Anwohner wehren sich gegen das Projekt an der St. Huberter Landstraße. Sie machen planerische Mängel geltend.

Hüls
Die Anwohner Alfred Winkes (links) und Pierre Sommet sammeln Unterschriften gegen den Lidl-Bau. Archiv

Die Anwohner Alfred Winkes (links) und Pierre Sommet sammeln Unterschriften gegen den Lidl-Bau. Archiv

Dirk Jochmann

Die Anwohner Alfred Winkes (links) und Pierre Sommet sammeln Unterschriften gegen den Lidl-Bau. Archiv

Hüls. Umstritten bleibt der beantragte Umzug des Hülser Lidl-Marktes von der Kempener Straße zur rund 200 Meter nördlich davon gelegenen St. Huberter Landstraße. An die Volksbank angrenzend will Lidl dort einen Markt mit 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 89 Parkplätzen errichten.

Der Discounter argumentiert, dass die seit 1995 an der Kempener Straße beheimatete Filiale mit ihren Flächen „nicht mehr zukunftsträchtig“ sei. Mit dem Umzug und dem Neubau solle die „wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung in Hüls gestärkt und die Funktionalität des Stadtteilzentrums nachhaltig gesichert werden“.

Interessengemeinschaft sorgt sich, dass der Verkehr zunimmt

Das zu errichtende Ladenlokal, so betont Lidl weiter, „entspricht der neuesten Filialgeneration und weist ein Höchstmaß an ökologischer Nachhaltigkeit auf“. Es handele sich dabei um ein „Green Building“, das nicht beheizt werden muss, 30 Prozent weniger CO2 ausstößt und zehn Prozent weniger Strom verbraucht. Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB, Stuttgart/Berlin) habe dieses umweltfreundliche Konzept ausgezeichnet.

Gegen das zu erwartende Verkehrsaufkommen durch Kunden und Anliefer-Lkw wehrt sich die jüngst gegründete „Interessengemeinschaft“, die vom Anlieger Alfred Winkes initiiert wurde.

Der Installations- und Heizungsbauer, dessen Haus und Werkstatt unmittelbar an den geplanten Standort angrenzen, führt neben den ökologischen Aspekten auch planerische Argumente ins Feld. „Der Plan stimmt nicht mit den Grenzen des Zentrenkonzepts überein“, ist sein Einwand.

Das Verfahren zu dem Bebauungsplan 778 (V) ist noch nicht so weit gediehen, dass eine Bürgerbeteiligung stattfinden kann. Dennoch laden Bezirksvorsteher Philibert Reuters und der Fachbereich Stadtplanung am Dienstag, 15. Januar, um 18 Uhr, zu einer Infoveranstaltung ins Hülser Rathaus ein. „Wir merken dass das Interesse groß ist, deshalb wollen wir jetzt mit den Bürgern ins Gespräch kommen“, erklärt Walter.

Neben den städtischen Planern werden auch das vom Discounter beauftragte Planungsbüro und der Vorhabenträger anwesend sein.

Anwohner befürchten, dass durch den Umzug des Lidl-Markts auch das Verkehrsaufkommen an der St. Huberter Landstraße steigt. Wie sehen Sie das? Sagen Sie Ihre Meinung am WZ-Mobil . Es kommt am Mittwoch, 16. Januar, 14 bis 15 Uhr an die St. Huberter Landstraße 2. Wer verhindert ist, schicke ein Fax an 855-2824 oder eine Mail an stadtteile@wz-krefeld. de

Das Konzept sehe Einzelhandel südlich der Volksbank (frühere Turnhalle) vor, während Lidl westlich der Volksbank in einem reinen Wohngebiet eine überbaute Gesamtfläche von 1900 Quadratmetern plane.

„Wir werden entsprechende Korrekturen im Zentrenkonzept vornehmen.“

Ludger Walter, Stadtplaner

Stadtplaner Ludger Walter bestätigt das auf Anfrage. „Das geplante Projekt stimmt nicht ganz mit den Grenzen des Zentrenkonzeptes überein. Deshalb werden wir im Zuge des Bewilligungsverfahrens des Bebauungsplanes entsprechende Korrekturen im Zentrenkonzept vornehmen.“

Walter verweist darauf, dass der Vorhaben bezogene Bebauungsplan wie üblich im Laufe dieses Jahres offen gelegt werde. Einwände, wie sie Winkes „Interessengemeinschaft“ vorbringe, könne dann jedermann zu Protokoll geben.

Unterschriftenliste gegen das Projekt

Das aber will Winkes, früher Vorsitzender des Bürgervereins Hüls, nicht abwarten. „Die Projektbezogenheit des Planes erlaubt der Verwaltung, manche Genehmigungsschritte unter den Tisch zu kehren. Deshalb mobilisieren wir jetzt schon die Öffentlichkeit.“

Unter anderem forciert Winkes die Unterschriftensammlung gegen das Projekt. Und Winkes verweist auch auf alternative Standorte: „Es ist ja nicht so, als gäbe es keinen anderen Standort. Geeignet wäre zum Beispiel die Fläche hinter dem Edeka-Parkplatz.“ Dort stehen alte, marode Industriebauten. „Hier könnten die Bürger zentral von einem Parkplatz aus in drei Märkten Einkäufe erledigen“, sagt Winkes. Und erklärt, dass auch Edeka eine Verlagerung zu diesem Standort befürworten würde.

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