Nach vier Jahren als Leiter des Golfclubs Elfrather Mühle hat Til Landwehrmann den Job an seinen Vater zurück übergeben.

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Til Landwehrmann war seit 2005 Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Golfclubs Elfrather Mühle. (Archiv

Til Landwehrmann war seit 2005 Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Golfclubs Elfrather Mühle. (Archiv

Andreas Bischof

Til Landwehrmann war seit 2005 Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Golfclubs Elfrather Mühle. (Archiv

Traar. Er ist als "Deutschlands jüngster Golfplatz-Manager" von den Medien gefeiert worden. Im Jahr 2005 hat Til Landwehrmann, damals 29 Jahre alt, die Leitung des Golfclubs Elfrather Mühle von seinem Vater Friedrich übernommen. Für viele überraschend hat der Senior zum Jahreswechsel die Zügel wieder an sich gerissen, der Sohn hat sein Amt als Geschäftsführer zum 31. Dezember niedergelegt.

Im Gespräch mit der WZ gibt sich Til Landwehrmann wortkarg. Er bestätigt den Rückzug als Chef der Betreibergesellschaft, äußert sich aber nicht zu den Gründen, warum nach vier Jahren wieder der Vater die Geschäfte übernimmt. Klar wird im Gespräch: Freiwillig erfolgt der Rückzug des Juniors nicht.

Bisher hat der in Düsseldorf geborene und seit dem Jahr 2006 in Krefeld lebende Kaufmann nach eigener Aussage keinen anderen Job. Ob die Ablösung im Zusammenhang mit den Protesten der Traarer gegen die geplante Wohnbebauung auf dem Golfplatz steht, will er ebenfalls nicht sagen.

Nun machen in Traar Gerüchte die Runde, Friedrich Landwehrmann wolle den gesamten Golfplatz rund um die Elfrather Mühle verkaufen. Für eine Stellungnahme ist er nicht erreichbar, der gesamte Betrieb an der Elfrather Mühle ruht bis zum 11. Januar, verlautbart eine Frauenstimme auf dem Anrufbeantworter der Geschäftsstelle.

Nach WZ-Informationen hat Landwehrmann Senior in den vergangenen Wochen in der Politik um das Projekt Wohnen am Golfplatz geworben, bis zu 50 Villen sollen nördlich des Friedhofs und östlich der Straße An der Elfrather Mühle errichtet und vermietet werden.

Gespräche zum Wohnprojekt wurden auf die Zeit nach der Wahl verlegt

Sie wurde 1823 gebaut und entwickelte sich in den 1980er Jahren zur Ruine. Anfang der 1990er Jahre erwarb die Familie Landwehrmann die Mühle und einige Ländereien drumherum, restaurierte die Mühle und baute den Golfplatz.

Schon im Sommer hieß es, ohne dieses exklusive Angebot und eine Erweiterung um neun weitere Löcher sei ein rentabler Betrieb des Golfclubs langfristig nur schwer möglich. Nach den Protesten von Bürgern, die kein eigenes Wohngebiet außerhalb der gewachsenen Bebauung wollen, tun sich die Fraktionen jedoch sehr schwer mit dem Projekt. Weitere Gespräche wurden auf die Zeit nach der Kommunalwahl verschoben.

Seine eigene Zeit als Geschäftsführer des Golfplatzes beurteilt Til Landwehrmann als durchaus erfolgreich. Die Mitgliederbasis bezeichnet er, ohne Zahlen zu nennen, als gut. Die Zahl der Mitglieder liegt nach WZ-Informationen bei etwa 700. "Wir haben die Qualität unserer Anlage und unseres Services in den vergangenen Jahren steigern können", meint der 33-Jährige.

Allerdings hat sich die Gastronomie nicht so entwickelt wie erhofft. Der Vertrag mit der bisherigen Pächterin wurde deshalb nicht über das Jahresende 2008 hinaus verlängert. Der oder die Pächter sollen die Gastronomie in Zukunft wieder selber betreiben. Erste Änderungen sind bereits sichtbar: Derzeit arbeiten Handwerker in der Mühle und den Anbauten. Mit den Umbauten sollen vor allem Besucher von außerhalb angelockt werden.

Beim Bürgerverein registriert man den Wechsel vom Junior zurück zum Senior Landwehrmann mit Bedauern. "Für die gesamte Diskussion um den Golfplatz und das Verhältnis zu der Nachbarschaft ist der Wechsel ganz sicher nicht förderlich", sagt Andreas Heinrich, Vorsitzender des Bürgervereins Traar. Immer wieder hatte sich der BV mit Friedrich Landwehrmann um nicht eingehaltene Versprechen, zum Beispiel einen Rad- und Fußweg an der Straße An der Elfrather Mühle gestritten.

"Der Senior hat sich häufig gegenüber der Bevölkerung wie ein mittelalterlicher Feudalherr verhalten", meint Heinrich. Der Junior habe sich gesprächsbereiter gezeigt und hatte unter anderem bei einer Mitgliederversammlung des Bürgervereins referiert.

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