Die Musiker feiern in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen. Zurzeit proben sie das Jubiläums-Programm.

Das Zupf-Orchester hat bereits mehrfach erfolgreich an Wettbewerben teilgenommen.
Das Zupf-Orchester hat bereits mehrfach erfolgreich an Wettbewerben teilgenommen.

Das Zupf-Orchester hat bereits mehrfach erfolgreich an Wettbewerben teilgenommen.

Dirk Jochmann

Das Zupf-Orchester hat bereits mehrfach erfolgreich an Wettbewerben teilgenommen.

Krefeld. The Song of Japanese Autumn von Yasuo Kuwahara liegt auf den Notenständern. Es fällt den sieben Musikern nicht leicht, den richtigen Rhythmus der zeitgenössischen Komposition zu finden. Ein schwieriges Stück Arbeit ist es auch für Margarete Hosp, die musikalische Leiterin des Zupf-Orchesters Krefeld, die schnellen Wechsel zwischen den Takten zu dirigieren. Eigentlich eine ganz normale Probe, wie immer am Montagabend im Pfarrheim an der Hülser Straße.

Doch für das Jubiläumsjahr des Zupf-Orchesters Krefeld 1988 gilt es, besondere Konzertprogramme auszuwählen. Für den „Japanischen Herbst“ ist die Entscheidung schon gefallen. „Das machen wir auf jeden Fall im Konzert“, sagt die Dirigentin. Die Qual der Wahl dürfte für die Instrumentalisten mit Mandoline, Mandola und Gitarre groß sein, denn in den Schränken im Probenraum verbergen sich die Noten von mehr als siebenhundert Werken. Jakob Mühlenhaus als Notenwart in Vertretung kennt sich aus und hat die richtigen Ordner schon vorher herausgeholt.

Musiker wollten auf eigenen Füßen stehen – und nicht immer nur üben

Vor 25 Jahren fanden sich begeisterte Amateurmusiker zusammen und gründeten das Orchester, das heute aus zwölf Personen besteht. „Wir waren erst ein Spielkreis der Musikschule. Doch dann kam der Gedanke, sich auf eigene Füße zu stellen und nicht immer nur zu üben“, erinnert sich Mühlenhaus. Man wollte auch mehr Konzerte geben.

Musikalisch war und ist die Gruppe auch heute noch offen für das breite Spektrum, das es an klassischer, zeitgenössischer und volkstümlicher Musik für die Zupfinstrumente gibt. Auch Jazz und Filmmusik werden gespielt.

Den historischen Spieltechniken der alten Meister des 17. und 18. Jahrhunderts, wie zum Beispiel Leone, Denis und Fouchetti, fühlt sich die Gruppe besonders verbunden. Diese Zeit gilt als Blütezeit für die Mandoline. Vor allem in Frankreich, aber auch in Spanien und Italien entwickelten sich musikalische Zentren, in denen besonders die Zupfmusik gepflegt wurde.

Konzerte: 5. 5. Christuskirche (Schönwasserstr. 104), 17 Uhr; 20.7. St. Franziskuskirche (Wielandstraße 15), 19.30 Uhr; 8.12. Kapuzinerkloster (Hülser Straße 574), 17 Uhr; Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.

Auftritte im In- und Ausland gehören für das Zupf-Orchester Krefeld zum Alltag. Erfolgreich hat es bei Orchesterwettbewerben teilgenommen, zum Beispiel in den 1990er Jahren mehrfach den ersten Preis in Neerpelt/Belgien geholt. Ebenso stehen Musikfestivals oder Konzertreisen auf dem Programm. Ganz heimatverbunden unterstützt das Orchester aber auch das Theater Krefeld Mönchengladbach, wenn das für Aufführungen Mandolinen braucht. Die Instrumente gehören schließlich nicht zur „normalen“ Besetzung eines Sinfonieorchesters.

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