Auch bei der 15. Auflage des von der Stadt organisierten Seifenkistenrennens gilt: Wer die S-Kurve meistert, hat Chancen auf die beste Zeit. Doch nicht allen geht es nur um Geschwindigkeit.

Seifenkisten, Seifenkistenrennen 2015, Hülser Berg; Rennen
Los geht’s: Von der Rampe auf dem Hülser Berg starteten am Sonntag kleine und große Piloten in ihren fantastischen Seifenkisten. Foto: Andreas Bischof

Los geht’s: Von der Rampe auf dem Hülser Berg starteten am Sonntag kleine und große Piloten in ihren fantastischen Seifenkisten. Foto: Andreas Bischof

Bischof, Andreas (abi)

Los geht’s: Von der Rampe auf dem Hülser Berg starteten am Sonntag kleine und große Piloten in ihren fantastischen Seifenkisten. Foto: Andreas Bischof

Krefeld. Was die berühmte Kurve Eau Rouge beim Grand Prix in Belgien für die Formel 1 ist, ist die S-Kurve am Hülser Berg für Seifenkistenpiloten. Die anspruchsvolle Schikane verlangt Lenkung und Bremse alles ab. Auch bei der 15. Auflage des von der Stadt organisierten Seifenkistenrennens gilt: Wer die S-Kurve meistert, hat Chancen auf die beste Zeit.

Doch nicht alle der 56 Fahrer, die am Sonntag mit 35 Kisten zum Rennstieg gekommen sind, wollen die Schnellsten sein. Viele möchten mit einer kreativen Kiste den Jux-Wettbewerb gewinnen. Dazu gehören Adrian, Tobi und Tom. „Wir werden Musik machen, während wir runter fahren“, sagt der 18-Jährige Adrian. Mit Gitarre und Schlagzeug passen die Musiker in ihre XXL-Kiste.

„Ein bisschen Aufregung ist da. Wir haben die Abfahrt nie testen können“, sagt Tobi kurz vor dem Start. Allen Befürchtungen zum Trotz ist die Tour ins Tal ein Erfolg. Unter dem Applaus von mehreren hundert Zuschauern am Streckenrand spielen die Jungs „Highway to hell“.

Genug Zeit, um den Rockklassiker auszuspielen, haben sie. Schließlich braucht der Musikexpress für die 500 Meter lange Abfahrt gut drei Minuten. Nicht weniger kreativ aber deutlich sportlicher ist Marlons Auftritt. Seine Kiste, die „Wilde Hilde“, ist mit Federn und Stoff im Hühnerlook gestaltet. Zudem trägt der Elfjährige im Cockpit eine Hühnerverkleidung.

Marlons Eltern haben beim Bau kräftig mitgeholfen. „Ich komme aus Hüls und habe schon als Kind die Seifenkistenrennen gesehen“, sagt Mutter Gabriele. Für seine Fahrt braucht Marlon 43 Sekunden. Er gehört zu den Startern die Geschwindigkeiten von rund 50 Stundenkilometern erreichen. Malte, Luis und Elias haben mit einem Defekt zu kämpfen.

Der schnellste Fahrer beim Seifenkistenrennen am Hülser Berg war Aaron Lense mit einer Zeit von 29, 59 Sekunden. Den zweiten Rang belegte Frank Schlegel mit 31,4 Sekunden. Felix Stiegels benötigte 0,37 Sekunden mehr und wurde Dritter. In der Jux-Wertung wählte eine Jury den kunterbunten Einhornwagen von Queer Baldur zum schönsten Gefährt. Der Wagen ging für den schwul-lesbischen Jugendtreff „together“ an den Start. Zweiter wurde Marlon Brand in seinem Boliden im Hühnerstil, der „Wilden Hilde“. Der „Bananen-Bob“ des Oppumer Jugendhauses „Kagawa“ holte Rang Drei.

Sie haben ihren Boliden gemeinsam in einer Jugendgruppe der Herz Jesu Pfarre Königshof gebaut. Elias kommt bei seiner Fahrt von der Bahn ab. Ein kaputter Reifen und Schrammen am Wagen sind die Folge. Rasch richtet Gruppenbetreuer Georg Waldor die Kiste mit der Bohrmaschine wieder her, damit die anderen noch antreten können: „Wir sind ein bisschen vorbereitet und haben Material dabei.“

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