Annabel Frenzen lebt auf dem Reiterhof ihrer Eltern. In diesem Jahr wurde sie mit ihrem Pferd Christobal Deutsche Vize-Meisterin im Dressurreiten.

Krefeld-Fischeln. Öffnet man das Tor zum Reiterhof Frenzen, kommt einem der Geruch von Pferden und frischem Heu entgegen und man tritt ein in die Welt des Pferdesports. Das ist die Welt von Annabel Frenzen. Die 20-Jährige ist auf dem Reiterhof ihrer Eltern aufgewachsen - die Begeisterung für Pferde wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt. Bereits mit vier Jahren begann sie zu reiten.

"Meine Eltern wollten mich etwas bremsen und mir Raum für andere Interessen lassen. Deshalb haben sie mir erst mal eine Reitbeteiligung gegeben", erzählt die junge Frau. Aber die Leidenschaft war geweckt, auch Ballettstunden und Gitarrenunterricht konnten daran nicht rütteln. Inzwischen gehören ihr zwei Pferde, mit denen sie in den vergangenen Jahren an vielen Dressurturnieren teilgenommen hat.

Die Pferde sind ganz verschieden

"Christobal ist frech und temperamentvoll, Royal Rubin eher ängstlich. Gerade diese Unterschiede sind so interessant", erzählt die Abiturientin. "Bei den verschiedenen Charakteren merkt man, dass man nicht nur für sich alleine verantwortlich ist, sondern dass man einen Partner an seiner Seite hat, was viel Vertrauen und einen guten Umgang erfordert."

Nach ihrem Abitur Anfang des Jahres nahm sie sich ein Jahr Auszeit, um sich ganz dem Reiten zu widmen. Diszipliniert beginnt sie ihren Tag um sechs Uhr in der Früh und kümmert sich dann um sieben Pferde, die gestriegelt und geritten werden wollen. Nachmittags gibt sie Schülern Reitunterricht.

Zwischendurch reitet sie aus oder kümmert sich anderweitig um ihre Tiere. "Dies ist auch mein letztes Jahr, in dem ich in der Altersklasse U21 reite", so Frenzen. "Im nächsten Jahr mache ich bei den Erwachsenen mit, und das ist ein riesiger Sprung. Es ist nicht leicht, im Erwachsenensport an die Spitze zu gelangen."

Aber die sympathische Pferdenärrin ist auf dem besten Weg dorthin. Als langjähriges Mitglied des Bundeskaders belegte sie dieses Jahr mit Christobal den zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft der jungen Reiter in Aachen. Vor vier Jahren wurde sie Mannschafts-Europameisterin.

Für andere Hobbys bleibt ihr da nur wenig Zeit. "Im Sommer gehe ich manchmal joggen. In meiner freien Zeit treffe ich mich meistens mit Freunden", so Frenzen. Und die reiten wie sie größtenteils in dem Dressurstall am Kütterweg. Auch ihre Eltern, Achim und Beate Frenzen, sind erfolgreiche Dressurreiter, zahlreiche Fotos von Turnieren zieren die Flurwände im elterlichen Haus. "Diese Reitart ist feiner und gefühlvoller als zum Beispiel Springreiten", sagt Frenzen.

Der Hof beherbergt neben dem Reit- auch einen Zuchtbetrieb. Vier Zuchtstuten werden jedes Jahr gedeckt. Die Fohlen bleiben bis zum dritten Lebensjahr auf dem Hof, danach werden sie verkauft oder auf dem Hof ausgebildet. Rund 70 Pferde sind in den Ställen beheimatet. 20 davon sind im Besitz von Familie Frenzen, bei den anderen handelt es sich um Privatpferde.

"Es ist toll, auf einem Reiterhof zu leben", sagt die Reiterin, und ihre Augen leuchten dabei. "Morgens aufzustehen und direkt den Stall vor der Türe zu haben, ist schon schön. Im Sommer ist es noch schöner hier." In der warmen Jahreszeit ist sie fast jedes Wochenende auf einem Turnier.

Im nächsten Jahr will sie ein Medizinstudium beginnen. "Ich möchte nicht direkt in den Reitbetrieb meiner Eltern einsteigen", sagt sie. "Reiten soll erstmal mein Hobby bleiben."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer