Vor 20 Jahren wurde in der DDR ein Zentrum für Kinder gegründet. Aufbau-Hilfe kam aus der Seidenstadt.

Das Montessori-Kinderhaus in Krefeld: Vorbild für den Kindergarten in Annaberg.
Das Montessori-Kinderhaus in Krefeld: Vorbild für den Kindergarten in Annaberg.

Das Montessori-Kinderhaus in Krefeld: Vorbild für den Kindergarten in Annaberg.

Dirk Jochmann

Das Montessori-Kinderhaus in Krefeld: Vorbild für den Kindergarten in Annaberg.

Kliedbruch. Das Montessori-Zentrum Krefeld ist Vorbild für das Montessori-Zentrum in Annaberg-Buchholz. In der vergangenen Woche haben zehn Lehrer an der Krefelder Montessori-Gesamtschule hospitiert. Sie wollen eine weiterführende Schule am Montessori-Zentrum in Annaberg aufbauen.

Dass sich die Pädagogen in Krefeld umschauen, hat Tradition: Schon vor 20 Jahren wurde das Montessori-Konzept exportiert - in die DDR. Der Kontakt zu Annaberg kam durch einen Pastor zustande, der zu Zeiten der DDR in der Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) im Austausch mit einem dortigen Pastor stand.

"Wir wollten einen christlichen Kindergarten eröffnen und waren auf der Suche nach einem pädagogischen Konzept, das zu unseren Vorstellungen passte", erklärt Bettina Simon, Leiterin des Kinderhauses in Annaberg. Deshalb kam es im Oktober 1989 zu einem Treffen mit Margret Möller, Leiterin des Montessori-Kinderhauses in Krefeld.

Etwa ein Jahr später wurde der Montessori-Kindergarten eröffnet. Die Erzieher und Eltern waren noch mit dem Gedankengut erzogen worden, dass das Kollektiv im Mittelpunkt steht. Das neue pädagogische Konzept stand im radikalen Gegensatz dazu: Die Montessori-Pädagogik gibt Kindern die Freiheit, Entscheidungen selbst zu treffen, dadurch soll ihre Individualität, Eigenverantwortung und ihr Selbstvertrauen gestärkt werden. "Die Vereinheitlichung und Militarisierung begann in der DDR schon im Kindesalter, deshalb war hier ein nahrhafter Boden für das Konzept", erklärt Simon.

Um mit den Methoden vertraut zu werden, kamen schon in den 90er Jahren Erzieherinnen aus Annaberg nach Krefeld, um das Konzept kennen zu lernen. "Ein Satz der mir im Gedächtnis geblieben ist, war: Die Freiheit, die ihr den Kindern gebt, haben wir nicht in uns", erinnert sich Möller. "In Krefeld liegen unsere Montessori-Wurzeln, sie haben uns das erste Material gebracht und haben uns viel Zeit und Gastfreundschaft geschenkt", sagt Simon.

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