Die Absage wird bedauert – weil fast alle damit Tradition und ein Fest der Familie verbinden.

Hüls. Der Fest- und Kirmesplatz in Hüls soll saniert werden, Schlaglöcher der Vergangenheit angehören. Ein Betonsteinpflaster sowohl für neue, farblich gekennzeichnete Parkplätze als auch für die Nutzung des Festplatzes dient als Lösung.

Das wohl größte Streitthema bleibt jedoch die Sanierung der Brücke zur Hülser Burg. Daher fällt das traditionsreiche Burgfest in diesem Jahr aus. Für viele Hülser ein Ärgernis – war das Burgfest doch ein fester Termin im Kalender vieler Anwohner.

Ein Thema, das auch bei einem Gespräch zwischen Mutter und Tochter aufkommt. Birgit Laurs sagt: „Ich finde es sehr schade, dass es ausfällt. Man hat immer viele Leute getroffen. Das Burgfest ist eine feste Institution in Hüls.“ Mit ihrer Mutter Josi Schneider ist sie schon in Kindestagen auf das Burgfest gegangen, Schneider ergänzt: „Jahrelang haben wir immer den Trödelmarkt besucht oder abends gefeiert. Früher haben wir unsere Kinder mitgenommen, jetzt ist es erst einmal vorbei.“ Eine Meinung, die auch Christel Beckers vertritt: „Es ist vor allem für die jungen Leute schade. Das Burgfest ist eine Tradition und gehört zu Hüls.“

Doch auch nach der im Oktober geplanten Sanierung steht eine Austragung des Burgfestes in den Sternen. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, müsste die Besucherzahl von 1400 auf 2400 erhöht werden, erklärte der Hülser SV. Eine Aussage, die bei Maria Heckmanns auf Unverständnis stößt: „Auf einem Gelände mit einer kleinen Burganlage und einem Wassergraben kann man die Besucherzahlen nicht auf die einer Großveranstaltung hochschrauben.“ In einer breiteren Brücke findet Heckmanns ebenso keine Lösung und äußert Sicherheitsbedenken: „Bei 2400 Menschen auf dem Gelände wäre eine Panik nicht zu kontrollieren.“ Franz Naebers ergänzt: „Ich habe kein Verständnis für die Absage. Die Leute gehen immer vom Schlimmsten aus. Die letzten Jahre ist es ja auch gut gegangen.“

Auch abseits des Burgfestes stehen in Hüls einige Veränderungen an. Die Sanierung des Kirmesplatzes steht ganz oben auf der Agenda und soll zeitnah umgesetzt werden. Doch nicht alle sind von einer schnellen Lösung überzeugt. Friedhelm Schuchert sagt: „Der Platz ist wie eine Buckelpiste, da kann man kaum mit dem Auto fahren. Es wird immer viel erzählt, aber ich glaube es erst, wenn die Bagger anrollen.“ Dabei beschränkt sich Schuchert nicht nur auf den Kirmesplatz. „Das Kopfsteinpflaster auf dem Markt ist tödlich. Als Radfahrer rutscht man so schnell weg. Die Straßenverhältnisse sind schlecht.“

Beanstandungen, die Stephanie Ahrens, zweifache Mutter, nur allzu gut versteht. Sie sagt: „Ich hatte gedacht, man kann gut mit Kindern hier leben, aber meine Meinung hat sich geändert. Es ist echt schwierig, mit einem Kinderwagen durch Hüls zu kommen. Die Bürgersteige sind oft ungerade, so dass ich gegensteuern muss. Das geht so nicht.“

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