Krefeld

Stadt will Bürgerbüro in Linn bald öffnen

Die Verwaltung kündigt an, dass die neue Anlaufstelle im Textilmuseum im Herbst an den Start gehen soll. Anwohner ärgern sich über die monatelange Verspätung.

Ursula Giebels und Philip Weimann vom Linner Bürgerverein können über die Ankündigung der Stadt nur müde lächeln. Seit Anfang des Jahres warten sie darauf, dass das neue Bürgerbüro im Deutschen Textilmuseum eröffnet.
Ursula Giebels und Philip Weimann vom Linner Bürgerverein können über die Ankündigung der Stadt nur müde lächeln. Seit Anfang des Jahres warten sie darauf, dass das neue Bürgerbüro im Deutschen Textilmuseum eröffnet.

Ursula Giebels und Philip Weimann vom Linner Bürgerverein können über die Ankündigung der Stadt nur müde lächeln. Seit Anfang des Jahres warten sie darauf, dass das neue Bürgerbüro im Deutschen Textilmuseum eröffnet.

Andreas Bischof

Ursula Giebels und Philip Weimann vom Linner Bürgerverein können über die Ankündigung der Stadt nur müde lächeln. Seit Anfang des Jahres warten sie darauf, dass das neue Bürgerbüro im Deutschen Textilmuseum eröffnet.

Krefeld.  Es tut sich was im neuen Linner Bürgerbüro. In den vergangenen Wochen haben Techniker den Arbeitsplatz im Eingangsbereich des Deutschen Textilmuseums mit einem Rechner ausgestattet, daneben einen Drucker aufgebaut. Milchglasfarbene Stellwände stehen bereit, um im öffentlichen Bereich für mehr Privatsphäre zu sorgen, vor den Fenstern zum Andreasmarkt schützen Lamellen vor neugierigen Blicken und Sonne. Alles ist eingerichtet, bezugsfertig sozusagen. Eigentlich könnte es jetzt losgehen, nur: Der Stuhl im Bürgerbüro ist weiterhin leer.

Im Sommer 2016 präsentiert die Stadt das Textilmuseum als Lösung

Seit Monaten komme Post im Textilmuseum an, adressiert an den Bürgerservice am Andreasmarkt, Briefe, die die Museumsmitarbeiter zurück an die Stadt schicken müssten, erzählt Philip Weimann. Der Geschäftsführer des Linner Bürgervereins ist fassungslos: „Seit eineinhalb Jahren gibt es in Linn kein Bürgerbüro mehr. Ende Februar sollte das neue im Textilmuseum endlich fertig sein.“ Geöffnet hat es bis heute nicht. Anfragen des Bürgervereins zum Sachstand ignoriere die Stadt, ärgert Weimann sich weiter und erklärt: „Wir fühlen uns von Politik und Verwaltung verschaukelt.“

Ein Rückblick: Das ehemalige Stadtteil-Bürgerbüro ist seit Ende März vergangenen Jahres geschlossen. „Grund war der Verkauf der damals städtischen Immobilie Rheinbabenstraße 110“, sagt Stadtsprecher Timo Bauermeister. Die Mitglieder des Linner Bürgervereins um Philip Weimann und Vorsitzende Ursula Giebels kommen zu dieser Erklärung: „Die Stadt wollte das Bürgerbüro schließen, weil angeblich nicht genug Bürger kamen, um das Personal dort zu halten. Als erstes wurde das Standesamt wegreduziert, dabei haben wir in Linn viele Hochzeiten“, sagt Giebels. „Dann war das Büro für Rentenfragen weg.“

„Wir fühlen uns von Politik und Verwaltung verschaukelt.“

Philip Weimann, Geschäftsführer des Linner Bürgervereins, über den Stillstand in Sachen Bürgerbüro

Weil die Öffnungszeiten nicht mehr eingehalten worden seien, hätten Bürger immer öfter vor verschlossener Tür an der Rheinbabenstraße gestanden, sagt Weimann und: „So kann man natürlich leicht behaupten, dass es keine Nachfrage gibt.“ Von der Schließung des Bü gerbüros hätten viele Linner dann durch die Zeitung und das abgeklebte Schild an der Eingangstür erfahren. Dass die Anlaufstelle im Frühjahr 2016 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion dichtgemacht wurde, hatte damals für große Verwirrung in der Altstadt gesorgt. „Erst habe ich gedacht, es wäre ein Aprilscherz. Wenn das der neue Umgang mit den Bürgern ist, dann haben wir hier bald Stuttgart 21“, hatte sich Weimann damals am WZ-Mobil empört.

Bereits 2013 sollte das Bürgerbüro schließen, als Opfer des Nothaushalts, das hatte man damals noch durch eine groß angelegte Unterschriftenaktion verhindern können. Drei Jahre später war dann trotzdem Schluss. Nicht ohne dass die Forderung nach einer Anlaufstelle im Stadtteil zum Wahlkampfthema wurde. „Alle Parteien haben sich dafür eingesetzt, eine Alternative zu finden.“ Im Sommer vergangenen Jahres habe man dann das Textilmuseum als Lösung präsentiert. „Nachdem erst Möbel und dann der Intranetanschluss fehlten, hat man die Eröffnung von Februar auf April verschoben“, erinnert sich Weimann. Vom jü gsten Fortschritt ist er „positiv überrascht“. Wann es öffnet? „Das wissen wir immer noch nicht.“

Stadtsprecher Timo Bauermeister weiß mehr. Er erklärt: „Die grundsätzlich für Mai 2017 vorgesehene Eröffnung des Bürgerbüros Linn musste verschoben werden, da Klärungsbedarf im Bezug auf den Versicherungsschutz und den Brandschutz des Deutschen Textilmuseums bestand. Nachdem auch diese teils komplexen Themen geklärt werden konnten, ist nun eine Eröffnung für Herbst vorgesehen.“

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Krefeld

Als Bruchhöfe noch das Hippedörp hieß

Vor 85 Jahren ist die Siedlung an der damaligen Stadtgrenze zu Traar für kinderreiche Familien entstanden. Sie versorgten sich selbst. Am Samstag feiern die Bewohner das lange Bestehen der Nachbarschaft.

Die Siedlung Bruchhöfe entstand 1932 als Heimstättensiedlung der Stadt Krefeld. Der Brockerhof war ein ansehnlicher Besitz im Gegensatz zu den kleinen Siedlungshäusern, in denen zu Anfang teils auf 62 Quadratmetern jeweils eine bis zu zehnköpfige Familie wohnte.  Historische
Die Siedlung Bruchhöfe entstand 1932 als Heimstättensiedlung der Stadt Krefeld. Der Brockerhof war ein ansehnlicher Besitz im Gegensatz zu den kleinen Siedlungshäusern, in denen zu Anfang teils auf 62 Quadratmetern jeweils eine bis zu zehnköpfige Familie wohnte. Historische

Die Siedlung Bruchhöfe entstand 1932 als Heimstättensiedlung der Stadt Krefeld. Der Brockerhof war ein ansehnlicher Besitz im Gegensatz zu den kleinen Siedlungshäusern, in denen zu Anfang teils auf 62 Quadratmetern jeweils eine bis zu zehnköpfige Familie wohnte. Historische

Siedlergemeinschaft

Die Siedlung Bruchhöfe entstand 1932 als Heimstättensiedlung der Stadt Krefeld. Der Brockerhof war ein ansehnlicher Besitz im Gegensatz zu den kleinen Siedlungshäusern, in denen zu Anfang teils auf 62 Quadratmetern jeweils eine bis zu zehnköpfige Familie wohnte. Historische

Krefeld. Eine Hippe gehörte in den ersten Jahren der Siedlung Bruchhöfe zu jedem Haushalt. Hippe ist der kriiewelsche Ausdruck für Ziege. Zu den Siedlungsgrundstücken erhielten die neuen Eigentümer die Ziege gratis, denn die kinderreichen Familien ohne Arbeit sollten sich mithilfe ihrer Parzelle, mit Gemüseanbau und Tierhaltung selbst versorgen. Lange sprachen die Nachbarn deshalb vom Hippedörp.

Am kommenden Samstag erinnert die Siedlergemeinschaft Bruchhöfe mit einem großen Fest an ihre Gründung im Jahre 1932. Im Gemeinschaftshaus an der Alten Rather Straße 105 gibt es ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen.

Wilma Lorenzen gilt als Urgestein: „Ich bin die Einzige, die seit 79 Jahren hier in der Siedlung wohnt und sie noch keinen Tag verlassen hat.“ Sie freut sich mit den anderen besonders auf Gegrilltes und ein Gläschen Bier. Dazu wird ab 18 Uhr die Band KISUM (Musik rückwärts gelesen!) aus Gartenstadt für Stimmung sorgen.

Die Siedlung, heute versteckt in Elfrath gelegen, entstand in den 1930er- Jahren im wasserreichen Bruch. Hier gab es nur ein paar Bauernhöfe in der Nähe von Haus Rath. Die Stadt Krefeld ging auf die Idee der damaligen Reichsregierung ein, armen Leuten Grund und Boden zu verschaffen und sie damit ein wenig aus dem Elend herauszuholen.

Voraussetzung für eine Siedlerstelle war, dass die Familie mehrere Kinder hatte, der Ernährer arbeitslos war und Geschick zur Landbearbeitung besaß. In einer Schrift findet man die weiteren Bedingungen: „Die Gesamtkosten einer Siedlerstelle durften 3000 Reichsmark (RM) nicht überschreiten. Für die Finanzierung wurde ein zinsgünstiges Reichsdarlehen gewährt. Den Restbetrag von 500 RM hatte der Siedler durch eigene Arbeitsleistung im Wege der Selbst- und Nachbarhilfe zu erbringen.“ Seinerzeit sprach man salopp von der Muskel-Hypothek.

Die Siedlungshäuser waren nicht groß. Wilma Lorenzen bewohnt noch eine Doppelhaushälfte mit einem Grundriss von 6,40 mal 4,70 Meter. Im Erdgeschoss gab es ein kleines Wohn- und ein Schlafzimmer. Im Dachgeschoss, über eine steile hölzerne Treppe erreichbar, befanden sich zwei kleine Kinderzimmer. Ein kleiner Anbau für die Küche führte zu den Schuppen für die Tiere. Und das Klo befand weit hinten im Garten. Bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es für die Siedlung nur Sickergruben, dann erst erfolgte der Kanalanschluss.

„Die reichen Traarer hatten nicht viel übrig für die armen Schlucker“

Elisabeth Büntjen, die gemeinsam mit dem Ehepaar Barbara und Detlev Dohmen und Ralf Schenke zum Vorstand der Gemeinschaft gehört, erzählt, dass die ganz alten Bewohner sich noch immer als Traarer fühlen, obwohl man schon seit vielen Jahren zu Elfrath gehört. „Die reichen Traarer Bauern hatten nicht viel Sympathie für die armen Schlucker“, berichtet sie.

Heute gibt es in der Siedlung, die nur eine Zufahrt hat und keinen Durchgangsverkehr, fast 140 Grundstücke. Die Häuser passen sich dem Siedlungscharakter an, sind jedoch oft auf das Doppelte angewachsen. Und anstatt der Tierställe dominieren auch hier die Garagen.

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Krefeld

Inrather Fanfarencorps wird 40 Jahre alt

Seit 1977 spielt die Truppe bei Umzügen. An St. Martin gibt es sogar ein Urlaubsverbot.

Proben beim Inrather Fanfarencorps in der Gaststätte Bürgerkrug am Flünnertzdyk. Markus Schroers (vorne links) ist der Vorsitzende und musikalische Leiter.
Proben beim Inrather Fanfarencorps in der Gaststätte Bürgerkrug am Flünnertzdyk. Markus Schroers (vorne links) ist der Vorsitzende und musikalische Leiter.

Proben beim Inrather Fanfarencorps in der Gaststätte Bürgerkrug am Flünnertzdyk. Markus Schroers (vorne links) ist der Vorsitzende und musikalische Leiter.

Andreas Bischof

Proben beim Inrather Fanfarencorps in der Gaststätte Bürgerkrug am Flünnertzdyk. Markus Schroers (vorne links) ist der Vorsitzende und musikalische Leiter.

Krefeld. Die 18 Aktiven des Inra-ther Fanfarencorps treffen sich am Donnerstagabend nach der Sommerpause wieder im Probelokal „Inrather Bürgerkrug“ auf dem Flünnertzdyk. Es ist Zeit, die Instrumente wieder in die Hand zu nehmen, denn am ersten September-Wochenende begeht die Truppe ihr 40-jähriges Bestehen. Am Sonntag, 3. September, macht das beliebte Corps den Freunden der Blasmusik mit einem musikalischen Frühschoppen ein besonderes Geschenk.

„Wir sind wie eine große Familie
und besonders im Inrath verwurzelt.“

Markus Schroers, Corpsleiter und erster Vorsitzender

Im Raphaelsheim an der Hülser Straße geht es dann ab 11 Uhr zur Sache. Corpsleiter und erster Vorsitzender Markus Schroers weiß, dass seine Musiker und die passiven Mitglieder sich auf den Morgen freuen. „Wir sind wie eine große Familie und besonders im Inrath verwurzelt. Hier hat mein Vater Siegfried im Jahre 1977 den Fanfarenzug gegründet. Damals war das fast ein Familienverein, denn meine Onkel, Tanten und Cousinen und Cousins spielten alle mit.“

Bei einem Jubiläumsempfang am Vorabend wird dann auch Mutter Angelika als einziges noch lebendes Gründungsmitglied im Mittelpunkt stehen. Markus Schroers selbst, heute 41 Jahre alt, ist seit seiner Jugendzeit dabei und übernahm im Jahre 2002 vom Vater die Leitung. Sein jüngerer Bruder Sascha steht ihm als zweiter Vorsitzender und stellvertretender Corpsleiter zur Seite. Und selbstverständlich ist auch Markus’ Frau Andrea mit von der Partie.

50 bis 60 Auftritte haben die Musiker im Jahr

In der Karnevalszeit sind die Blasmusiker besonders gefragt, dann bleibt kein freies Wochenende. Viele weitere Auftritte absolviert man bei Schützen- und Gartenfesten, und um St. Martin gibt es sogar ein Urlaubsverbot. Jeweils donnerstags wird geprobt, damit immer wieder neue Märsche einstudiert werden können. Beim Frühschoppen soll erstmals der anspruchsvolle Bozener Bergsteigermarsch erklingen. Dabei ist an der Trompete die jüngste „Neuerwerbung“, der elfjährige Kevin Sauerborn.

Für ihn und weitere Anfänger hat Markus Schoers jeden Dienstag Proben angesetzt. Die Kosten für Instrumente und Uniformen werden aus der gemeinsamen Kasse bestritten. Jedes Jahr gibt es eine Dankeschön-Tour, die schon einmal zum Münchener Oktoberfest führte.

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Oppum, Linn & Gellep-Stratum

Gellep-Stratum - ein Stadtteil zwischen Industrie und Vereinsleben

Anwohner und Bürgerverein kämpfen Seite an Seite für die Nordanbindung und weniger Lärm.

Der Vorstand des Bürgervereins Gellep-Stratum stellt sich vor (v.l.): Klaus Schrewe, Veronika Menne, Marion Roosen, Vorsitzender Gregor Roosen, Kurt Hartwich, Tobias Kreutzer und Marianne Jagusch.
Der Vorstand des Bürgervereins Gellep-Stratum stellt sich vor (v.l.): Klaus Schrewe, Veronika Menne, Marion Roosen, Vorsitzender Gregor Roosen, Kurt Hartwich, Tobias Kreutzer und Marianne Jagusch.

Der Vorstand des Bürgervereins Gellep-Stratum stellt sich vor (v.l.): Klaus Schrewe, Veronika Menne, Marion Roosen, Vorsitzender Gregor Roosen, Kurt Hartwich, Tobias Kreutzer und Marianne Jagusch.

Andreas Bischof

Der Vorstand des Bürgervereins Gellep-Stratum stellt sich vor (v.l.): Klaus Schrewe, Veronika Menne, Marion Roosen, Vorsitzender Gregor Roosen, Kurt Hartwich, Tobias Kreutzer und Marianne Jagusch.

Krefeld.  Fremde gibt es in einem Stadtteil mit knapp 2800 Einwohnern kaum. „In Gellep-Stratum kennt jeder jeden – wer neu dazu kommt, wird hier schnell integriert. Und wer sich einbringen will, der kann“, sagt Gregor Roosen. Zum Beispiel im Bürgerverein. 675 Mitglieder hat der, „das ist ’ne Riesennummer“, sagt dessen Vorsitzender Roosen.

Überhaupt sei das Vereinsleben im Stadtteil „intensiv“. „Wir haben keine Grund übermäßig zu Klagen. Wir wohnen gut hier. Aber was wir in Gellep-Stratum weiter brauchen, sind Ruhe und Erholungserhalt“, das ist dem zweiten Vorsitzenden, Kurt Hartwich, wichtig.

In der Tat: Die Nordanbindung des Hafens ist für den Bürgerverein Gellep-Stratum ein Dauerprojekt. „Wenn es sinnvoll ist, irgendwo Industrie anzusiedeln, dann ja in einem Hafen“, sagt Hartwich. „Aber die Infrastruktur muss vorher da sein.“ Gegen die Vorstellungen des Rheinhafens Krefeld und der IHK, die Südanbindung über die Raststätte Geißmühle und durch das Naturschutzgebiet im Latumer Bruch zu führen, hatte sich in den vergangenen Jahren eine Front von Anwohnern aus Gellep-Stratum, Linn und dem angrenzenden Meerbusch gestellt.

„Wir plädieren ganz stark für die Nordanbindung“, betont Roosen, die an die B 288 (Mündelheimer-/Düsseldorferstraße) anschließen soll, „im besten Fall, ohne die Anwohner dort noch zusätzlich zu belasten“. Die Planungen hierzu seien derzeit im politischen Genehmigungsverfahren. „Es geht aber alles viel zu langsam“, sagt Roosen. „Die Nordanbindung ist ja da – als Bürgerverein stehen wir fassungslos davor.“

Fassungslos sind die Mitglieder auch über das anhaltende Müllproblem im Bereich des Hafens. „Der Castellweg ist voll mit parkenden Lkw“, ärgert sich Marion Roosen. Die Fahrer hätten außerhalb der Öffnungszeiten keine Möglichkeit, ihre Autos auf dem Hafengelände zu parken – auch dieses Problem ist nicht neu.

„Die Fahrer kochen an der Straße, essen und entsorgen ihren Müll, verrichten ihre Notdurft dort“, beschreibt Marion Roosen die hygienischen Zustände. Dazu komme der Lärm: Mindestens 800 Lkw-Bewegungen gebe es täglich am Hafen. „Die belasten uns am Rande des Ortes.“ Vereinsmitglied Klaus Schrewe brennt ein ganz anderes Thema auf dem Herzen: die ärztliche Versorgung.

Stadtteil altert schnell

Haus-, Augen- und Zahnarzt in Gellep-Stratum hätten ihre Altersgrenze bald erreicht, was dann? „Auch eine Apotheke fehlt uns hier“, sagt Schrewe. „Es gibt hier kein Betreutes Wohnen, dabei könnte dafür hier in wenigen Jahren großer Bedarf sein.“ Denn Gellep zähle zu den am schnellsten alternden Stadtteilen Krefelds, fügt Hartwich hinzu.

Marion Roosen fehlt in ihrem Stadtteil der Dorfcharakter. „Fast jeder bemängelt, dass es hier außer der Kassenschlange vor dem Supermarkt keinen Treffpunkt gibt.“ Deshalb steht neben der Nordanbindung ein Projekt ganz weit oben auf der Baustellen-Liste des Bürgervereins, sagt Gregor Roosen: „Eine Mehrzweck- und Veranstaltungshalle, wo wir uns überdacht treffen und auch mal feiern können“.

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Verkehr

Tempo-30-Zone wird zu Rennstrecke - Schulkinder in Gefahr

Die Anwohner rund um die Rather Straße in Krefeld sind sauer auf die Stadtverwaltung. Deren Änderung der Vorfahrt gefährde vor allem Schulkinder.

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Jansen hat zu einer Informationsveranstaltung an der Kreuzung Rather Straße eingeladen. Bürger macht die Raserei dort große Sorgen.
Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Jansen hat zu einer Informationsveranstaltung an der Kreuzung Rather Straße eingeladen. Bürger macht die Raserei dort große Sorgen.

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Jansen hat zu einer Informationsveranstaltung an der Kreuzung Rather Straße eingeladen. Bürger macht die Raserei dort große Sorgen.

A. Bischof

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Jansen hat zu einer Informationsveranstaltung an der Kreuzung Rather Straße eingeladen. Bürger macht die Raserei dort große Sorgen.

Krefeld.  Rund 30 Anwohner machten bei einem Ortstermin ihrem Ärger über die geänderte Vorfahrt an der Kreuzung Rather- /Alte Kemmerhofstraße Luft. Sie waren der Einladung von SPD-Ortsvereinsvorsteher Thomas Jansen gefolgt, um mit ihm und Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel am Ort des Unmuts über Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Die Umkehrung der Vorfahrt verführe viele zum Rasen

Die Anwohner kritisieren unisono, dass vor ihrer Haustür eine Rennstrecke entlang der Rather Straße entstanden sei, seitdem die Stadtverwaltung die Vorfahrt zugunsten der Rather Straße geändert hat. „Diese Regelung ist viel gefährlicher als vorher“, klagt Ingrid Heinemann von der Alten Kemmerhofstraße. „Es ist ein Wunder, dass noch keine schweren Unfälle passiert sind.“ Sie kritisiert eine Gefährdung aller Verkehrsteilnehmer, vor allem aber der Schulkinder.

Die Anwohner rund um die Rather Straße sind sauer auf die Stadtverwaltung. Deren Vorfahrtsänderung birgt für sie Gefahren. Ein Kreisverkehr wäre die Lösung für sie.

Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel, Bezirksvertretung Ost, vor Ort.

Als ob es noch eines Beweises bedurft hätte, biegt ein Mercedes mit quietschenden Reifen um die diskutierende Gruppe herum in die Rather Straße ein und beschleunigt mit einem „Kavaliersstart“ und röhrendem Motor auf weit mehr als 50 Kilometer pro Stunde. Tempo 30 ist erlaubt.

Jansen beschreibt die Situation: „Viele halten sich nicht an die Geschwindigkeitsregelung von 30 Kilometern pro Stunde. Außerdem gibt es kaum Bürgersteige – weder an der Rather- noch an der Alten Kemmerhofstraße. Auch Geschwindigkeitskontrollen haben nichts gebracht.“ Anwohner Klaus-Dieter Bolze bestätigt das und beklagt außerdem den Missbrauch der Wohnstraße als Durchfahrtstrecke des Schwerlastverkehrs.

Was Jansen und die Mehrheit der Anwohner ärgert, ist die „Nacht-und-Nebel-Aktion“ der Stadtverwaltung, in der die Vorfahrt geändert wurde, ohne sie zuvor anzukündigen und die Meinung der Betroffenen einzuholen. Die angebrachten Spiegel seien oft beschlagen, zu klein und verzerrten die Sicht. Außerdem rücke die Stadtverwaltung keine Unfallzahlen heraus, mit denen sie ihre Änderungsaktion rechtfertige. „Wir misstrauen dieser Aussage ohne Beweise“, sagt Jansen.

Straße ist Schleichweg zwischen Hüls und Uerdingen

Merkel spricht von einer „Auto-Vorrang-Politik von Uerdingen nach Hüls“. Die Strecke werde von vielen Berufstätigen, die im Chemiepark, bei Siemens oder anderswo arbeiten, als Schleichweg benutzt. Das gelte auch für die nur für Anlieger offene Maria-Sohmann-Straße in Richtung Hüls. Zu den Berufs- und Schichtwechselzeiten werde die Rather Straße stark befahren und zur Rennstrecke.

„Die Geschwindigkeit muss runter“, fordert Jansen eine Verkehrsberuhigung und erhält zustimmendes Kopfnicken. Er schlägt vor, den Verkehrsfluss durch sogenannte Nasen, Einbuchtungen, versetzte Parkstreifen oder Verkehrsinseln bewusst zu stören und zu verlangsamen. Das geht Ingrid Heinemann noch nicht weit genug: „Die einzig sinnvolle Lösung wäre ein Kreisverkehr, dann hört die Raserei sofort auf.“ Dieser Vorschlag kommt auch bei den Mitdiskutierenden an.

Verworfen wird hingegen eine Rückkehr zur vorherigen Lösung. „Das hilft gar nichts“, weiß Irmgard Holthaus aus eigener Erfahrung. Sie bewohnt den historischen Schmithof an der Kreuzungsecke und verweist auf die vielen Lackspuren an ihrer Mauer, die zumeist Großfahrzeuge dort hinterlassen haben.

Inge Ramdohr, die das gegenüberliegende Haus bewohnt, beschwert sich darüber, dass der Fachbereich Tiefbau den Rückschnitt ihrer Hecke fordere, weil die Rather Straße von der Alten Kemmerhofstraße aus kaum einsehbar ist. Sie will die Hecke erhalten, weil sie Schutz gegen Lärm, Schmutz und vor Einsicht bietet. Sie habe sich vor dem Bau ihres Hauses vergewissert, dass ein solcher Schutz erlaubt sei. Im Übrigen habe die Stadt 1976 die Alte Kemmerhofstraße als Sackgasse mit einem Wendehammer geplant, das Vorhaben aber nie umgesetzt.

„Wir wollen heute ein Stimmungsbild aufnehmen und die Vorschläge daraus mit in die nächste Sitzung der Bezirksvertretung am 12. Oktober nehmen“, zieht Jansen ein Fazit der kontroversen, lebhaften Diskussion. „Immerhin sind sich alle politischen Fraktionen einig, dass der jetzige Zustand nicht haltbar ist“, ergänzt Merkel. Üblicherweise kämen Politik und Stadtverwaltung im Gespräch meist überein. In diesem Fall habe es wohl ein Kommunikationsproblem gegeben.

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