Nach 35 Jahren Politik hört Bezirksvorsteherin Rosemarie Küpper im Sommer auf.

Lesen ist eines der Hobbys, das Rosemarie Küpper in Zukunft intensiver betreiben will.
Lesen ist eines der Hobbys, das Rosemarie Küpper in Zukunft intensiver betreiben will.

Lesen ist eines der Hobbys, das Rosemarie Küpper in Zukunft intensiver betreiben will.

Dirk Jochmann

Lesen ist eines der Hobbys, das Rosemarie Küpper in Zukunft intensiver betreiben will.

Krefeld. Nach mehr als 35 Jahren Politik in der Stadt Krefeld, davon die vergangenen sechs Jahre als Bezirksvorsteherin in Fischeln, wird Rosemarie Küpper (68) mit der Kommunalwahl im Sommer ihre Ämter abgeben. Im WZ-Interview blickt die pensionierte Lehrerin auf die Zeit zurück und verrät, was sie in Zukunft tun wird.

Frau Küpper, wer politische Weggefährten auf Sie anspricht, der hört das Lob Ihrer menschliche Stärke. Fehlt den politisch tätigen Leuten von heute diese Standhaftigkeit, Meinungen zu vertreten?

Rosemarie Küpper: Sicher ist, Politik ist schwieriger geworden. Das Interesse der Bürger an der Kommunalpolitik ist größer geworden und damit auch die Anspruchshaltung der Menschen. Schon durch die Möglichkeit, in der Einwohnerfragestunde Dinge zu äußern, ist Politik kleinteiliger geworden. Das ist zunächst einmal nicht negativ. Der Umgangston in den Sitzungen ist dadurch aber rauer geworden. Als ich mit Mitte 30 in die Bezirksvertretung kam, dachte ich, Gottweiß was bewegen zu können. Wenn ich heute zurückblicke, denke ich, so viel habe ich doch nicht bewegt.

Trotzdem sind viele Dinge, die in den vergangenen 30 Jahren in Fischeln umgesetzt worden sind, eng mit Ihren Namen verbunden. Das Jugendzentrum an der Kölner Straße ist ein Beispiel.

Küpper: Als langjährige Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und des Katholikenrates habe ich von Anfang an die Politik auch mit kirchlichen Hintergedanken verfolgt. Der Nachbarschaftsladen ist ein Ergebnis daraus, das Jugendzentrum, für das ich noch viel mehr habe kämpfen müssen, ist ein anderes. Manche sagen, es ist mein Lebenswerk. Für mich stand im Vordergrund, den Kindern und Jugendlichen zu helfen, die es aus verschiedenen Gründen dringend nötig haben. Aber auch hier möchte ich nach 30 Jahren als Vorsitzende des Fördervereins einen Schlussstrich ziehen. Ich hoffe sehr, dass die Ratsfrau Britta Oellers übernimmt.

Können Sie sich eigentlich daran, erinnern, was der ausschlaggebende Grund für Sie war, sich politisch zu engagieren?

Küpper: Für mich war während des Studiums schon die Mitarbeit im Allgemeinen Studenten-Ausschuss AstA eine politische Tätigkeit. Daher war die logische Konsequenz die Mitarbeit in der Jungen Union, zunächst als Vorsitzende in Fischeln und später im Kreisvorstand - übrigens mit Mitstreitern wie Wilfrid Fabel, Hans-Josef Ruhland, Dieter Pützhofen, Winfried Schittges und Elmar Jakubowski. Als 1975 die Bezirksvertretungen eingerichtet wurden, war es für mich als Fischelnerin selbstverständlich, dort Mitglied zu werden. Heute bin ich das letzte übrig gebliebene Gründungsmitglied. Ich habe 35 Jahre Politik auf Hochtouren betrieben, 1989 bis 2004 im Rat, 1994 bis 1999 als Bürgermeisterin. Mit fast 70 Jahren muss irgendwann einmal Schluss sein.

Sie sind im vergangenen Jahr mehrere Wochen lang ärztlich behandelt worden. Was war der Grund?

Küpper: Ich war auf der Kommunion meines Großneffen. Ich war putzmunter. Am Abend bin ich umgekippt und lag durch eine Lungeninfektion fünfeinhalb Wochen im Koma. Danach konnte ich einige Wochen nicht laufen, eine Kur schloss sich an. Inzwischen ist aber wieder alles in Ordnung.

Was kommt nach der politischen Zeit?

Neben der Politik hat sich Rosemarie Küpper in ihrem Leben vor allem kirchlich engagiert. Sie war Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Clemens, des Katholikenrates und der Pfarr-Caritas. Zudem war sie im Vorstand der Familienbildungsstätte. In Zukunft will sie sich im Arbeitskreis Heimat des Bürgervereins Fischeln engagieren.

Privat will Rosemarie Küpper das Thema Tempo 30 auf der Dohmenstraße angehen. Dafür will sie Unterschriften sammeln.

Küpper: Vorsitzende der Pfarr-Caritas an St. Clemens werde ich bleiben. Ideen, dort etwas für ältere oder bedürftige Menschen zu leisten, gibt es genug. Stolz bin ich auf das Obdachlosen-Cafe, bei dem Bedürftige montags ein Frühstück bekommen. Was bleibt, sind die vielen Bekanntschaften und Freunde, die mir die Politik gebracht hat.

Wer wird ihre Nachfolge antreten und was werden dessen Aufgaben sein?

Küpper: Spitzenkandidat der CDU Fischeln ist Theo Wirtz. Ob er Bezirksvorsteher wird und die Koalition mit den Grünen, mit der wir sehr gut gefahren sind, bleibt, wird die Kommunalwahl zeigen. Größte Aufgabe wird sein, die notwendige Sanierung des Rathauses und des Rathausgartens durchzusetzen. Dafür habe ich vergeblich gekämpft.

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