Die Aufgabe des Stadthauses löst viele Probleme, laut Oberbürgermeister.

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Ein neues Verwaltungsgebäude anstelle der jetzigen Sparkasse (im Hintergrund) könnte dem Karree einen Schub geben.

Ein neues Verwaltungsgebäude anstelle der jetzigen Sparkasse (im Hintergrund) könnte dem Karree einen Schub geben.

Dirk Jochmann

Ein neues Verwaltungsgebäude anstelle der jetzigen Sparkasse (im Hintergrund) könnte dem Karree einen Schub geben.

Krefeld. Der Oberbürgermeister sieht eine Riesenchance für Krefeld und die will er diesmal beim Schopf packen: "Wenn wir die Verwaltungsmitarbeiter aus dem Stadthaus in die Innenstadt holen, kann das der Impuls sein, eine ganze Menge Probleme in der City auf einen Schlag zu lösen."

Gregor Kathstede hatte dies vor einigen Jahren schon einmal versucht, doch der Rat wollte ihm damals nicht folgen. "Die Politik hat mich damals alleine gelassen", sagt der Oberbürgermeister. Mittlerweile haben die Fraktionschefs von CDU und SPD, Wilfrid Fabel und Ulrich Hahnen, gesagt, dass eine solche Lösung auch für sie vorstellbar ist. Selbst wenn das Stadthaus zunächst leer stünde. Kathstede: "Ich habe mich natürlich gefreut, dass die beiden eingeschwenkt sind und werde im nächsten Frühjahr eine Grundsatzentscheidung herbeiführen."

Den Sanierungsaufwand für das Stadthaus zunächst ermitteln

Vorher sollen Gutachter klären, wie hoch der Sanierungsaufwand für das Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz tatsächlich ist. Bisher gibt es nur grobe Schätzungen, die zudem veraltet sind: Damals war von zehn Millionen Euro die Rede. Der Vergabeausschuss soll den Auftrag am Mittwoch erteilen.

Gleichzeitig will Kathstede aber auch eine Expertise, die die Kosten für einen Neubau im Bereich Sparkasse/Volksbank darstellt. Hier möchte der Oberbürgermeister - wie auf der Immobilienmesse in München erstmals vorgestellt - zusammen mit der Sparkasse einen Neubau errichten, in dem das Geldinstitut und die Stadt sich einmieten.

Die Sparkasse sucht schon lange nach einem Investor, der das sanierungsbedürftige Gebäude an der Friedrichstraße abreißt und an gleicher Stelle neu baut. Die Geschäftsstelle soll dort erhalten bleiben. Die Volksbank hingegen sucht nach einem Käufer für ihr Gebäude an der Friedrich-/Carl-Wilhelm-Straße. Erst wenn das erledigt ist, geht man den Neubau an der Stelle des seit Jahren leer stehenden Papst-Johannes-Hauses an.

Derzeit beläuft sich die Kostenschätzung für die Sanierung von Egon Eiermann entworfenen Verwaltungsbaus am Konrad-Adenauer-Platz auf knapp zwölf Millionen Euro.

Etwa 600 städtische Mitarbeiter würden in die Innenstadt umziehen.

In ersten Gesprächen, so Kathstede, habe die Sparkasse sich aufgeschlossen gezeigt, aber vor hohen Kosten gewarnt. Deshalb will der Oberbürgermeister dies geprüft wissen. Dennoch ist für ihn die Entscheidung pro oder contra Stadthaus keine rein finanzielle. "Wir reden hier von einem Meilenstein in der Innenstadt, und das ist eine politische Entscheidung. Und ich werde die Politik dazu drängen, diese zu treffen."

Für Kathstede hängt an dieser Frage aber viel mehr: Nicht nur die Volksbank könnte endlich mit dem Neubau beginnen, auch beim Seidenweberhaus steht die Entscheidung Sanierung oder Neubau an. "Es besteht dringender Investitionsbedarf. Technik, Brandschutz und Fassade müssen angepackt werden. Die Karnevalisten haben der Halle schon wegen der Brandschutzauflagen den Rücken gekehrt", so Kathstede. Deshalb möchte er mit einem interessierten Investor über einen Neubau eines Kongresszentrums mit Hotel sprechen.

Auch für das Horten-Haus ist eine Lösung in Sicht

Zudem sei auch eine Lösung für das Horten-Haus in Sicht. Die Verhandlungen laufen. Schwerer tut sich die Stadt mit dem Ostwall. Die Gespräche mit den Schweizer Investoren der Luximo laufen über die städtische Tochter Wohnstätte.

Luximo wollte die drei Häuser, die ursprünglich einer Passage weichen sollten, der Stadt verkaufen. Doch die Preisvorstellungen liegen wohl derzeit noch weit auseinander.

Besser sieht es zurzeit beim Stadtbad Neusser Straße aus: Zwei Interessenten sind mit der Stadt im Gespräch, eine Entscheidung darüber, wer zum Zuge kommt, steht wohl kurz bevor. Das wäre für Kathstede das Tüpfelchen auf dem i: "Eine Gesamtlösung wäre schön!"

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