Das Rathaus an der Kölner Straße wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Der Bürgerverein plant eine Ausstellung.

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Das Rathaus in den 1960er Jahren.

Das Rathaus in den 1960er Jahren.

Auf einer Postkarte aus dem Jahr 1930 ist diese Zeichnung zu sehen. Markant ist der große Eckturm.

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Das Rathaus in den 1960er Jahren.

Krefeld-Fischeln. Die industrielle Entwicklung um die Jahrhundertwende ist "Schuld" daran, dass ein Rathaus her musste. Das Wohnzimmer des Bürgermeisters, der damals schon Ortsvorsteher hieß, reichte für die Sitzungen des Gemeinderates und die Verwaltungsarbeit nicht mehr aus.

Das Rathaus, dessen Bau rund 100000 Reichsmark gekostet hatte, wurde von Bürgermeister Wilhelm Stefen (1867 - 1931) am 1. August 1910 eingeweiht. Nach ihm ist heute unweit des Rathauses eine Straße benannt. Nach dem Rathaus wurde ein Jahr später auch ein Gaswerk und ein Krankenhaus mit 35 Betten errichtet.

Neben dem 100-jährigen Jubiläum des Fischelner Rathauses in diesem Jahr steht auch der 110. Jahrestag der Gründung der Krefelder Stahlwerke (DEW, TEW) an. Dieser Zeitpunkt markiert den Wandel vom Dorf zum Arbeitervorort.

Die Straßen- und K-Bahn sorgte für eine dichtere Bebauung

Das Stahlwerk entstand an der "Chaussee nach Gladbach", die unter Napoleon gebaut wurde. Heute ist diese die Oberschlesienstraße. Am 27.Dezember 1899 wurde das Gelände an die "Actiengesellschaft Vulcan" übertragen. Das erklärt den Namen der heutigen Vulkanstraße.

Rund um den Limbourg-Platz entstand ein Wohngebiet für die Arbeiter des Stahlwerks, das heutige Stahldorf. 1900 zählte Fischeln 7534 Einwohner, im Stahldorf wohnten um 1910 rund 600 Einwohner. Für die Arbeiterströme wurde auf der Kölner Straße aus Richtung Krefeld eine Straßenbahn angelegt. 1898 folgte die K-Bahn-Linie Krefeld-Düsseldorf mit Haltstelle (Bahnhof) Fischeln.

Eine Pfarrkirche in Fischeln wird im Jahre 943 zum ersten Mal erwähnt. Der Glockenturm der Pfarrkirche St. Clemens stammt aus dem Jahre 1170. Bis zur Eingemeindung nach Krefeld 1929 war Fischeln eine selbständige Gemeinde. Die Gemeindekasse war zu diesem Zeitpunkt jedoch keineswegs leer. Vielmehr erhielt Krefeld bei der Eingemeindung 350000 Mark.

In den 1960er und 1970er Jahren wuchs die Einwohnerzahl Fischelns stark an. Noch heute entstehen Neubaugebiete, wie "Am Wetscheshof" südlich des Kütterwegs Richtung Osterath. Damit hat Fischeln seine Bebauungsgrenze schon fast bis zur Autobahn A 44 erweitert, und es werden noch weitere Neubaugebiete (Hanninxweg) entstehen.

Fischeln erstreckt sich auf knapp 19 Quadratkilometern und zählt heute 26653 Einwohner (Stand: 2008).

Das war Anlass für eine dichtere Bebauung des Raderfeldes und der Hees. Auch entlang der Eichhornstraße entwickelte sich eine noch lückenhafte Randbebauung auf der Nordseite. Die Entwicklung brachte auch einen Umbau des Ortskerns von Fischeln mit sich. Den Bauernhöfen wichen Wohnbauten.

Das Rathaus wird derzeit auf Vordermann gebracht. Für rund 300000 Euro erhält das Gebäude an der Kölner Straße einen neuen Außenanstrich, die zugigen Holzfenster werden ausgetauscht. Auch der kleine Park hinter dem Rathaus an der Hafelsstraße wird neu gestalte.

Der Fischelner Bürgerverein, der im Keller des Rathauses ein umfangreiches Archiv betreibt, plant zum Jubiläum eine Ausstellung. Archivar Wolfgang Müller hofft darauf, dass auch die Bezirksvertretung oder die Stadt "mit einem offiziellen Akt" das betagte Gebäude würdigt, in dem wichtige Politik vor Ort praktiziert wird.

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