Krefeld. Auch wenn Architekt Bellinger und Investor Basaran nicht die Unterstützung aller Parteien im Rat hatten – das Bedauern über den Rückzug des türkischen Investors aus dem Projekt Stadtbad Neusser Straße ist groß. Da ist von einem „herben Rückschlag“ (SPD) oder von einem „Schlag ins Kontor“ (Grüne) die Rede.

Aufgeben will die Politik das Denkmal allerdings auch angesichts des neuesten Rückschlags noch nicht. Man setzt auf Gespräche – auch mit dem damals bei der Optionsvergabe unterlgenen Team Schwittman/Lucas/Elfes. Der Oberbürgermeister hatte beretis angekündigt, nach seinem Urlaub mit den beiden Teams aber auch mit den Vertretern der Fraktionen zu beraten, wie es weitergehen soll.

Für CDU-Fraktionschef Wilfrid ist nach dem Scheitern von Basaran/Bellinger klar, dass nun das Schwittmann-Team eine Chance bekommen soll. „Nur wenn die nicht interessiert sind, sollten wir erneut auf Bellinger zugehen.“ Erst wenn beide absagen solle man über eine erneute Ausschreibung nachdenken. Offensichtlich sei das Projekt doch wirtschaftlich schwieriger als gedacht.

Die Grünen streben hingegen nach dem Scheitern der großen Lösungen kleinere Schritte an und wollen die städtischen Töchter stärker in die rettung des denkmalgeschützen Gebäudes einbeziehen. Ratsfrau Barbara Behr erinnert an das Projekt „Frauenwirtschaften“, das vor Jahren einmal im Gespräch war. „So etwas Kleinteiliges könnte Impulse geben. Dann liegt nicht die gesamte Fläche brach.“

Die SPD kritisiert nach der Absage des Investors vor allem das Verhalten des Oberbürgermeisters. Der habe sich in der Öffentlichkeit sehr früh auf das Team Bellinger/Basaran festgelegt. Nun habe die Stadt durch das Scheitern des Projektes weiter an positivem Image verloren. Die Zeit der einsamen Entscheidungen Kathstedes müsse vorbei sein, fordert Fraktionschef Ulrich Hahnen und bietet Gespräche an.

Die UWG betont, dass sie von Anfang an dafür gestimmt hat, Schwittmann/Lucas/Elfes mehr Zeit zu geben. Das habe die Ratsmehrheit nicht gewollt. dag

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