Die Stadt unternimmt einen neuen Anlauf, einen Käufer für das Anwesen zu finden.

wza_1500x880_430531.jpeg
190 Quadratmeter Wohnfläche, angrenzende Scheunen und 6300 Quadratmeter Grundstück gehören zum Verkaufspaket.

190 Quadratmeter Wohnfläche, angrenzende Scheunen und 6300 Quadratmeter Grundstück gehören zum Verkaufspaket.

Dirk Jochmann

190 Quadratmeter Wohnfläche, angrenzende Scheunen und 6300 Quadratmeter Grundstück gehören zum Verkaufspaket.

Fischeln. Seit mehr als zwei Jahren liegt der Hannenhof an der Oberbruchstraße in Fischeln im Dornröschenschlaf. In der vergangenen Woche entwickelte sich rund um das Objekt eine seltsame Betriebsamkeit. Der Grund für die zahlreichen Fahrzeuge sind Besichtigungstermine, die das Liegenschaftsamt auf dem Hannenhof durchgeführt hat.

Dass die Stadt Krefeld derzeit einen neuen Anlauf unternimmt, den Hof zu verkaufen, bestätigt Planungsdezernent Thomas Visser auf WZ-Anfrage. Noch bis Freitag können potenzielle Investoren Angebote für das Anwesen mit einer Wohnfläche von 190Quadratmetern, angrenzenden Scheunen und einer Grundstücksfläche von 6300Quadratmetern abgeben. Nicht direkt an den Hof grenzende Flächen, vor allem im Süden Fischelns, bleiben im Besitz der Stadt.

Stadt wünscht sich Wohnungen und Büros

"Die Bieter müssen uns neben einem Kaufpreis zudem mitteilen, wie sie den Hannenhof nutzen wollen", sagt Visser. Ziel bei der Auswahl des Käufers sei ein Umbau zu Wohn- und Büroflächen. Wegen der Nähe zu anderen Häusern und wegen des Landschaftsschutzgebietes Fischelner Bruch komme eine lärmende und verkehrsreiche Nutzung nicht in Frage.

"Darauf werden wir mit Argusaugen achten. Der Höfecharakter des Bruchs muss erhalten bleiben", sagt SPD-Ratsfrau Doris Nottebohm. Nutzungsideen wie ein Waldorf-Kindergarten und ein Tierhof hatten sich zerschlagen.

Einen Kaufpreis nennt die Stadt in der Ausschreibung bewusst nicht, um die Bieter nicht zu beeinflussen, erklärt der Planungsdezernent. Sie hatte vor zwei Jahren das Anwesen inklusive elf Hektar Ländereien für 1,24 Millionen Euro gekauft und war dafür kritisiert worden.

Ein Gerichtsgutachter hatte den Wert von 800000 Euro ermittelt, das Mindestgebot bei der Versteigerung lag bei 560000 Euro. Die Stadt hatte den Kaufpreis damit begründet, Tauschflächen zu benötigen, um an anderer Stelle Häuser oder Straßen bauen zu können.

Den Verkaufspreis positiv beeinflussen wird nach Ansicht von Visser der Wegfall der Ostumgehung, die nach früheren Planungen unmittelbar am Hannenhof vorbei verlaufen wäre.

"Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, ob solch eine viel befahrene Straße vor der Tür liegt oder nicht", erklärt der Dezernent. Der politische Beschluss, die Umgehung aus dem Flächennutzungsplan herauszunehmen, liege vor.

Die Entscheidung, den Plan offenzulegen und rechtskräftig werden zu lassen, sei aber bisher nicht umgesetzt, stellt FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann fest. "Angesichts der wechselhaften Mehrheiten bin ich mir nicht sicher, ob dies in Kürze passiert", meint er.

Heitmann bleibt bei seiner Kritik von vor zwei Jahren, der Kaufpreis sei zu hoch gewesen. Da sich die Immobilienpreise eher negativ entwickelt hätten, geht er von schwierigen Verhandlungen aus.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer