Kölner Architekt und türkischer Unternehmer möchten Türkisches Bad einrichten. Was wird aus dem Optionsvertrag?

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Das Damenbad im denkmalgeschützten Stadtbad an der Neusser Straße. Das Gebäude verfällt seit Jahren.

Das Damenbad im denkmalgeschützten Stadtbad an der Neusser Straße. Das Gebäude verfällt seit Jahren.

Archiv Dirk Jochmann

Das Damenbad im denkmalgeschützten Stadtbad an der Neusser Straße. Das Gebäude verfällt seit Jahren.

Krefeld. Die Aussichten, dass im Stadtbad an der Neusser Straße nach Jahren des Verfalls wieder Leben einkehrt, scheinen gut zu sein. Eine zentrale Rolle könnte dabei Bruno Wasser spielen.

„Wir arbeiten mit einem Investor, der höchstes Interesse an dem Objekt zeigt“, sagt der Kölner Architekt im WZ-Gespräch. Seine Tochter Stephanie Vera Gassen führt in Dellbrück ein Büro, das sich erfolgreich auf die Revitalisierung denkmalgeschützter Objekte spezialisiert hat.

„Auf Bitten der Stadt haben wir ein Konzept vorgelegt“, berichtet Wasser. Geplant ist demnach, in dem Gebäude ein Türkisches Bad (Hamam) einzurichten. „Wir waren mehrfach vor Ort. Das Stadtbad ist sehr gut geeignet, nicht zuletzt, weil die nach Geschlechtern getrennte Nutzung leicht umzusetzen ist“, so der Architekt.

Als Ergänzung kann er sich Seniorenwohnungen und Kleingewerbe vorstellen. „Einzelhandelsflächen kommen aber nicht in Frage“, sagt der Planer.

20 bis 30 Millionen Euro sind notwendig

Laut Wasser handelt es sich bei dem Investor um einen türkischen Unternehmer, der bereits mehrere Hamams betreibt. Der Architekt schätzt, dass in das Objekt an der Neusser Straße 20 bis 30 Millionen Euro investiert werden müssen. „Wenn die Stadt grünes Licht gibt, gehen wir sofort an den Start“, versichert Wasser.

Das Stadtbad an der Neusser Straße wurde 1890 eröffnet. Wegen zahlreicher Baumängel musste es im Jahr 2000 stillgelegt werden.

Ein Hamam ist ein Dampfbad, das man vor allem im arabischen Raum findet. Es ist ein wichtiger Bestandteil der islamischen Bade- und Körperkultur. Hamams werden nach Geschlechtern getrennt genutzt.

Ob es dazu kommt, hängt allerdings von den Verhandlungen ab, die die Verwaltung derzeit mit den Krefelder Architekten Rainer Lucas und Jürgen Schwittmann führt. Der Rat hatte am 3. Juli entschieden, mit ihnen einen Optionsvertrag zu schließen.

Obwohl inzwischen drei Monaten ins Land gegangen sind, ist der Kontrakt immer noch nicht unterschrieben. Während über den Optionsvertrag gesprochen wird, sind Verhandlungen mit anderen Interessenten ausgeschlossen, so Stadtsprecher Timo Bauermeister.

„Wir führen gute Gespräche“, sagt Rainer Lucas. Die Dinge seien im Detail aber schwierig. Es gebe viel zu regeln. Mehr möchte der Architekt dazu nicht sagen. Er hofft, in den nächsten zwei, drei Wochen zum Abschluss zu kommen.

Angeblich möchte die Stadt von Lucas und Schwittmann eine Optionsgebühr von 2000 Euro für das Erteilen exklusiver Planungsrechte kassieren. Damit scheinen die Architekten nicht einverstanden zu sein. Lucas äußert sich dazu nicht.

Das Konzept der Krefelder Planer setzt auf Wellness. Es sieht vor, an der Neusser Straße ein „Thermalbad mit allen Synergieeffekten“ zu etablieren. Mit Investoren seien sie im Gespräch, so Lucas und Schwittmann. Feste Zusagen könne es aber erst geben, wenn die Stadt den Zuschlag erteilt habe.

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