Der 81-jährige Fritz Dünninger hört als Betreuer auf. Er ist ein Preussen-Urgestein.

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Mehr als 500 Mal spielte Fritz Dünninger für Preussen, 31 Jahre lang war er Betreuer.

Mehr als 500 Mal spielte Fritz Dünninger für Preussen, 31 Jahre lang war er Betreuer.

Andreas Bischof

Mehr als 500 Mal spielte Fritz Dünninger für Preussen, 31 Jahre lang war er Betreuer.

Kliedbruch. Es ist Sonntagnachmittag. Auf der Hubert-Houben-Kampfbahn hat der KTSV Preussen Krefeld das letzte Spiel einer sehr guten Bezirksligasaison gegen den VfR Krefeld mit 2:0 gewonnen. Zum letzten Mal füllt Fritz Dünninger einen Spielbericht für seine Preussen aus. Der 81-Jährige geht nach 31 Jahren als Betreuer der ersten Mannschaft in den Ruhestand. "Es war eine sehr schöne Zeit, aber jetzt muss langsam Schluss sein", sagt Dünninger.

Neben der Mannschaftsbetreuung sorgte das Urgestein des KTSV 27 Jahre lang auch dafür, dass sich die Schiedsrichter am Appellweg wohl fühlten. Als die Preussen Mitte der 90er-Jahre noch in der Oberliga spielten, gab es manchmal auch hohen Besuch, erinnert sich Fritz Dünninger: "Ich habe auch Bundesligaschiedrichter betreut, denn die mussten von Zeit zu Zeit auch in niedrigeren Ligen pfeifen."

Anfang der 50er-Jahre spielt er als Verteidiger in der Zweiten Liga

Seine interessantesten Jahre bei Preussen Krefeld erlebte der gebürtige Dortmunder aber nicht am Rand des Spielfeldes, sondern als aktiver Spieler. Anfang der 50er-Jahre spielte Dünninger als linker Verteidiger in der zweiten Liga. Packende Duelle mit dem BV Union Krefeld und das Flutlicht-Einweihungspiel der Hubert-Houben-Kampfbahn (damals unter dem Namen Blumenthal-Sportplatz) erlebte der Krefelder mit.

"1952 hatten wir die erste Flutlichtanlage in Deutschland, und zur Einweihung kam der FC Schalke 04", erzählt Dünninger. Doch nur ein Jahr später folgte nach einer Neueinteilung der Spielklassen der Abstieg in die höchste Amateurklasse. Fritz Dünninger spielte bis zum 31. Lebensjahr bei den Herren, wechselte dann in das "Altherren-Team", dem er über 30 Jahre lang die Treue hielt.

Erst mit 64 hängte er die Stollenschuhe an den Nagel. "Der Fußball war früher natürlich anders, zum Beispiel gab es keine Auswechselungen. Da hieß es bei uns: Erst wenn du keinen Kopf mehr hast, darfst du raus kommen", sagt der 81-Jährige.

Fritz Dünninger, am 7. März 1928 in Dortmund geboren, kam wegen des Fußballs nach Krefeld: "Ich wollte unbedingt in der 2. Liga spielen." Sein Freund Rudi Buschmeier, der schon 1949 als Torhüter zum KTSV Preussen Krefeld gekommen war, schlug Dünninger den Wechsel vor. Beide kannten sich aus der gemeinsamen Zeit beim ÖSG Viktoria Dortmund. Doch während es Buschmeier nach ein paar Jahren in Krefeld zurück in die Heimat zog, wurde der Verteidiger Fritz Dünninger in Krefeld heimisch.

Zwischen 1950 und 1960 brachte es Fritz Dünninger auf über 500 Spiele für die erste Mannschaft des KTSV. Zusammen mit den gut 1000 Spielen für das "Alt-Herren"-Team trug Dünninger also 1500-mal das Trikot seiner Preußen.

Zwar legt Fritz Dünninger jetzt den Stift bei Seite, doch dem KTSV Preussen Krefeld bleibt er dennoch erhalten. Der Fußball hat ihn jung gehalten. Immer noch ist Dünninger regelmäßig Gast auf dem Trainingsgelände und läuft ein wenig mit den Spielern, das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Denn nach 59 Jahren im Verein kennt er jeden Winkel seiner Hubert-Houben-Kampfbahn und fühlt sich hier wie zu Hause.

Seinem KTSV wünscht der Pensionär auch weiterhin alles Gute und hofft, dass die gute Jugendarbeit das Fundament des Vereins bleibt. "Irgendwann ist die Zeit gekommen, aufzuhören", erklärt Fritz Dünninger. Doch seine Mannschaft ist natürlich traurig über den Entschluss: "Das ist sehr sehr schade, aber wir vom Team und vom Vorstand wünschen Fritz von ganzem Herzen alles Gute und vor allem Gesundheit für die Zukunft. Er ist eine unbeschreibliche Persönlichkeit und ein wahrer Gentleman", sagt Stefan Rex, Trainer der ersten Mannschaft und sportlicher Leiter bei den Preussen.

Der ehrenamtliche Einsatz Dünningers für seinen Verein macht ihn zum Vorbild; und das über die Grenzen des Fußballs hinaus.

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