Das ehemalige Studentenwohnheim an der Alten Gladbacher Straße steht seit über zehn Jahren leer und verkommt.

Das ehemalige Studentenwohnheim an der Alten Gladbacher Straße steht seit über zehn Jahren leer und verkommt.
Der hässliche Koloss an der Alten Gladbacher Straße ist den Bewohnern des Südbezirks ein Dorn im Auge.

Der hässliche Koloss an der Alten Gladbacher Straße ist den Bewohnern des Südbezirks ein Dorn im Auge.

Andreas Bischof

Der hässliche Koloss an der Alten Gladbacher Straße ist den Bewohnern des Südbezirks ein Dorn im Auge.

Krefeld. „Seit über zehn Jahren kämpfen wir darum, dass diese entsetzliche und gefährliche Ruine endlich verschwindet.“ Gisela Brendle-Vierke ist der Verzweiflung nahe. Die Bezirksvorsteherin im Südbezirk ist enttäuscht darüber, dass es doch wieder nichts wurde mit dem Abbruch des ehemaligen Studentenwohnheims an der Alten Gladbacher Straße. In diesen Tagen hätten die ersten Bewohner eines geplanten Seniorenheimes dort einziehen sollen. Es sollte die seit über zehn Jahren leer stehende Ruine ersetzen.

2014 wollte ein Investor aus NRW mit dem Bau beginnen. Die beiden Architekten Bertold Schmitz und Klaus Schwittay (Mülheim/Ruhr und Wuppertal) hatten im Frühjahr 2014 die konkreten Pläne vorgelegt. Dem aber schob der Rat in Form des Pflegebedarfsplans einen Riegel vor. Aus der Verwaltungsvorlage, die dem Rat in seiner Sitzung im März dieses Jahres vorlag, geht hervor, dass in Dießem/Lehmheide, also im Südbezirk, ein Überhang von fast 200 Pflegeplätzen vorhanden sei.

Weitere Kapazitäten sind politisch nicht erwünscht

Derzeit seien dort knapp 300 Plätze (einschließlich der Kurz- und Tagespflegeplätze) vorhanden; als Bedarf werden von den Statistiken bis 2015 jedoch nur 114 Plätze errechnet. Demnach war ein weiteres Pflege- oder Wohnheim für Senioren im Südbezirk politisch nicht mehr erwünscht. Offen ist die Frage, ob die demografische Entwicklung diese Position in einigen Jahren nicht überholt.

Brendle-Vierke ist von dieser Entscheidung alles andere als angetan. Rund 15 Millionen Euro wollte ein Betreiber in das geplante Senioren-Pflegeheim an der Alten Gladbacher Straße investieren. Auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück des ehemaligen Studentenwohnheims sollte bis Ende 2015 das „“Haus am Südpark - Wohnen für Senioren“ entstehen. Die noch bestehende, zwölfstöckige Ruine aus dem Jahr 1972 sollte demnächst abgebrochen werden. Der Antrag zum Abbruch war bereits in Arbeit. Großzügiges Grün war für den im Außenbereich vorgesehen. Geplant war außerdem im nach Süden offenen Innenhof ein kleiner Teich. Zu den weiteren Einrichtungen sollten ein Frisör und ein Kiosk gehören.

Brendle-Viercke verweist darauf, dass stattdessen die benachbarte städtische Kita und die Kurt-Tucholsky-Gesamtschule darüber klagen, dass die Ruine von Kindern und Jugendlichen als Abenteuerspielplatz genutzt wird, Vandalismus und Trinkgelage die Nachbarn verunsichern. Abgerundet wird dieses Negativ-Bild davon, dass das eingezäunte Gelände mehr und mehr vermüllt wird.

Die Historie Das vom Bau- und Wohnungsunternehmen Lichtenberg und Röder 1972 gebaute zwölfstöckige Hochhaus musste rund zehn Jahre später wegen eines Risses im Gebäude von den Studenten der damaligen Fachhochschule verlassen werden. Nach der Beseitigung der Gebäudeschäden wurde das Haus von einem Investor aus Düsseldorf umgebaut und an „normale“ Bürger vermietet. Wegen fehlender Brandschutzeinrichtungen musste der rund 40 Meter hohe Bau später erneut freigeräumt werden und steht nach Informationen von Anwohnern seit 2003 leer.

 
Das Objekt Das Haus liegt nahe dem zwölfstöckigen Wohnkomplex an der Alten Gladbacher Straße 31, in dem rund 1000 Menschen wohnen. Dieses erlangte vor mehr als 20 Jahren traurige Bekanntheit, als dort ein Vater mit einem Brandanschlag seine vierköpfige Familie auslöschte

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