Für Obdachlose bietet die Emmaus-Bewegung am Hauptbahnhof Mahlzeiten an.

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In vielen Städten, so wie auf diesem Bild in Leipzig, haben Essensausgaben an Bedürftige eine lange Tradition. Für viele Obdachlose sind diese Mahlzeiten das einzige warme Essen in der Woche oder gar im Monat.

In vielen Städten, so wie auf diesem Bild in Leipzig, haben Essensausgaben an Bedürftige eine lange Tradition. Für viele Obdachlose sind diese Mahlzeiten das einzige warme Essen in der Woche oder gar im Monat.

dpa

In vielen Städten, so wie auf diesem Bild in Leipzig, haben Essensausgaben an Bedürftige eine lange Tradition. Für viele Obdachlose sind diese Mahlzeiten das einzige warme Essen in der Woche oder gar im Monat.

Krefeld. Wochentags wie sonntags herrscht emsiger Betrieb im Hauptbahnhof - sowohl auf den Bahnsteigen und als auch im unterirdischen Zugang zu den Abfahrtsstandorten. Die Reisenden kommen und gehen, hasten zum Haupteingang oder zum Südausgang, mitunter mit schwerem Gepäck. Jeden Sonntag ist im Winter von 18 bis 19 Uhr der Bahnhof aber auch Sammelstelle für Arbeits- und Obdachlose. Sie warten unter der nicht beheizten Kuppel am Südausgang auf eine warme Mahlzeit: Suppe mit Brötchen, Tee und Kaffee.

Jeder darf kommen. Nur wer betrunken ist, geht leer aus

Fünf Privatpersonen aus der Emmaus-Bewegung im Alter von 30 bis 70 Jahren stillen seit fünf Jahren kostenlos den Hunger der frierenden Einsamen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Kurz nach 18 Uhr fährt Jürgen Schramm mit seinem Kombi vor, parkt am Fahrkartenautomat in der Nähe des Taxistandes und öffnet die prall gefüllten Töpfe, damit die Menschen "etwas Warmes" in den Bauch bekommen.

Hilde Demmer (67) ist seit vier Jahren dabei: "Immer wenn die Uhren umgestellt werden, beginnt unser Einsatz am Bahnhof. Wir fragen nicht nach Ausweis oder Bescheinigung. Etwa 30 bis 40 Personen kommen zur Essensausgabe. Wenn etwas übrig bleibt, kann man es, gut eingepackt, mit nach Hause nehmen."

Ziel der Emmaus-Bewegung und des Verpflegungsquintetts ist die Armutsbekämpfung. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die ohne Wohnung, ohne Arbeit und ohne Hoffnung sind. Dazu bietet man den Tagestreff für Bedürftige auf der Tannenstraße und die Suppenverteilung am Sonntag im Bahnhof an.

Unter den Ärmsten der Armen sind auch zwei Rumänen, die in einem "Kabuff" einer Spedition Unterschlupf gefunden haben. Hilde Demmer: " Ich habe sie beim Betteln draußen aufgelesen und ihnen klar gemacht, dass sie etwas Warmes zu Essen bekommen, wenn sie am Südausgang warten."

Gesagt, getan. Bevor die Bedürftigen den Löffel für den Genuss der heißen Suppe gereicht bekommen, stochern einige von ihnen noch in Zigaretten-Behältern rum, um nach wieder verwendbaren Kippen zu suchen. Die Essensreste werden in einem eigens am Verpflegungsauto aufgestellten Müllsack entsorgt. "Jeder darf kommen. Nur wer betrunken ist, geht leer aus."

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