Frühaufsteher aus ganz NRW und den Beneluxländern sind gekommen, um die Altstadt und die Natur des Inrather Bruchs zu erkunden.

Hüls
Die Radsportabteilung des Hülser SV wandert gemeinsam durch das Inrather Bruch.

Die Radsportabteilung des Hülser SV wandert gemeinsam durch das Inrather Bruch.

Dirk Jochmann

Die Radsportabteilung des Hülser SV wandert gemeinsam durch das Inrather Bruch.

Hüls. Im Heinrich Jöppen-Haus am Herrenweg herrscht am Sonntag reger Durchgangsverkehr. Mehr als 260 naturbegeisterte Frühaufsteher sind der Einladung des Wanderclubs „Frisch Auf“ Hüls gefolgt und haben um 7 Uhr morgens zu Fuß Feld und Flur erkundet. Für eine Pause legen sie im Jöppen-Haus ihre Wanderstöcke beiseite und stärken sich im Basislager mit Brötchen, Kuchen und Frikadellen. Auch das eine oder andere Pils wird sich genehmigt.

Die Wanderer können sich zwischen drei Distanzen entscheiden

Der 26. Internationale Volkswandertag hat Menschen aus ganz NRW und den angrenzenden Beneluxländern nach Krefeld gelockt. Bereits um sieben Uhr morgens hat es viele Wanderer in die von Eschen und Schwarzerlen geprägten Wälder des Hülser Bruchs verschlagen.

Die in drei Distanzen gegliederte Laufstrecke führt außerdem zum Hülser Berg und zum Inrather Bruch. Aber auch der historische Ortskern Hüls’ ist ein alljährlicher Teil der Wanderstrecke. „Wandertage wie heute finden am Wochenende im ganzen Bundesgebiet statt“, erklärt der stets zu Scherzen aufgelegte Organisator Hans Decku. „Unser Verein ist an den Deutschen Volkssportverband gekoppelt. Alle hier erworbenen Punkte und Medaillen gehen mit in die Gesamtwertung ein.“

Der Altersdurchschnitt liegt etwa bei 65 Jahren

Sechs, zwölf oder gar 20 Kilometer gilt es für die Wanderer zu bewältigen. An drei Kontrollpunkten sind Wasser und Tee für die Teilnehmer bereitgestellt worden. 30 ehrenamtliche Helfer sorgen dabei für einen reibungslosen Ablauf. Die volle Distanz von 20 Kilometern haben sich nur 60 Wanderer zugemutet. Eine Erklärung dafür könnte auch das Alter der Teilnehmer sein. „Der Altersdurchschnitt liegt heute bei etwa 65 Jahren“, sagt Decku. „Junge Menschen sind in Deutschland nur schwer fürs Wandern zu begeistern. Das liegt daran, dass Eltern ihren Kindern das Ganze nicht schmackhaft machen. Sie sollten die Wanderung zu einer Art Schnitzeljagd umgestalten, so wird ein ganz anderer Anreiz geschaffen. Damit haben mich meine Eltern fürs Wandern begeistern können.“

„Früher waren meine Kinder auch dabei, die haben aber heute keine Lust mehr.“

Paul-Josef Vilz

Menschen diesseits der 60 sind wahrlich schwer zu finden. Auch Familien mit Kindern sind nicht am Start. Dafür hat sich ein langjähriger Freundeskreis aus Köln und Bad Münstereifel in Hüls zusammengefunden. „Wir treffen uns jedes Wochenende zu Wanderungen in ganz Nordrhein-Westfalen“, erzählt Michael Kubis. „Ich kann zwar seit zehn Jahren nicht mehr richtig laufen“, sagt Horst Hinkemann, „aber ich lasse es mir nicht nehmen, trotzdem zu den Veranstaltungen zu kommen. Hier treffe ich immer nette Leute.“

Der Wanderclub „Frisch Auf“ 83 Hüls hat 60 Mitglieder und sucht Verstärkung. Der Jahresmitgliedsbeitrag beträgt 20 Euro. Interessierte können jederzeit auch probeweise mit wandern.

Kontakt und Informationen über den Verein gibt es bei Vorstand Hans Decku unter Telefon 731 985. Ein Anmeldeformular und weitere Informationen gibt es auch im Internet unter:

www.wanderclub-frischauf.de

Auch Paul-Josef Vilz kann auf das Wandern am Wochenende nicht verzichten. „Früher waren meine Kinder auch dabei, die haben aber heute keine Lust mehr“, sagt der Rentner achselzuckend. Zwölf Kilometer sind Vilz und Kubis heute gelaufen. Eine kurze Strecke, wie sie finden. „Über Pfingsten habe ich zusammen mit meiner Frau 250 Kilometer in zehn Tagen hinter mich gebracht“, erzählt Vilz sichtlich stolz, „ohne die Bewegung würde mein Körper anfangen zu rosten.“

Der im Jahre 1983 gegründete Wanderclub Hüls bietet ganzjährig Wanderungen in der hiesigen Natur an und freut sich über jedes neue Mitglied, das zum Stamm der 50 aktiven hinzukommt. „Das gemeinsame Beisammensein steht neben der körperlichen Ertüchtigung im absoluten Vordergrund“, sagt Decku. „Bei uns ist jeder herzlich willkommen.“

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