der Bau schon in diesem Jahr begonnen werden", sagt der Bezirksvorsteher. Eröffnung wäre dann 2010.

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