Die Kirchengemeinden pflegen Partnerschaften mit Christen in aller Welt. Zum Neujahrsempfang berichtete Dr. Klaus Broicher über die jüngste Partnerschaft.

Hüls
Dr. Klaus Broicher behandelt ehrenamtlich Menschen in der nigerianischen Gemeinde Nkpologwu.

Dr. Klaus Broicher behandelt ehrenamtlich Menschen in der nigerianischen Gemeinde Nkpologwu.

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Dr. Klaus Broicher behandelt ehrenamtlich Menschen in der nigerianischen Gemeinde Nkpologwu.

Krefeld-Hüls. Zum 20. Neujahrsempfang der Hülser Kirchengemeinden kommen so viele Gäste ins Heinrich-Joeppen-Haus, dass einige sogar auf dem Gang stehen müssen. „20 Jahre ist Pfarrer Paul Jansen jetzt bei uns und 20 Jahre liegen die Straßenbahnschienen ungenutzt Auf dem Graben“, erwähnt Pfarrgemeinderat Norbert Cleve weitere „Jubiläen“ in seiner launigen Begrüßung. Der Empfang steht diesmal unter der Überschrift „Partnerschaften“.

Gute Kontakte innerhalb Deutschlands und in alle Welt

Andere Länder sehen, neue Bräuche erfahren, voneinander lernen und profitieren; die Hülser Kirchengemeinden pflegen gute Kontakte innerhalb Deutschlands und in alle Welt. Der älteste und am nächsten gelegene besteht zur evangelischen Gemeinde in Straupitz im Spreewald.

„Zuerst bestand die Partnerschaft aus Briefen und Päckchen, die wir in den Osten schickten“, berichtet Adelheid Krampe. „Es war eine ,Einbahnstraße‘. Erst 1986 kam ein Gemeindepfarrer zu uns, als er zur Silberhochzeit seines Bruders ausreisen durfte. Seit 1990 reisen wir in beide Richtungen und können so die Freundschaften vertiefen.“ 2008 feierte die Partnerschaft bereits ihr 50-jähriges Bestehen.

Rainer Ollesch berichtet über die „tourismusferne Gegend Humbang in Indonesien.“ Seit über 25 Jahren gebe es hier Kontakte durch „die Begegnung zweier Christen in der weltweiten Kirche“. Viele Besuche habe es in dieser Zeit gegeben. „Das Kernstück unserer Partnerschaft ist Durchhaltevermögen und ein guter Magen“, so Ollesch. „Wenn man dreimal täglich Reis isst, sehnt man sich nach einem Brötchen mit Leberwurst.“

Die jüngste Partnerschaft, die eine große Eigendynamik entwickelt hat, besteht zur nigerianischen Gemeinde Nkpologwu. Doktor Klaus Broicher weilt oft in dem kleinen Dorf, das zur Biafra-Republik gehörte. „Wir haben dort ein Krankenhaus mit medizinischem Gerät aus Deutschland eingerichtet, das wir per Container dorthin verschifften“, berichtet der Arzt.

Die Ev. Kirchengemeinde Hüls und ihre katholische Schwestergemeinde St. Cyriakus bieten seit Jahren Ökumenische Gemeinde- und Schulgottesdienste sowie Trauungen an.
 

„Die Krankheiten dort sind Malaria, Tuberkulose und Aids, aber auch Diabetes und Schlaganfälle“, erzählt Broicher. Die Kinder der Schule an der Burg machen sich seit einiger Zeit für die Partnerschaft stark. Sie schreiben sich gegenseitig Briefe, für die Broicher als „Postbote“ dient und sammeln das Schulgeld für zehn afrikanische Kinder. Rund fünf Jahre besteht hier der Kontakt.

Bezirksvorsteher Philibert Reuters zeigte sich in seinem Grußwort beeindruckt vom Engagement der Bürger. Er wünscht sich, dass sie in ihrem Bemühen nicht nachlassen und die Partnerschaft vor allem mit den ärmeren Ländern weiter beleben.

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