In Bockum und Traar können mangels Personal zur Zeit keine Trauungen stattfinden.

In Bockum und Traar können mangels Personal zur Zeit keine Trauungen stattfinden.
Derzeit ist es einfacher im Blauen Enzian von Standesbeamtin Sandra Wefers getraut zu werden, als im Bockumer und Traarer Rathaus zu heiraten.

Derzeit ist es einfacher im Blauen Enzian von Standesbeamtin Sandra Wefers getraut zu werden, als im Bockumer und Traarer Rathaus zu heiraten.

DJ

Derzeit ist es einfacher im Blauen Enzian von Standesbeamtin Sandra Wefers getraut zu werden, als im Bockumer und Traarer Rathaus zu heiraten.

Bockum/Traar. Heiraten in einer Mühle oder auf der Burg Linn ist in Krefeld kein Problem. Schwieriger wird es hingegen dann, wenn Brautpaare in Bockum oder Traar sich das Ja-Wort geben wollen. Trotz schöner Trausäle in den jeweiligen Rathäusern sind dort seit einigen Monaten Trauungen nicht möglich. Das wird sich in Kürze ändern, verspricht Achim Kesseler, der Leiter des Standesamtes Mitte.

Die Fraktionen von CDU und SPD in der Bezirksvertretung Ost hatten das Thema in der jüngsten Sitzung auf die Tagesordnung gehoben. In einem gemeinsamen Antrag erklären sie: „Es darf nicht sein, dass es im gesamten Stadtgebiet Krefeld-Ost keine Möglichkeit der Eheschließung mehr gibt.“ Brautleute seien verwundert, wenn sie in den Bezirksverwaltungsstellen in Bockum und Traar ihr Aufgebot bestellen wollen und erfahren, dass die Trauung nicht vor Ort möglich ist. Dabei verfügen beide Rathäuser über außergewöhnlich attraktive Trausäle.

Hochzeiten in Traar sollen montags bis donnerstags möglich sein

Der Grund für diese unerfreuliche Situation sei fehlendes Personal. Die Bezirksvertreter von CDU und SPD regen deshalb an, „einen oder mehrere zur Verfügung stehende Standesbeamten rollierend und nach einem langfristig abgestimmten wöchentlichen Einsatzplan in den Rathäusern Bockum und Traar wieder Trauungen vornehmen zu lassen“. In jedem Rathaus könnte jeweils alle 14 Tage dann eine Trauwoche stattfinden.

Die Verwaltung hat auf den Vorschlag kurzfristig schon reagiert. Laut Kesseler soll ab März in Traar die dort bislang alleine arbeitende Mitarbeiterin durch eine zweite halbe Stelle unterstützt werden. „Dann können dort von Montag bis Donnerstag auch wieder Eheschließungen stattfinden“, sagt Kesseler.

„Das ist ja schon mal hervorragend“, kommentiert Marc Blondin, Vorsitzender des Bürgervereins Traar, die Neuigkeit. Ein Problem sei jedoch, auch weiterhin freitags nicht im Rathaus heiraten zu können. „Das wäre ein Service, den die Stadt anbieten sollte, wenn sie die Stadtteile tatsächlich stärken will“, sagt Blondin.

In Bockum sind Trauungen an zwölf Freitagen geplant

„Da der Freitag der klassische Eheschließungstag ist, kann nicht jeden Freitag jeder Standort in Krefeld als Traustandort angeboten werden“, erklärt Kesseler. Grundsätzlich finden freitags parallel im Stadtpalais in Stadtmitte, den Rathäusern Uerdingen und Hüls sowie oft auch im Jagdschloss Linn Trauungen statt. In diesem Jahr sei außerdem beabsichtigt, zwölf Freitagstermine in Bockum zusätzlich zu vereinbaren. Fest terminiert sind derzeit bereits die Freitage 13. Mai. 10. Juni, 8. Juli. 5. August, 19. August, 14. Oktober sowie Samstag der 12. November.

„Für Traar wäre es ein wichtiges Signal, wenn zumindest in Absprache mit der Verwaltung freitags Trauungen hier wieder möglich wären“, sagt Blondin.

Dass bereits heute das Standesamt flexibel auf die Wünsche der Krefelder reagiert, macht Kesseler am Beispiel von Hüls deutlich. Dort sei im vergangenen Jahr der Ausfall eines Kollegen durch den Einsatz mehrerer anderer Kolleginnen ausgeglichen worden. Die Anzahl der Trauungen sei nicht beeinträchtigt worden. Insgesamt haben im vergangenen Jahr rund 1000 Paare in Krefeld geheiratet.

Diese Anzahl erfordere viel Organisationsarbeit im Hintergrund. Bereits heute werden Trautermine in sechs Monaten vergeben. Um die zu garantieren, spreche er immer zwei Standesbeamte gleichzeitig an – einer quasi als Reserve. „Wenn der eine krank wird, springt der andere ein“, sagt Kesseler. Zwölf Standesbeamte hat er in den Stadtteilen am Start, zwölf weitere Mitarbeiter können bei Bedarf kurzfristig einspringen. „Die fehlen in solchen Situationen dann aber am Schalter der Bürgerservice-Büros“, sagt Kesseler.

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer