Die Beschicker bauen ihre Stände künftig immer vormittags auf. Darüber haben Besucher am WZ-Mobil diskutiert.

Fischeln

Jochmann, Dirk (dj)

Krefeld. Bisher waren die Händler des Wochenmarktes in Fischeln von 12 bis 18 Uhr für ihre Kunden da. Auf Wunsch der Marktbeschicker hat die Bezirksvertretung Fischeln den Markt auf den Vormittag verlegt, um unter anderem mehr Besucher nach Fischeln zu locken. Ab 2014 ist der Markt immer donnerstags von 8 bis 14 Uhr geöffnet. Die Bürger sind darüber geteilter Meinung, wie sich am WZ-Mobil zeigt.

Die Fischelner Rentnerin Gisela Bannasch begrüßt das Vorhaben. „Ich finde das gut. So kann ich am Vormittag die Einkäufe erledigen und habe den Nachmittag frei.“

Auch Herbert Jörris vertritt diese Meinung: „Ich bin ein Frühaufsteher. Also ist die Zeit echt günstig für mich. Wie sagt man doch so schön? Morgenstund’ hat Gold im Mund.“

Die neuen Marktzeiten passen Edith Uerschels ebenfalls besser. „Mir als Hausfrau kommt das gelegen, ich gehe lieber morgens einkaufen. Für Berufstätige ist das natürlich nicht so gut“, sagt sie.

Für Elisabeth Lorenz entstehen durch die neuen Öffnungszeiten Probleme: „Durch meinen Job bin ich oft erst um 14 Uhr zu Hause. Dann schaffe ich es nicht mehr, auf den Markt zu gehen.“ Sie habe den Markt bisher gerne genutzt.

„Zumindest im Sommer war auch am Nachmittag immer noch was los“, berichtet Cordula Thimm. Sie sei gerne um 17 Uhr nach der Arbeit „auf einen Sprung“ auf den Markt gegangen. „Gerade kurz vor Schluss konnte man noch gute Angebote bekommen“.

Für Gisela Schroers war es ebenfalls praktisch, nach der Arbeit noch den Markt aufsuchen zu können. „Mich verliert man durch die neuen Zeiten als Kunden“, sagt sie.

Das sieht Cornelia Haut ähnlich: „Ich kenne einige Leute, die auch aus anderen Stadtteilen auf den Fischelner Markt kommen – gerade weil er nachmittags geöffnet hat. Da ich von 6 bis 15 Uhr arbeite, kann ich künftig nicht mehr an den Ständen einkaufen, ohne Fehlzeiten in Kauf zu nehmen. Ich fand es sehr gut, dass man nach Feierabend über den Markt gehen konnte, um sich inspirieren zu lassen, was am Wochenende auf den Tisch gezaubert werden kann.“

Auch Annette Steffen findet es schade, dass der Wochenmarkt in Fischeln nun vormittags öffnet. „Als Vollzeitberufstätige habe ich mich auf den Donnerstagnachmittag eingestellt. Da die meisten Märkte am Vormittag stattfinden, war das eine schöne Sache.“

Richtiggehend verärgert über die neuen Marktzeiten ist Nicola Peters: „Ich möchte zukünftig bitte kein Gejammer hören, dass die Umsätze zurückgehen. Schade für den Markt und schade für alle vormittags Berufstätigen“, kommentiert sie die Entscheidung der Bezirksvertretung.

Familienmutter Helen Todd nutzte den Wochenmarkt oft für einen Ausflug mit ihren Kindern: „Der Markt ist ein Erlebnis für die Kinder. Sie dürfen die Sachen auch mal anfassen, lernen, woher sie kommen und dass es nicht nur Lidl und Aldi gibt.“ Durch die Verlegung sei das nicht mehr möglich. „Die Kinder sind dann in der Schule.“

„Ich kaufe jede Woche auf dem Markt ein. Die Ware ist gut, und mit der Uhrzeit war ich auch immer zufrieden. Nachmittags hat man häufig Bekannte getroffen. Es war ein nettes Beisammensein. Vormittags sind die Leute sicherlich zu hektisch dafür“, bedauert Waltraud Fechtner.

Verärgert ist Klaus Hüllenhagen über die Entscheidung der Bezirksvertretung. Er habe es immer gut gefunden, dass es in Fischeln einen Markt gibt, den auch Berufstätige besuchen können. „So oft gibt es das nicht, dass Märkte nachmittags stattfinden. Für Berufstätige sind die neuen Marktzeiten unheimlich schlecht. Der Markt wird aufgrund der neuen Zeiten sicherlich aussterben“, befürchtet er.

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