Die Play-offs in den USA laufen und die Schar der Fans hierzulande wächst – wie im „Diner“.

Die Play-offs in den USA laufen und die Schar der Fans hierzulande wächst – wie im „Diner“.
Maik van Ditshuizen mit Kappe inmitten Football-Interessierter beim Public Viewing im „Diner“ in Hüls.

Maik van Ditshuizen mit Kappe inmitten Football-Interessierter beim Public Viewing im „Diner“ in Hüls.

Andreas Bischof

Maik van Ditshuizen mit Kappe inmitten Football-Interessierter beim Public Viewing im „Diner“ in Hüls.

Krefeld. Cheeseburger und Chicken Wings stehen kurz vor dem Anpfiff bereit. Daneben ein kühles Bier, indem sich das „Route 66“ Schild, das an der neonbeleuchteten Wand hängt, spiegelt. In der Mitte, auf einem etwa 70 Zoll großen Fernseher, läuft American Football im „German-American Diner“ in Hüls. Fünf amerikanische Ex-Spieler geben über TV noch ihre letzten Tipps ab für das kommende Spiel der New England Patriots gegen die Kansas City Chiefs ab.

Ob Einrichtung, Essen oder das gesamte Feeling, alles erinnert einen an ein typisches Diner im Herzen Amerikas. Doch die Begeisterung für die Sportart Football geht längst über die Grenzen der USA hinaus. Seit dieser Saison erlebt der Sport auch in Deutschland einen regelrechten Hype und so ist es nicht außergewöhnlich, dass der Samstagabend zum Football gucken mit Freunden genutzt wird.

Nach der regulären Saison bestreiten die Teams seit Anfang Januar die Play-offs. Es war der Anlass für Maik van Ditshuizen die Sportart in Krefeld voranzubringen und ein Treffen zu organisieren, bei dem Football-Interessierte die Spiele gemeinsam schauen. Van Ditshuizen sagt: „Die Play-offs sind immer etwas besonderes. Wir wollen uns mit der Sportart auch etablieren.“

Das Ziel ist für alle gleich: Der Super Bowl. Es ist das größte Einzel Sportereignis der Welt und enthält Dimensionen, die hierzulande nur schwer vorstellbar sind. Der 49. Super Bowl im vergangenen Jahr war im US-Fernsehen die meistgesehene TV-Übertragung aller Zeiten, bis zu 120 Millionen Menschen sahen das Spiel alleine in den USA, weltweit werden die Einschaltquoten auch dieses Jahr an der Milliarden Marke kratzen.

Im vergangenen Jahr gewann ein Deutscher den Super Bowl

Es ist der Abend der Football-Premiere im Diner in Hüls. Van Ditshuizen bezeichnet es als „Versuch“ um zu sehen, wie es angenommen wird. Eines der beliebtesten Teams in Deutschland, die New England Patriots, steigen ins Geschehen ein. Schon vergangenes Jahr sicherte sich das Team aus dem Bundesstaat Massachusetts den Titel, mit dabei auch ein Mann vom Niederrhein. Sebastian Vollmer war der erste Deutsche, dem dieses Kunststück gelang. 2,03 Meter groß und 143 Kilogramm schwer – so lauten die beeindruckenden Maße des geborenen Kaarsters. Seine Aufgabe, in einem für Laien sehr komplizierten Sport, ist hingegen recht simpel. Er muss seinen Spielmacher, den wichtigsten Mann auf dem Feld, beschützen, ihm Zeit geben und keinen Gegner an sich vorbeilassen. Trotz seiner Statur besitzt Vollmer eine enorme Schnelligkeit. Es ist genau das, was Football Fans wie Maik Van Ditshuizen fasziniert. Der 42-Jährige guckt seit 24 Jahren Football und ist zudem glühender New England- Fan. „Die Spieler liefern alle Höchstleistungen ab. Es ist ein Vollkontakt-Sport und wird nie langweilig.“

Die reguläre Saison ist zum ersten Mal im deutschen Free-TV zu sehen

Der 50. Super Bowl findet in der Nacht zu Rosenmontag, dem 8. Februar, in San Francisco statt. Kick-off ist um 0.30 Uhr (MESZ). Durch die berühmte Halbzeitshow wird die britische Band „Coldplay“ führen. Sat.1 startet seine Übertragung um 23.15 Uhr.

Noch vier verbliebende Teams kämpfen am Wochenende um den Einzug in den Super Bowl. Vorjahressieger New England trifft auf die Denver Broncos, in der anderen Conference spielen die Carolina Panthers gegen die Arizona Cardinals.

Wer auch einmal in einer Gruppe Football gucken möchte, kann sich bei Maik van Ditshuizen melden.

football@elitewerk.de

Im Viertelfinale trifft New England auf die Kansas City Chiefs. Im Diner wird über den „Gamepass“ geguckt mit US-Kommentar, denn damit „ist das Feeling einfach besser“, sagt van Ditshuizen. Im deutschen Free-TV überträgt „ran“ erstmals auch die reguläre Saison. Hinzu kommen alle Play-off- Spiele, wahlweise auf ProSieben Maxx oder auf Sat.1.

Lange Spielzeit und viele Unterbrechungen stören

Als riskanter Versuch gestartet, entpuppte sich die Übertragung als voller Erfolg und wird von Kommentator Frank Buschmann als „eine der größten TV–Sportsensationen der letzten 15 Jahren“ bezeichnet. Gegenüber Spielfilmen und dem „Tatort“ verzeichnet die Übertragung am Sonntagabend im Schnitt über eine halbe Millionen Zuschauer.

Football ist eine Sportart, die polarisiert. Viele Leute begeistert es, wenn das „Ei“ 50 Meter über das Spielfeld fliegt und anschließend spektakulär gefangen wird, andere können damit schlichtweg nichts anfangen. Späte Anstoßzeiten, zahlreiche Werbepausen und Spieldauern von bis zu vier Stunden stören einen Teil, für die Anderen gehört dies jedoch einfach dazu.

Am Ende war der Jubel im Diner groß, denn das Team von Maik van Ditshuizen, die New England Patriots, haben mit 27:20 gewonnen und sind noch einen Sieg vom Finale entfernt. Bis American Football Sportarten wie Fußball hierzulande Konkurrenz macht, wird noch Zeit vergehen. Was bleibt, ist ein neuer Trendsport, der bei alteingesessenen Fans einen Schub erhält und viele Leute in der jungen Generation mehr und mehr begeistert.

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