Die integrative Behandlung ist heute europaweit bekannt. Das Alexianer startete damit vor zehn Jahren.

wza_750x1116_431106.jpeg
Der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. Andreas Horn, hat das „Krankenhaus ohne Bett“ entwickelt.

Der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. Andreas Horn, hat das „Krankenhaus ohne Bett“ entwickelt.

Privat

Der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. Andreas Horn, hat das „Krankenhaus ohne Bett“ entwickelt.

Krefeld. Depressionen und Angststörungen entwickeln sich zur neuen Volkskrankheit. Der Weltgesundheits-Organisation zufolge werden Depressionen im Jahr 2020 in den entwickelten Ländern in der Häufigkeit die Herz-Kreislauf-Krankheiten abgelöst haben.

Eine Entwicklung, der die Krankenhaus Maria-Hilf GmbH schon vor zehn Jahren Rechnung getragen hat und die Behandlung ohne Bett bundesweit modellhaft ins Leben gerufen hat. Ihr Name: Integrative psychiatrische Behandlung, kurz IPB.

1500 Patienten wurde in den vergangenen zehn Jahren geholfen

"Wir konnten in den vergangenen zehn Jahren schon mehr als 1500 Patienten mit dieser innovativen Behandlungsform helfen", sagt Dr. Andreas Horn, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Lange bevor die Gesundheitsreform die ambulante Behandlung gezielt gefördert hat, entwickelte die Klinik für Psychiatrie basierend auf Erfahrungen mit der 1992 aufgebauten Institutsambulanz und dem ambulanten Pflegedienst das "Krankenhaus ohne Bett".

Das Projekt wurde vom Bundesgesundheitsministerium gefördert und frühzeitig von den Krankenkassen als Alternative zur klassischen psychiatrischen stationären Behandlung finanziert.

Diese drei Buchstaben sind die Abkürzung für "Integrative Psychiatrische Behandlung" und stehen für eine innovative Akutbehandlung psychisch kranker Menschen.

Behandlungsschwerpunkte der IPB sind Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Demenz und Angststörungen.

Klinikärzte, niedergelassene Mediziner sowie ein großer Betreuer- und Therapiestab arbeiten eng miteinander.

Die IPB ist als Bundesmodell 1998 bekannt geworden und ist Vorbild für die seit 2000 gesetzlich verankerte integrierte Versorgung.

Das Besondere der IPB ist die Behandlung im Wohnumfeld des Patienten. Auch wenn die übliche Diagnostik im Krankenhaus durchgeführt wird, finden wesentliche Elemente der Klinik-Behandlung in den eigenen vier Wänden statt.

Dadurch werden Menschen mit Angststörungen, die sich seit Jahren nicht aus der eigenen Wohnung gewagt haben, ebenso erreicht wie junge Mütter mit Depressionen, die nicht ihre Kinder durch einen Krankenhausaufenthalt im Stich lassen wollen.

Dadurch ändere sich auch die Beziehung zwischen Patient und dem Behandler. Horn: "Man begegnet sich gewissermaßen auf Augenhöhe." Inbegriffen ist auch eine Familientherapie, damit der Kranke zu Hause die Unterstützung bekommt, die er braucht.

Die Rückfallquote sei bei dieser Behandlungsform geringer. Das hat die Kölner Universitätsklinik in einer Studie eindrucksvoll aufgezeigt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer