An der Gladbacher Straße 239 saniert das Zukunftsforum ein Gebäude für mehrere Altersgruppen.

Gaby Brockers und Ulrich Gruber vom Forum „Lokale Agenda 21“ sind die Köpfe hinter dem Projekt Mehrgenerationenhaus.
Gaby Brockers und Ulrich Gruber vom Forum „Lokale Agenda 21“ sind die Köpfe hinter dem Projekt Mehrgenerationenhaus.

Gaby Brockers und Ulrich Gruber vom Forum „Lokale Agenda 21“ sind die Köpfe hinter dem Projekt Mehrgenerationenhaus.

Andreas Bischof

Gaby Brockers und Ulrich Gruber vom Forum „Lokale Agenda 21“ sind die Köpfe hinter dem Projekt Mehrgenerationenhaus.

Süd. Noch hat das Haus Gladbacher Straße 239 den Charme einer Bruchbude. Die Fassade ist schmutzig grau. Die Fenster sind zerbrochen oder mit Zeitungen beklebt. Der Fußbodenbelag in den Wohnungen ist zerfetzt, und die Wände sind verschmiert. Doch das ist bald vorbei. Innerhalb des nächsten Jahres wird aus dem Haus ein Vorzeige-Gebäude des Zukunftsforums Krefeld "Lokale Agenda 21" entstehen - mit umweltfreundlichen Finessen wie Solarthermie und Rapsölheizung.

"Am 4. Februar haben wir die Verträge unterschrieben, jetzt war die Übergabe. Nun können wir loslegen", sagte am Montag Forums-Vorsitzender Ulrich Grubert bei der Besichtigung der noch eiskalten Räume. "Vom Keller bis zum Dach werden wir sanieren und ein Mehrgenerationen-Projekt auf vier Etagen mit Garten starten. Alt und Jung sollen gemeinsam in der Stadt und im Einklang mit der Natur leben. Es wird schön hier."

Bis dahin ist viel zu tun. Unter Anleitung von Architekt Jürgen Schwittmann, der ehrenamtlich arbeitet, und mit viel Eigenleistung wird das 1923 erbaute Haus für rund 450000 Euro auf Vordermann gebracht. "Eine gute Hilfe sind die Gelder der Bundeskreditanstalt für Wiederaufbau, zu denen uns die Sparkasse verholfen hat", sagt Grubert. Getilgt wird durch die Mieten.

Das Gebäude wurde für 30 Jahre per Erbbaupachtvertrag von der Stadt übernommen. Gaby Brockers, zweite Vorsitzende des Zukunftsforums, erklärt: "Wir möchten hier etwas für die Bürger der Stadt und für die Revitalisierung der Südstadt tun." In der integrativen Wohnform sollen mehrere Generationen aus verschiedenen sozialen Schichten füreinander da sein. Beim Kinderhüten, Essenkochen oder Einkaufengehen.

Im Keller wird eine Rapsölheizung mit Öl aus der Region untergebracht. Auf das Dach kommt eine Solarkollektoranlage, die das Brauchwasser erhitzt. Grubert: "Wir verringern hier gegenüber dem bisherigen Verbrauch mit Kohleöfen den CO2-Ausstoß um 84 Prozent."

Sieben verschieden große Wohneinheiten entstehen auf den Etagen. Ins Dachgeschoss kann eine Wohngemeinschaft einziehen, was sicher für Hochschul-Studenten interessant wäre. Im Erdgeschoss beziehen das Zukunftsforum und der Bund für Umwelt- und Naturschutz je ein Büro. Außerdem werden dort Wände für einen großen, barrierefrei erreichbaren Gemeinschaftsraum herausgerissen.

Bei einer Veranstaltung am 20. März um 19 Uhr in der VHS erhalten Interessierte weiter Informationen.

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