Mit viel Lärm ziehen die Messdiener und Kommunionkinder traditionell von Haus zu Haus.

Fischeln
Rebecca, Lisa, Betreuer Ingo Hermanns und Jakob (von links) beim Oster-Klappern.

Rebecca, Lisa, Betreuer Ingo Hermanns und Jakob (von links) beim Oster-Klappern.

Dirk Jochmann

Rebecca, Lisa, Betreuer Ingo Hermanns und Jakob (von links) beim Oster-Klappern.

Krefeld. Das Testklappern der Kinder im Pfarrsaal von St. Clemens strapaziert die Trommelfelle ganz beachtlich. Sie bereiten sich auf das traditionelle Fischelner Osterklappern vor. Christopher Wissmanns begrüßt die große Schar von rund 50 Messdienern und Kommunionkindern zum „Klappern 15!“ „Seid Ihr alle motiviert?“ ist da höchstens eine rhetorische Frage.

„Dieses Jahr klappern wir für uns, für unsere Fahrten und T-Shirts.“ Die Kassen der verschiedenen Gruppen sollen an diesem Ostersamstag von dem Einsatz der Kinder profitieren. Kaplan Marc Kubella stimmt noch ein „Vater unser“ an, und mit vorsorglich wasserfest eingeschweißten Routenplänen, Rucksäcken und manchem Bollerwagen starten die Kinder mit jeweils einem Gruppenleiter.

Ingo Hermanns, der schon auf rund dreißig Jahre Klapper-Erfahrung zurückblicken kann, macht sich mit Lisa Seeck (elf Jahre), Rebecca Boecker und Jakob Lucht (beide zwölf) auf den Weg zur Kimplerstraße. Am ersten Haus rührt sich weder auf Klappern noch Klingeln etwas. Am zweiten ist es genau so. „Die schlafen noch alle?“ fragt sich Rebecca. Beim dritten Haus geht oben ein Fenster auf und die Kinder freuen sich. „So, ihr Klapperleute“, grüßt eine Dame und steckt Münzen in die Sammeldose. „Das hört sich aber noch leer an.“ Die ältere Dame erklärt auch, dass die Nachbarn gerade einkaufen sind. Die Zeit am Vormittag sei ungünstig, meint sie.

Die Kinder ändern ihre Strategie und teilen sich auf, um immer an zwei Häusern ihr Glück zu versuchen. Bei einem gibt es Geld und auch Süßigkeiten - „Das ging ja gut“, erklärt Jakob erleichtert. Die anderen haben an einem Neubau in der Nachbarschaft auch Erfolg. Dort mussten sie den Fischelner Neubürgern aber erst einmal erklären, was es mit diesem Brauchtum auf sich hat.

Da kommt eine Frau schnurstracks auf die Kinder zu: „Ich habe Euch klappern gehört und wollte gerade wegfahren, doch nun bekommt Ihr erst einmal was.“ Rebecca erinnert sich: „Letztes Jahr hatten wir viel mehr Erfolg am Anfang.“ Aber sie ist optimistisch, dass am Ende doch vieles an Geld, Eiern und Süßigkeiten zusammen gekommen ist. Die Kinder haben die Eier gekocht und gefärbt. Als Ostereier wurden sie dann nach der Ostermesse am Osterfeuer verteilt. Dort gibt es für die Erwachsenen ein Glas Wein, für Kinder Limonade, um das Ende der Fastenzeit ein zu feiern.

Vom Gloria, dem Lobpreisgesang, der Gründonnerstagmesse an, schweigen in St. Clemens die Kirchenglocken. Da früher eigene Uhren nicht weit verbreitet waren, orientierte man sich in seinem Tagesablauf an den Glockenschlägen von den Kirchtürmen. In den Tagen von Gründonnerstag bis Ostersonntag übernahmen Kinder mit ihren Osterklappern einen Teil der Zeitansage.

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