Der Stadt liegt der Antrag für eine weitere Spielhalle vor. Der Bürgerverein Inrath sieht nun alle Dämme gebrochen.

Das Gebäude oben an der Kleinewefersstraße soll zu großen Teilen zum Spielcenter werden. „Vegas World“ eröffnet im Mai.
Das Gebäude oben an der Kleinewefersstraße soll zu großen Teilen zum Spielcenter werden. „Vegas World“ eröffnet im Mai.

Das Gebäude oben an der Kleinewefersstraße soll zu großen Teilen zum Spielcenter werden. „Vegas World“ eröffnet im Mai.

A. Bischof, Bild 1 von 2

Das Gebäude oben an der Kleinewefersstraße soll zu großen Teilen zum Spielcenter werden. „Vegas World“ eröffnet im Mai.

Krefeld. Jetzt soll Inrath endgültig zur Zocker-Hochburg werden: Der Stadt liegt der Antrag für eine weitere Spielhalle vor. Bereits im Oktober hatte die WZ über die Genehmigung für das Tönisvorster Unternehmen "Vegas World" berichtet, das an der Kleinewefersstraße zwischen Fressnapf und Auto-Werkstatt ein Spielcenter mit vier großen Räumen bauen darf.

Noch vor der Eröffnung von "Vegas World" im Mai könnte die nächste Genehmigung für ein weiteres Spielcenter an der Kleinewefersstraße folgen. Ein Bürogebäude gegenüber der Werkstatt soll umgewidmet werden, bestätigt die Stadt auf Anfrage der WZ.

Es wäre das dritte Spielcenter im Gewerbegebiet Mevissenstraße, nachdem an der Niedieckstraße gegenüber von Schaffrath letzten Sommer mit "Alpha Play" aus Düsseldorf das erste große Spielerparadies eröffnet hatte.

Der Bürgerverein kritisiert die Entwicklung hart

Grundsätzlich habe die Stadt an dieser Stelle wenig Handhabe, ein Spielcenter zu verhindern, heißt es aus dem Presseamt der Stadt. Der Antrag könne nur zurückgewiesen werden, wenn eine Marktsättigung gegeben oder das Verhältnis zwischen Gewerbe- und Wohnanteil gefährdet sei. Beides verneint die Verwaltung. Wegen der Nähe zur Polizei am anderen Ende der Kleinewefersstraße, die schnell eingreifen könne, sei die Ansiedlung sogar zu begrüßen, heißt es.

Rolf Hirschegger, Vorsitzender des Bürgervereins Inrath, kritisiert diese Entwicklung hart. "Nachdem die Stadt das Spielcenter an der Niedieckstraße genehmigt hat, scheinen alle Dämme gebrochen zu sein. Es besteht wohl keine Handhabe mehr, weitere Anträge abzulehnen."

Die Stadt kassiert von den Spielhallenbetreibern zwölf Prozent Vergnügungssteuer auf den Umsatz. Derzeit haben in Krefeld laut Verwaltung 60 Spielhallen eine Konzession. Damit nimmt die Stadt inoffiziellen Schätzungen zufolge pro Jahr rund 900 000 Euro Steuern ein.

Politik und Verwaltung hätten es versäumt, für das Gewerbegebiet Mevissenstraße einen Bebauungsplan aufzustellen, in dem die Schwerpunkte Bau- und Gartenmarkt, Autohaus, Möbel und Einzelhandel festgeschrieben seien. "Die Begründung, die Polizei sei doch permanent in der Nähe, finde ich abenteuerlich", sagt Hirschegger.

Sorge bereitet den Inrathern die stetig steigende Größe der Spielhöllen. Sowohl die bestehende Zockerhalle auf der Niedieckstraße als auch das im Bau befindliche Center bestehen zwar aus mehreren kleinen Räumen, die aber miteinander verbunden sind und damit als große Spielhalle wahrgenommen werden.

Grund für diese Aufteilung ist: Die Hürden für eine Konzession ist bei kleinen Räumen deutlich niedriger als bei einem großen Raum. "Da es in der Stadtmitte keinen Platz für größere Spielhallen gibt, weichen die Betreiber ins Gewerbegebiet aus", weiß der Bürgervereinsvorsitzende.

Die Stadt prüft, unter anderem wegen dieser Aneinanderreihung kleinerer Zockerräume Genehmigungen "aus konzessionsrechtlichen Gründen" zu erschweren, zum Beispiel, in dem die Zahl der Geräte begrenzt wird. "Eine generelle Ablehnung einer Spielhalle ist aber nicht möglich", sagt Angelika Peters vom Presseamt der Stadt.

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