Von der Bergschänke aus geht es zum Johannesturm und über den Waldlehrpfad weiter Richtung Wildgehege.

Die Aussichtsplattform auf dem Hülser Berg ist 29 Meter hoch.
Die Aussichtsplattform auf dem Hülser Berg ist 29 Meter hoch.

Die Aussichtsplattform auf dem Hülser Berg ist 29 Meter hoch.

In den Bäumen verstecken sich Holzgnome, wer einen entdeckt, soll einen Tag Glück haben.

Bischof, Andreas (abi), Bild 1 von 2

Die Aussichtsplattform auf dem Hülser Berg ist 29 Meter hoch.

Hüls. Der Magen wurde in den vergangenen Tagen mit genügend festlichen Schlemmereien verwöhnt. Zwischen den Jahren braucht jetzt auch die Seele mal etwas Futter und der Körper Bewegung. Ein sonntäglicher Waldspaziergang im Hülser Bruch regt alle Sinne an. Und auch wenn der Forst noch nicht in einem glitzernden, weißen Kleid die Zeit verschläft, kann man dort herrlich entspannen, die Stille und die frische Waldluft genießen.

Ein Findling am Weg ist Heinrich Mertens gewidmet

Da man im Winter, statt mit dem Schluff, mit dem eigenen Auto anreist, bietet sich der große Parkplatz an der Bergschänke als Startpunkt an. Viele Wege stehen zur Auswahl. Der Waldlehrpfad erstreckt sich über drei Kilometer, ein Rundgang um den Hülser Berg dauert etwa 75 Minuten und der Rundwanderweg durch das Hülser Bruch zweieinhalb Stunden.

Wir lassen es langsam angehen und folgen dem mit hölzernen Wegweisern ausgeschilderten Heinrich-Mertens-Weg. Mertens war ein Lehrer, der der Jugend das Wandern schmackhaft machen wollte. 1928 gehörte er zu den Mitbegründern des Vereins Linker Niederrhein. Ein Findlingsblock auf gemauertem Sockel auf dem Weg zwischen Talring und Eremitenquelle ist ihm gewidmet.

Vorsicht, eine dicke Schicht Blätter bedeckt den Boden

Achtung, Füße heben. Als herbstliches Relikt bedeckt noch eine dicke Blätterschicht den Boden. Wurzeln und Steine bringen Hans Guck-in-die-Luft leicht ins Stolpern. Aber der Blick nach oben lohnt sich. Von weitem wirkt der 29 Meter hohe Johannesturm wie ein Zehn-Meter-Turm im Freibad. Seine blau-gelbe Stahlkonstruktion reckt sich zwischen Fichten und Buchen in den Himmel. 163 Gitterrost-Stufen führen in himmlische Höhen. Zwei sportliche Zeitgenossen springen gleich von ihren Mountainbikes und sprinten auf die Aussichtsplattform.

Sonntags liegen die Jagdhunde sicher vor dem warmen Ofen

Hundebesitzer führen ihre vierbeinigen Freunde aus, Reiter kommen dem Spaziergänger entgegen. Der Wald ist für alle da. Auch für gemütliche Spaziergänger – gemütlich und interessiert.

Der Hülser Volksmund erzählt sich folgende Sage: Ein Riese stolperte in der Dunkelheit und seine Schubkarre voller Sand und Lehm aus dem Harz kippte um. So entstand der Hülser Berg mit seinen 63 Metern Höhe.

Es lohnt sich, ein scharfes Auge zu riskieren: In einigen Bäumen sitzen handgeschnitzte Holzfiguren – eine Gnom-Ausstellung. Wer einen Gnom entdeckt, ist laut Volksmund für einen Tag ein Glückskind.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erläutert auf dem Waldlehrpfad auf Schautafeln viele Fragen: „Woran leidet der Wald?“, „Anatomie des Baumes“, „Die Situation des Waldes bundesweit“. Ein Zettel an einem Baum informiert neugierige Leser, dass in diesem Revier Jagdhunde für die Fährtenarbeit ausgebildet werden. Sonntags haben die sicher frei und liegen vorm warmen Ofen.

Der Hirsch imponiert mit seinem Geweih nicht nur dem Rudel

Sechs Augenpaare beobachten den Spaziergänger. In der Mitte des Wildtiergeheges steht majestätisch der Hirsch und imponiert mit seinem Geweih nicht nur dem Rotwild-Rudel. Das Wildschweingehege mit den putzigen Frischlingen ist eine Attraktion. Kinder füttern die fröhlich quiekenden Schweine mit trockenen Brotresten. Das „Füttern strengstens verboten“-Schild kümmert keinen. Ein Doppelzaun schützt die Besucher, die Tiere schnappen gerne nach Fingern. Deshalb liegt auf der Innenseite des Zauns auch ein Draht unter Strom.

Auf den letzten Metern des Weges stößt der Spaziergänger auf einen weiteren Findlingsstein. Zwischen zwei Kreuzen trägt er die nicht genau zu entziffernde Inschrift „ich und mancher Kamerad. . .Reinher . . . 1924 1944“. Unsere liebe Seele hat jetzt ihre Ruhe. Dafür meldet sich zur Abwechslung mal wieder der Magen. Wie gut, dass die Bergschänke schon in Sicht ist.

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