Am WZ-Bus beschwerten sich die Anwohner über den schlechten Zustand der Straße.

Völlig kaputt ist die Straße Schroersdyk.
Völlig kaputt ist die Straße Schroersdyk.

Völlig kaputt ist die Straße Schroersdyk.

Dirk Jochmann

Völlig kaputt ist die Straße Schroersdyk.

Inrath. In einem wahrlich nicht berauschenden Zustand ist der Schroersdyk am Inrath. Eine kleine Regenschauer genügt, um die Straße in eine Seenlandschaft zu verwandeln. Am WZ-Bus stritten die Anwohner darüber, wie die Stadt die Straße denn nun ausbauen soll.

Gerne erinnert sich Rudolf Bienert an die Zeit zurück, zu der an den Straßerändern große Birken standen, die aber aus Wassermangel abgestorben sind. Diesen Alleen-Charakter wünscht er sich zurück. "Dass sie bei Regen nicht mehr trockenen Fußes von einer zur anderen Seite kommen, muss dringend verbessert werden", sagt Bienert. Dafür sei er bereit, seinen Beitrag zu leisten.

Auch Otto Deschner (88) und seine Frau Irma kennen den Schroersdyk schon seit Jahrzehnten. "Es hat sich viel getan. Aber der Zustand, wie er jetzt herrscht, lässt zu wünschen übrig." Der Stadt müsse endlich Druck gemacht werden, damit etwas passiert.

"Der Ausbau hätte viel früher kommen müssen, als es auf unserer Straße noch viele Kinder gab", kritisiert Ingeborg Köpke. Jetzt wolle man den gealterten Anwohnern hohe Gelder aufbürden, die viele nicht aufbringen können.

"Ich rechne mit 15000 bis 20000 Euro je Grundstück. Dafür müssen einige einen Kredit aufnehmen", weiß sie und plädiert für einen günstigeren, einfachen Ausbau. "Gegen einen dörflichen Charakter, wie von der Stadt angekündigt, hätte ich nichts." Von Parkbuchten wie sie etwa am Horstdyk geschaffen worden sind, hält sie nichts. "Das brauchen wir hier nicht."

Horst Wenholt, der auf eine Gehhilfe angewiesen ist, berichtet: "Sie müssen hier den Dreisprung beherrschen, wenn sie nach Regenfällen die Straße nutzen wollen." Er fragt sich, warum der Schroersdyk nur bis zum Horstdyk ausgebaut werden soll. Der Rest der Straße müsse in gleicher Weise ausgebaut werden. Vorbild könnte seiner Meinung nach der Krüllsdyk sein. "Dort gab es ähnliche Probleme, aber die sind jetzt behoben."

Die Grundstückseigentümer mussten vor vielen Jahren auf einen Teil ihrer Vorgärten verzichten mussten, damit der Schroersdyk entsprechend breit ausgebaut werden kann, berichtet Heinz Kuypers. "Wenn er wirklich auf der vollen Breite ausgebaut wird, wird er zur Rennstrecke in Richtung Sportplatz."

Vor allem über mögliche Kosten will Theo Winkels informiert werden. In der Gegend würden viele Rentner wohnen, die weniger Geld zur Verfügung haben. "Mit uns hat bisher keiner über einen Ausbau gesprochen." Eine neue Straßendecke hält er für notwendig. "Die Baufahrzeuge haben alles zerdeppert."

Ein Bild von einer großen Pfütze vor ihrem Haus im Juni 2008 hat Wilma Schneider mit zum WZ-Bus gebracht. "Meine Tochter Lea ist an diesem Tag zum Eisessen nach Hüls gefahren. Als sie zurückkam, konnte sie unser Haus trockenen Fußes nicht mehr erreichen." Einige Nachbarn, die hartnäckig gekämpft hätten, haben in den vergangenen Jahren eine Regensenke vor ihrem Haus erhalten. Das müsse endlich überall passieren, meint sie. "Dabei brauchen wir keine Prachtstraße."

Ähnlich sieht das Marianne Schlangen. "Die Fahrbahndecke muss ordentlicher werden, vielleicht auch etwas breiter, das reicht schon." Und wenn, dann solle auch der gesamte Schroersdyk saniert werden.

Ute Hip, die das Eckgrundstück Schroersdyk/Horstdyk bewohnt, hat bereits beim Ausbau des Horstdyks Erschließungsbeiträge zahlen müssen und plädiert beim Schroersdyk für einen günstigen Ausbau. "Pflasterung lehne ich ab. Aber trocken über die Straße kommen möchte ich in absehbarer Zeit", sagt sie.

Den Ausbau für erforderlich und wünschenswert hält Christof Baldus. Allerdings sollte nichts überstürzt und über die Köpfe der betroffenen Bürger entschieden werden.

Der Bürgerverein Inrath ist ebenfalls im Thema. Dierk Steegmann will aber nicht Partei ergreifen. "Ich sage mal so, wir äußern uns differenziert zurückhaltend." Schon mehrere Bürger seien an den Verein herangetreten. "Die einen sagen, ,wir kommen mir der derzeitigen Situation zurecht’. Die anderen sagen, ,es muss ausgebaut werden und wir sind bereit, auch zu zahlen.’"

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