Die Stiftung Heimatarchiv eröffnet ihr Karnevalsmuseum im Obergeschoss des Fischelner Rathauses. Eine kleine Schatztruhe.

Erwin Lichtenberg, Helmut Kollekowski, Christa Schmidt und Werner Krüger (v.l.) im neuen Karnevalsarchiv unter dem Dach des Fischelner Rathauses.
Erwin Lichtenberg, Helmut Kollekowski, Christa Schmidt und Werner Krüger (v.l.) im neuen Karnevalsarchiv unter dem Dach des Fischelner Rathauses.

Erwin Lichtenberg, Helmut Kollekowski, Christa Schmidt und Werner Krüger (v.l.) im neuen Karnevalsarchiv unter dem Dach des Fischelner Rathauses.

Orden in vielen Formen und Größen sind fein säuberlich auf Stoff gezogen.

Lothar Strücken, Bild 1 von 2

Erwin Lichtenberg, Helmut Kollekowski, Christa Schmidt und Werner Krüger (v.l.) im neuen Karnevalsarchiv unter dem Dach des Fischelner Rathauses.

Krefeld. „Eingang am Park“ – mit diesem Hinweis werden die Karnevalsfreunde werben müssen, wenn sie die Besucher in ihr neues Domizil dirigieren wollen. Denn die in einem Winkel verborgene Hintertür des Fischelner Rathauses, die die zwei Treppen in die zweite Etage freigibt, ist schwer zu finden. Oben werden die Besucher von einem zugegebenermaßen etwas steif wirkenden, dafür aber festlich gekleideten Prinzenpaar im vollen Ornat empfangen.

Die Schaufensterpuppen, die damit ausstaffiert sind, sind der Stiftung Heimatarchiv Krefelder Karneval ebenso gespendet worden wie viel Farbe, Laminat oder Lampen. Alles wurde gebraucht, nachdem das Domizil am Korekamp in Oppum abgerissen und die Karnevalisten durch Vermittlung des damaligen Bürgermeisters Gregor Kathstede im Januar 2015 eine neue Bleibe in einer leerstehenden Wohnung im Obergeschoss des Fischelner Rathauses fanden.

Alles wurde neu gemacht, Wasser und Stromanschluss gelegt, das Bad gemacht, Aktenschränke vom Sperrmüll gerettet und aufgebaut. Geld-, Sachspenden und viele Freiwillige machten das Projekt möglich. Jetzt sind Wände und Schaukästen mit Wimpeln und Flaggen, Standarten und zahllosen Orden geschmückt, die aus zahllosen Umzugskisten wieder ans Tageslicht geholt wurden.

Rudi Neuhausen und Herbert Hölters hatten den Grundstein zur Sammlung gelegt. Irgendwann habe Neuhausens Gattin ihren Mann vor die Wahl „die Sammlung oder ich“ gestellt, erzählt der Stiftungsvorsitzende Helmut Hannappel schmunzelnd. Es war die Geburtsstunde des öffentlichen Archivs.

Für Karnevalsfreunde, ganze Schulklassen und besonders für die Prinzenpaare ist der Fundus eine Goldgrube. Neben den Puppen in Kostümen, Tischfahnen, Wimpeln und einer Chronik, in der die Prinzen und Rosenmontagszüge seit 1897 erfasst sind, gibt es Bildergalerien und Protokollbücher, Festschriften, Eintrittskarten, Mitgliedsausweise. Orden, nach Vereinen sortiert, und vieles mehr. Die Geschichte von rund 350 Krefelder Karnevalsvereinen ist dokumentiert. „Für einzelne Vereine“, sagt Helmut Kollekowski, „zeigen wir die ganze Geschichte auf.“

Neustart Die gemeinnützige Stiftung Heimatarchiv Krefelder Karneval ist Vertragspartner der Stadt und Betreiber der Einrichtung. Vorsitzender ist Helmut Hannappel, Werner Krüger sein Stellvertreter, Anita Krüger Schatzmeisterin. Beisitzer und Aktive sind u.a. Erwin Lichtenberg und Helmut Kollekowski.

Mittwochs Karnevalsarchiv, Hafelsstraße 12; Besuchszeit mittwochs, 9-11.30 Uhr; Terminvereinbarung und Kontakt: Telefon 0170-3852418.

13 Bänder dokumentieren die Prinzenproklamationen in der Königsburg, es gibt Ton- und Bildaufnahmen von drei Rosenmontagszügen und zahllose Bücher über Karneval und das niederrheinische Brauchtum. Werner Krüger, 2. Vorsitzender der Stiftung Heimatarchiv, macht dennoch die Tür nicht zu. Nicht nur, weil in einem sechsten Zimmer noch Platz ist. Er nimmt gerne alle Karnevalssachen an, aus Nachlässen oder der aktuellen Session. „Schön wäre es natürlich, wenn wir aus der Session von jedem Orden ein Exemplar bekämen.“

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