Das neue Prinzenpaar Heribert II. und Christina I. wurde inthronisiert.

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Nahmen dem OB den Rathausschlüssel ab: Heribert II. und Christina I. bei der Inthronisation.

Nahmen dem OB den Rathausschlüssel ab: Heribert II. und Christina I. bei der Inthronisation.

Dirk Jochmann

Nahmen dem OB den Rathausschlüssel ab: Heribert II. und Christina I. bei der Inthronisation.

Krefeld. Im kleinen Sitzungssaal machte noch schnell Gina Herrmann der Prinzessin die Haare schön. Kurz zuvor hatten unter anderem viele Männer in langen roten Kutten, es waren rund ein Dutzend Ex-Prinzenpaare, bereits die ersten Glückwünsche und Orden bekommen. Dann wurde es hoch offiziell, ging der Tross der Uniformierten mit den Damen eine Etage höher, wo schon viele Gesellschaften warteten.

Im historischen Ratssaal war der Thron für die neuen Tollitäten Heribert II. (Boosen) und Christina I. (Schwirtz-Lindner) bereitet. Und wie es sich bei einer Inthronisierung in Krefeld gehört (die Proklamation folgt erst noch am 16. Januar) übergab OB Gregor Kathstede den Rathausschlüssel.

Die Prinzessin ist bekannt als „Spatz vom Moritzplatz“

Bei der Prinzessin flossen einige Tränen. Denn für ihre Lieblichkeit, die bereits als Kind in der Tanzgarde der „Oppumer Klante“ das Tanzbein schwang, ging ein Traum in Erfüllung. Vergessen war die Zeit, als zu Beginn der Session händeringend nach einem Prinzenpaar gesucht wurde. Obgleich am Freitag bei einem schwungvollen Medley unter anderem das „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer gespielt wurde. In Anspielung darauf, dass das neuformierte Comitee Crefelder Carneval (CCC) längere Zeit nach infrage kommenden Tollitäten suchen musste.

„Ihr seid alles andere als ein Notnagel“, sagte Kathstede aus voller Überzeugung. Und der OB hatte recht: Den beiden wichtigen Vertretern der Narrenzunft war die Freude über diesen besonderen Tag anzumerken. „Auf dieses Brauchtum zu verzichten, das ging überhaupt nicht“, sagte der 54-jährige Prinz, der seine Lebensgefährtin Christina vor etwa vier Jahren in ihrer „Paulus Klause“ kennen gelernt hatte. Schnell hatten sich die Beiden das närrische Ja-Wort gegeben.

Beide sind karnevalserfahren, lieben die Geselligkeit und die Musik. „Es ist stark, dass ich jetzt auch überall, wo ich möchte, singen darf“, meinte Christina I., die schon lange als „Spatz vom Moritzplatz“ bekannt ist. Dass sie auch ein „Schatz“ ist, zeigte die Prinzessin mit der Erklärung, dass man zukünftig auf Blumenpräsente verzichten wolle, stattdessen um eine kleine Spende für das Krefelder Kinderzentrums „Stups“ bitte.

„Wir wollen auch den Menschen eine Freude machen, die den Krefelder Karneval nicht aus nächster Nähe beobachten können“; erklärte Prinz Heribert II. bei seiner Inthronisation. Man wolle unter anderem viele ältere und kranke Menschen besuchen. Und speziell auch an die Kinder denken, denen es nicht so gut geht. Das Prinzenpaar hatte schon das Krefelder Kinderzentrum „Stups“ und Oberin Karin Meincke besucht.

Gestern war ein besonderes Heimspiel für das Narren-Paar. Er kommt aus Hüls, arbeitet im Gesamtpersonalrat der Stadt Krefeld und ist vielen noch als „Eismeister“ in der Rheinlandhalle bekannt. Dort spielte lange Zeit der Lieblingsverein der Tollitäten, der KEV. In die gelb-schwarzen Stadt- und KEV-Farben war gestern auch die kleine Bühne gehüllt, auf der das Paar mit seinen zwei Adjutanten und fünf Ministern die Glückwünsche entgegen nahm. Auch ein Schornsteinfeger war dabei: Erwin Latz, der den Beiden Glück bringen sollte.

Gedanken über die Zukunft von OB Kathstede

Erst wider- dann aber auch bereitwillig gab der Oberbürgermeister den Rathausschlüssel aus der Hand. Prinz Heribert II. dankte ihm für sein Engagement um das Fortbestehen des Krefelder Rosenmontagszuges, machte sich aber auch mit seinem kleinen Kabinett Gedanken um die Zukunft von Kathstede, der im Oktober nicht wieder kandidieren wird. Nach einer humoristischen Kurz-Bewerbung standen drei zukünftige Aufgabengebiete zur Auswahl: Aufseher im Kaiser-Wilhelm Museum, Gebäudereiniger oder Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes, mit spezieller Zuständigkeit für den Straßenstrich. „Okay, aber nicht als Kunde“, schmunzelte der OB und nahm das letzte Angebot an.

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