Die Stadtdirektorin ist sauer auf Krefelds Politiker. Sie hätten das Projekt einmal mehr verzögert.

Neubau
Die Hauptfeuerwache an der Florastraße ist über 100 Jahre alt – und für den Betrieb einer Großstadt-Feuerwehr nicht mehr geeignet. Ein Neubau wird seit vielen Jahren herbeigesehnt.

Die Hauptfeuerwache an der Florastraße ist über 100 Jahre alt – und für den Betrieb einer Großstadt-Feuerwehr nicht mehr geeignet. Ein Neubau wird seit vielen Jahren herbeigesehnt.

Archiv Dirk Jochmann

Die Hauptfeuerwache an der Florastraße ist über 100 Jahre alt – und für den Betrieb einer Großstadt-Feuerwehr nicht mehr geeignet. Ein Neubau wird seit vielen Jahren herbeigesehnt.

Krefeld. Eigentlich könnte die Feuerwache an der Neuen Ritterstraße schon längst gebaut sein. Doch die Parteien haben das Thema in den vergangenen Jahren immer wieder auf die lange Bank geschoben. Als es dann vor einigen Monaten konkret wurde, „haben wir durch die Diskussion der Politiker über eine Abwicklung durch die städtische Bau GmbH locker noch mal ein halbes Jahr verloren“, sagt Stadtdirektorin Beate Zielke.

Die ist als Dezernentin auch für die Feuerwehr zuständig und kann die Situation an der mehr als 100 Jahre alten Wache an der Florastraße kaum mehr verantworten. Die ist viel zu klein, entspricht in keinster Weise den modernen Anforderungen und ist – wegen des geplanten Neubaus – auch noch nicht mit neuer digitaler Technik ausgerüstet. Und dass, obwohl der abhörsichere Digitalfunk in wenigen Monaten auch nach Krefeld kommt. Entsprechend sauer ist Zielke über die Verzögerung.

Ein Arbeitskreis sollte für ein zügiges Weiterkommen sorgen

„Wir haben eigens mit Vertretern aller Fraktionen einen Arbeitskreis gegründet, damit wir mit dem Thema zügig vorankommen und kurze Entscheidungswege haben.“ Man habe bereits ein Raumprogramm erarbeitet und sich eine hochmoderne Wache in Mülheim angesehen. „Im Sommer war die Ausschreibung dann so gut wie fertig“, sagt Zielke. Dann brach in den Ferien erneut die Diskussion los, ob denn nicht eine Stadttochter bauen könne. „Wir haben gleich gesagt, dass dies angesichts eines Auftragsvolumens von 35 bis 40 Millionen rechtlich sehr schwierig wird. Dafür sind die Vergaberichtlinien viel zu streng“, so die Stadtdirektorin.

Doch die Politik stellte den Prüfauftrag, an deren Ende die gleiche Antwort stand: „Es funktioniert nicht.“ Das Risiko sei einfach zu groß, sagt Zielke. Im Dezember ist die europaweite Ausschreibung dann endlich erschienen. Eine Partnerschaft mit einem privaten Investor wird angestrebt. „Die Erfahrungen mit anderen Projekten zeigen, dass auch ohne städtische Beteiligung viele Aufträge in der Stadt und in der Region verbleiben“, sagt Zielke.

Mit der Eröffnung der neuen Wache sei nun vor 2016 nicht mehr zu rechnen, rechnet die Stadtdirektorin vor. Der Wettbewerb laufe jetzt vier bis sechs Wochen. Bis Ostern stünden dann die drei bis fünf Bewerber fest, mit denen man in die Detailverhandlungen gehe. Der Auftrag könne dann Anfang nächsten Jahres vergeben werden. Rechnet man nochmal ein halbes Jahr Planung und rund zwei Jahre Bauzeit dazu, ist man schnell bei vier Jahren.

Neubau ist schon seit vielen Jahren in der Diskussion

Vorhaben Zurzeit sucht die Stadt mit einer europaweiten Ausschreibung nach einem Generalunternehmer, der die Wache schlüsselfertig baut. Geplant ist eine so genannte öffentlich-private Partnerschaft (Public Private Partnership, PPP). Das Gebäude soll von dem Unternehmer auf dem städtischen Grundstück an der Neuen Ritterstraße gebaut und auch 30 Jahre betrieben werden.

Anforderungen Aus der Ausschreibung geht hervor, dass der Auftrag nur an einen Bieter vergeben wird, der bereits Erfahrung im Bau von Feuer- oder Rettungswachen hat. Aus den Bewerbern werden zwischen drei und fünf ausgewählt, mit denen im Detail verhandelt wird.

Dabei war die Geschichte der Feuerwache ohnehin eine unendliche. „Das Thema habe ich 2005 schon von meinem Vorgänger Bernd Gansauer übernommen“, erinnert sich Zielke. Damals war noch der Voltaplatz als Standort in der Diskussion. Doch gerade die Grundstücksfrage und – nach der Entscheidung für die Neue Ritterstraße – die Verhandlungen über den Kauf zogen sich endlos hin.

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