Seit über zwei Jahren steht das denkmalgeschützte Gebäude an der K-Bahn leer. Im Frühjahr öffnen das Restaurant und der Biergarten wieder.

Gastronomische Tradition in Fischeln: der Eingang zum Restaurant Mitte der 1920er-Jahre. Repro (Archiv): Dirk Jochmann
Gastronomische Tradition in Fischeln: der Eingang zum Restaurant Mitte der 1920er-Jahre. Repro (Archiv): Dirk Jochmann

Gastronomische Tradition in Fischeln: der Eingang zum Restaurant Mitte der 1920er-Jahre. Repro (Archiv): Dirk Jochmann

Gastronomische Tradition in Fischeln: der Eingang zum Restaurant Mitte der 1920er-Jahre. Repro (Archiv): Dirk Jochmann

Seit Oktober 2007 steht der Bahnhof an der K-Bahn in Fischeln leer. Im Frühjahr soll es wieder losgehen.

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Gastronomische Tradition in Fischeln: der Eingang zum Restaurant Mitte der 1920er-Jahre. Repro (Archiv): Dirk Jochmann

Krefeld-Fischeln. Wo früher zahlreiche Fotos hingen, dominieren heute Löcher in den Wänden die Szenerie. Es ist kalt und schmutzig. Dass der 1898 erbaute Bahnhof in Fischeln seit über zwei Jahren leersteht, ist in allen Ecken zu erkennen. Tristesse total.

Aber damit ist bald Schluss. Mit Margit Michel gibt es eine neue Pächterin. Die 52-jährige Neusserin möchte das denkmalgeschützte Gebäude an der K-Bahn wieder mit Leben füllen. Im Frühjahr soll es losgehen. Mit von der Partie ist ihr Lebensgefährte Armin Sotur (54) aus Idar-Oberstein. Der gelernte Metzger und Koch fühlt sich seit 1980 in der Gastronomie zu Hause. "Zuletzt habe ich einen Tanzkeller in Bernkastel-Kues betrieben."

"Wir haben sechs Monate mit der Rheinbahn verhandelt"

Eigentümerin des Bahnhofs ist die Düsseldorfer Rheinbahn. "Wir haben etwa sechs Monate verhandelt", erzählt Margit Michel. Zu den Konditionen möchte sie sich im Detail nicht äußern. Ganz bleibt Michel die Antwort aber nicht schuldig: "Der Vertrag läuft über fünf Jahre mit der Option auf Verlängerung. Die Pacht ist günstig, weil wir alles selbst renovieren. Da ist viel Eigenleistung gefragt."

Armin Sotur nickt und verweist auf einen Rohrbruch in der Wohnung über dem Gastronomiebereich. "Ärgerlich, aber die Rheinbahn wird das bezahlen", sagt der kräftige Mann und hofft, dass die neuen Betreiber bald in ihren Bahnhof einziehen können.

Namensfavoriten sind "Station Fischeln" und "Bahnhöfke"

"Der vordere Teil wird eine Bierkneipe", beschreibt Sotur das Konzept. "Hier darf auch geraucht werden." Hinten gibt es in zwei Räumen den abgetrennten Restaurantbereich. Große Hoffnungen setzen die beiden zudem in den Biergarten. "Hier wird demnächst gegrillt. Mit Fleisch kenne ich mich bestens aus", so der 54-Jährige. "Aber Fans von Salat und Gemüse werden bei uns auch nicht zu kurz kommen."

Die Gastronomie hat im Bahnhof Fischeln eine lange Tradition. Erstmals zog hier 1908 ein Wirt ein. Die Basis dafür bot die K-Bahn, die es seit dem 25. März 1886 gibt. An diesem Tag wurde die Rheinische Bahngesellschaft AG gegründet, um den Bau und Betrieb einer elektrischen Kleinbahn zwischen Düsseldorf und Krefeld zu bewältigen. Da es weder in Düsseldorf noch in der Krefelder Innenstadt erlaubt war, Dampfstraßenbahnen zu betreiben, wurde die Strecke elektrifiziert. Fischeln wurde Betriebsstützpunkt.

Der neue Name steht noch nicht fest. "Böhms Bahnhof" wird verschwinden, soviel ist sicher. "Station Fischeln" oder "Bahnhöfke" gelten als Favoriten. Am Wochenende werden Michel und Sotur ihren Betrieb schon mittags öffnen, an den anderen Wochentagen ab 17 Uhr.

Den im Bahnhof ebenfalls vorhandenen Saal will die neue Pächterin zum Start nicht bewirtschaften. Früher hatte hier die Marinekameradschaft ihre Klub- und Veranstaltungsräume. "Die Rheinbahn wird den Saal aber nicht langfristig verpachten", erzählt Michel. "Damit wir auch daraus etwas machen können, wenn es hier mit der Gastronomie gut läuft."

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