Vier Familien haben am Michelsdyk zehn Jahre lang ein Straßenfest organisiert. Dabei sind viele Freundschaften entstanden.

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Das Straßenfest am Michelsdyk (unten) hat die Familien Görtz und ihre Nachbarn (oben) zusammen geschweißt.

Das Straßenfest am Michelsdyk (unten) hat die Familien Görtz und ihre Nachbarn (oben) zusammen geschweißt.

Andreas Bischof/Privat

Das Straßenfest am Michelsdyk (unten) hat die Familien Görtz und ihre Nachbarn (oben) zusammen geschweißt.

Krefeld. Am Michelsdyk sind Nachbarn zu Freunden geworden. Zusammengeschweißt hat die Familien Görtz, Brüggen, Samtleben und Fingskes das alljährliche Straßenfest, welches sie zusammen mit vielen helfenden Händen vom Michelsdyk von 1998 bis 2007 auf die Beine stellten. Unter dem Motto "Nachbarn kennenlernen" gab es Kuchen, Gegrilltes, eine Tombola und geselliges Miteinander nicht nur für Anwohner des Michelsdyk.

"Wir wollten ja auch ein wenig Geld zusammenbekommen", sagt Horst Görtz. Denn ab 2001 flossen die Erlöse des Festes als Spenden beispielsweise an den Verein "Sonne, Mond und Sterne" oder an die Stiftung Krefelder Herzchirurgie. Fast 5000 Euro kamen so im Laufe der Jahre zusammen. Besonders die große Tombola war in jedem Jahr ein Publikumsmagnet. Das lag vor allem an den hochwertigen Gewinnen. "Wir hatten viele Preise mit einem Wert von über 20 bis hin zu 70 Euro", sagt Horst Görtz. Einmal gab es sogar eine Reise nach Gerolstein zu gewinnen.

Doch nicht nur der Reiz einen schönen Preis zu gewinnen, lockte die Menschen auf den Michelsdyk. Zu sehen gab es beim viel: Beim zehnten Nachbarschaftsfest vor zwei Jahren stand ein Klavier mitten auf der Straße. Der Bäcker-Gesangsverein (Karl Fingskes arbeitet als Bäcker) sorgte für gute Unterhaltung und den ungewöhnlichen Anblick.

Außerdem ließ es sich auf den Sitzbänken unter den Pavillons vorzüglich klönen. "Gerade die älteren Menschen waren immer sehr froh, dass sie mit dem Fest einen Treffpunkt und eine Abwechslung hatten. Da wurden sehr oft alte Geschichten ausgetauscht", erinnert sich Hans-Willi Brüggen.

Heute ist das Nachbarschaftsfest selbst Geschichte, die bunten Fähnchen, welche in jedem Jahr quer über die Straße gespannt wurden, wehen nicht mehr über dem Michelsdyk. "Wir sind leider keine 18 mehr, so ein Fest macht ja auch viel Arbeit, obwohl wir immer viel Hilfe hatten", erklärt Achim Samtleben.

Das Fest findet nicht mehr statt - die Freundschaft ist geblieben

Der Rentner betont, dass die Gemeinschaft der Nachbarn nicht mit dem Fest beendet wurde: "Da meine Frau Rosel keinen Führerschein besitzt, haben mich meine Nachbarn schon oft ins Krankenhaus gefahren. Das kennzeichnet den Geist einer Freundschaft."

Horst Görtz, der mit seiner Frau Elisabeth im Haus Nummer 18 wohnt und Hans-Willi Brüggen aus Haus Nummer 23 kannten sich schon als Kinder. Umso größer war die Überraschung, als Familie Görtz 1989 in den Michelsdyk zog, wo die Familie Brüggen schon wohnte.

Ebenfalls im Haus Nummer 18 lebt Karl Fingskes, der unter den Freunden nur "Charly" gerufen wird. Der 57-Jährige weiß, was er an seinen Nachbarn hat: "Wir sind füreinander da. Durch das gemeinsame Organisieren des Straßenfests ist unsere Freundschaft unheimlich gewachsen."

Regelmäßig grillen die Freunde gemeinsam und Geburtstage werden selbstverständlich mit den Nachbarn gefeiert. So auch an diesem Nachmittag am Michelsdyk. "Nachher grillen wir wieder", sagen die Nachbarn. Diesmal ist "Charly" der Gastgeber. Aus den Nachbarn sind in 20Jahren nicht nur gute Freunde geworden, sondern auch Vorbilder für andere Nachbarschaften.

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