Die beiden Wirtsleute Margit Michel und Armin Sotur haben das Trafo-Haus an der K-Bahn saniert.

Margit Michel und Armin Sotur können im sanierten Saal des U 76 jetzt bis zu 120 Gäste empfangen.
Margit Michel und Armin Sotur können im sanierten Saal des U 76 jetzt bis zu 120 Gäste empfangen.

Margit Michel und Armin Sotur können im sanierten Saal des U 76 jetzt bis zu 120 Gäste empfangen.

Andreas Bischof

Margit Michel und Armin Sotur können im sanierten Saal des U 76 jetzt bis zu 120 Gäste empfangen.

Krefeld. Im früheren Trafo-Gebäude der K-Bahn am Fischelner Bahnhof ist jetzt Party angesagt. Nach langen Monaten aufwendiger Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten von Margit Michel und Armin Sotur kann der Saal jetzt von Vereinen, Betrieben, Geburtstags- oder Trauergesellschaften gemietet werden. Für das Catering sorgt dann das Team vom U 76, wie die Gastronomie seit drei Jahren heißt.

Damit haben die beiden Wirtsleute den Um- und Ausbau des 115 Jahre alten Bahnhöfke im Krefelder Süden weitgehend abgeschlossen. „Wir haben hier viel Zeit und Geld investiert. Aber es hat sich gelohnt, und wir sind stolz darauf“, sagen die Angestellte der Hephata-Stiftung und der gelernte Metzger und Koch.

„Wir haben hier viel Zeit und Geld investiert. Aber es hat sich gelohnt, und wir sind stolz darauf.“

Margit Michel

Der Saal verfügt jetzt über insgesamt 120 Plätze. Eine breite und massive Holztreppe führt auf eine neu errichtete Galerie in dem sechs Meter hohen Raum. Dort finden kleinere Gesellschaften mit rund 40 Gästen Platz. Ebenfalls völlig neu sind der Tresen und die Toilettenanlagen in der unteren Etage.

Auf stabilen Eisenträgern ruhen eine Batterie Scheinwerfer, Lautsprecherboxen und ein Beamer. „Licht, Laser und Musik können wir für alle möglichen Anlässe schalten“, sagt der 58 Jahre alte Sotur, der aus einem 200-Seelen-Dörfchen aus dem Hunsrück stammt.

Zuwachs hat die Gaststätte jetzt auch in der Küche bekommen

Das reiche von der Disco-Beleuchtung bis zum angenehmen Geburtstagslicht, zu dem der Beamer zum Beispiel Jugendfotos des Jubilars an die Wand wirft. Für heimelige Wärme soll ein ausladender Holzofen sorgen. Sotur: „Der Bedarf nach Räumlichkeiten für private Feste ist groß. Es gibt viele Anfragen danach.“

Der Bahnhof wurde 1898 als Haltestelle Fischeln der „Elektrischen Kleinbahn Düsseldorf-Krefeld“ im Jugendstil gebaut. Ab 1908 nahm mit Gerhard Bongartz der erste Wirt den Gastronomie-Betrieb auf. Weitere Gastronomie-Persönlichkeiten waren Fritz und Franz Irnisch (1934-1969).

Seit 1995 betrieben Günter und Beate Böhm das Bahnhöfke, ehe sie zu Böhms Bierhaus am Marienplatz wechselten. 2010 übernahmen Margit Michel und Armin Sotur den Bahnhof. Geöffnet ist Mittwoch bis Sonntag ab 17 Uhr. Ab Beginn der Biergartensaison am 1. Mai auch montags.

Zuwachs hat das U 76 inzwischen auch in der Küche bekommen. Halbtags steht Maximilian Hoefken am Herd. Der 24 Jahre alte Koch hat sein Handwerk bei Korff in Königshof gelernt und unter anderem Erfahrungen in der Top-Gastronomie in Dubai gesammelt. Vorwiegend mit dem Schwenkgrill beschäftigt sich Petra Formferat. Dort wird die Spezialität des Hauses, der vormarinierte Idar-Obersteiner Spießbraten über Buchenholzfeuer zubereitet.

Margit Michel (55) legt bei der vergleichsweise kleinen Speisekarte vor allem Wert auf Frische. „Wir kaufen nach Möglichkeit direkt beim Bauern in der Umgebung oder in Fischeln. Alle Gerichte werden frisch zubereitet. Und dann dauert eben der Spießbraten oder das Steak schon mal etwa 20 Minuten.“ Den Wein allerdings, oder die Obstbrände und verschiedene Trestersorten kommen direkt von einem Winzer an der Mosel. Der trockene Riesling, den Sotur zum Spießbraten empfiehlt, kommt vom Weingut Stettler aus Lieser an der Mosel.

Der Gästekreis im Bahnhof hat sich in den drei Jahren kontinuierlich erweitert. Mittlerweile hat das Paar auch viele private Kontakte im „Dorf“. Stammtische haben sich gebildet, Sportgruppen kehren regelmäßig ein. Ein Angebot, Schützenkönigspaar in Fischeln zu werden, können sie nicht annehmen. „Dazu fehlt uns die Zeit“, sagen Sotur und Michel und lachen. Insbesondere in der Biergartenzeit brummt der Laden. „Das ist der Renner“, meint Margit Michel, die aber auch den Winter in Fischeln als „richtig schön muckelig“ empfindet.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer