Seit Sonntag führen Mitglieder des Heimatvereins durchs Gemäuer.

Seit Sonntag für Bürger offen: die restaurierte Burg in Hüls.
Seit Sonntag für Bürger offen: die restaurierte Burg in Hüls.

Seit Sonntag für Bürger offen: die restaurierte Burg in Hüls.

Dirk Jochmann

Seit Sonntag für Bürger offen: die restaurierte Burg in Hüls.

Krefeld. Zerstören geht schneller als wiederherstellen. Davon wissen die Mitglieder des Heimatvereins Hüls als Pächter der Burg zu berichten. In zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen wurde die erstmals 1144 erwähnte Hülser Burg mehrfach verwüstet.

Seit 1680 ist nur noch eine Ruine übrig, die erst in den Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkrieges wieder freigelegt und aufgeräumt wurde. Anlass war der Bau der gegenüberliegenden Grundschule.

Bis zum Jahrtausendwechsel blieb es dabei. Dann entschlossen sich der Hülser Sportverein und der Heimatverein, gemeinsam das überwucherte Mauerwerk von Grund auf nach den Regeln des Denkmalschutzes zu restaurieren.

"Zehn Jahre lang haben wir hier mit vielen Mitgliedern beider Vereine 30 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet", berichten Hans Josef Weghs und Vorsitzender Gottfried Andree vom Heimatverein.

Stolz präsentierten sie gestern zusammen mit Liesel und Hans Tekock das sehenswerte Ergebnis ihrer Anstrengungen: den nach Plänen des Hülser Architekten Karl Amendt liebevoll restaurierten Burgturm, den nebenstehenden Teil des Herrenhauses, die anliegenden Gemäuer und den Wassergraben, den ein Sponsor ausgebaggert hat.

 Zum Wiederaufbau mit Spenden beigetragen haben außerdem viele Hülser Bürger, Firmen und Banken. Insgesamt wurde für 165 000 Euro Material verarbeitet. Die Prämie über 25 000 Euro für den 2005 erhaltenen Denkmalpreis kam da gerade recht. "Es war sehr viel Arbeit, aber es hat ebenso viel Spaß gemacht", sagt Weghs, denn im Vereins- und Arbeitskreis wird auch gerne gefeiert - wie zuletzt beim Hülser Burgfest. So wollen die Mitglieder beim nächsten Bottermaat einen Tanz in mittelalterlichen Kleidern aufführen.

Brautpaare lassen sich im Burgzimmer trauen

Sehr gefragt ist das Burg- oder Trauzimmer mit seinem malerischen Ambiente für Hochzeiten. Bis zu 30 Trauungen führt der Hülser Standesbeamte hier pro Jahr auf Wunsch und gegen einen Obolus durch. In dem rustikal eingerichteten Raum sind die Wände mit den Wappen der ehemaligen Burgeigentümer ausgestattet.

Ein Herz, ein Blatt, Doppelkopfadler, Löwe und Hase künden unter anderem von den Wahrzeichen der früheren Bewohner. Die Mitglieder des Heimatvereins lassen für die sonntäglichen Besucher gerne die Historie wieder auferstehen.

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